Umstrukturierung der Thermen Bad Abbach und Bad Gögging läuft nicht problemlos

Von Gabi Hueber-Lutz · 20. Juli 2023 um 11:00

Die beiden Thermen des Landkreises Kelheim – die Limes-Therme in Bad Gögging und die Kaiser-Therme in Bad Abbach - können sich nach der großen Corona-Delle wieder über gute Besucherzahlen freuen.

Allerdings trübt Personalmangel das Bild. Kompetenzzentren lautet das Stichwort, mit dem die Niederbayerische Thermengemeinschaft mit ihren insgesamt fünf Thermen künftig ins Rennen um Besucher gehen will. Nicht zuletzt will man damit aber auch versuchen, die Umlagezahlungen der beteiligten Kommunen in den Griff zu bekommen, wie der Vorsitzende der Zweckverbände, Bezirkstagspräsident Olaf Heinrich, sagte.

Wieder mehr Besucher

Die entsprechenden Umstrukturierungen laufen schon geraume Zeit. Bei ihren jüngsten Sitzungen im Bad Abbacher Kurhaus genehmigten die Gremien der beiden Thermen im Landkreis Kelheim nun eine Vereinbarung für ein Kompetenzzentrum Personal. Dieses Zentrum soll für die Personalverwaltung aller fünf niederbayerischer Thermen zuständig ist.

Franz Altmannsperger, der strategische Geschäftsführer der Thermengemeinschaft, berichtete, dass das Kompetenzzentrum Personal in Bad Gögging angesiedelt sein soll.

Während des Aufbaus der gemeinsamen Personalverwaltung selbst wird kurzfristig zirka eine halbe Stelle mehr benötigt, die aber wieder abgebaut werden soll.

Auch eine einheitliche Software für die Zeiterfassung und die Dienstplanung wird notwendig. Für die anfallenden Kosten wird ein Zuschussantrag gestellt.

Noch zwei weitere Kompetenzzentren gibt es. Das für Marketing hat seine Arbeit Anfang des Monats aufgenommen. Bei dem für die Finanzen herrscht Personalnot, so dass ein Teil der anfallenden Arbeiten ausgelagert werden muss.

Eine Vereinheitlichung ist auch bei der Digitalisierung der Kassensysteme vorgesehen. Damit soll es möglich sein, in allen fünf niederbayerischen Thermen einheitlich den Eintritt, die Buchung von Leistungen oder die Einlösung von Gutscheinen digital abwickeln zu können.

Da jede Therme aber aktuell ein anderes Zugangssystem hat, wird das keine leichte Aufgabe. Bis zum Ende des Jahres werden daher nun erst einmal die voraussichtlichen Kosten für so eine Umstellung ermittelt, bevor dann eine Entscheidung fällt, führte Altmannsperger aus.

Ab Januar wird das Ermäßigungssystem für schwerbehinderte Menschen und deren Begleitpersonen in allen fünf Thermen vereinheitlicht: Die Begleitperson ist frei, der schwerbehinderte Gast erhält zehn Prozent Ermäßigung auf den Eintrittspreis.

Die Besucherzahlen, die bei den Sitzungen der beiden Zweckverbände präsentiert wurden, sind verglichen mit 2022 sprunghaft in die Höhe gegangen. 2022 musste man ja nicht nur die Ausläufer von Corona verbuchen, sondern teilweise auch Schließzeiten wegen der Energiekrise.

Stand von 2019 nicht erreicht

In Bad Gögging schnellten die Besucherzahlen deshalb von Januar bis Juni 2023 um knapp 37 Prozent in die Höhe, in Bad Abbach waren es gut zehn Prozent. Der Stand von 2019 wurde jedoch noch nicht wieder erreicht. Für den Monat Juni alleine genommen, sind die Besucherzahlen leicht gesunken. Unter Umständen wollen sich manche Menschen einen Besuch in der Therme nicht mehr leisten, vermutete Altmannsperger.

Bei beiden Thermen ist der Verlust im ersten Halbjahr geringer ausgefallen als er prognostiziert war. Die Limes-Therme verbucht wegen höherer Erträge und geringerer Aufwendungen 738 000 Euro weniger Verlust als angenommen, die Kaiser-Therme 401 000 Euro. Dies ist unter anderem auf niedrigere Stromkosten als zunächst befürchtet zurückzuführen.

Die Kaiser-Therme hat ihre Sauna seit Juni von Montag bis Mittwoch geschlossen, weil es an Personal fehlt. Die reduzierten Öffnungszeiten werden auch für den August beibehalten, da dann die 100 Grad Sauna erneuert wird.

Auch die Limes-Therme klagt über Personalmangel.