Untreue: Hausverwalter prellt Mieter und Eigentümer in Regensburg um viel Geld

Ein 66-Jähriger aus Regensburg zweigte eine Viertelmillion Euro bei Immobilien in Regensburg ab, die er verwaltete. Das brachte ihn jetzt vor das Schöffengericht, wo er alle Anklagepunkte gestand. Das Urteil gegen den gescheiterten Unternehmer fiel milde aus.
Knapp eine Viertelmillion Euro hat sich ein Verwalter mehrerer Immobilien in Regensburg aufs eigene Konto überwiesen – weil Gemeinde und Finanzamt wegen Steuern „hinter ihm her“ waren. Das sagte der der 66-Jährige gestern vor dem Amtsgericht. Mittlerweise bereue er alles zutiefst. Das Gericht verurteilte ihn später wegen Untreue in 91 Fällen – der Unternehmer kam aber mit einem blauen Auge davon. Doch die Opfer dürften auf dem größten Teil ihres Schadens sitzenbleiben: Denn der Angeklagte hat bereits Insolvenz angemeldet.
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Zuvor hatte der Mann jahrelang Immobilien in bester Lage Regensburgs betreut. Dafür wurde ihm von den Eigentümern auch Zugriff auf Konten eingeräumt – um Rechnungen für nötige Reparaturen zu zahlen und Rücklagen dafür zu bilden. Doch stattdessen räumte der 66-Jährige ab 2017 diese Konten immer wieder ab und bediente sich letztlich auch aus einem Kautionskonto.
Mieter verloren gut 90 000 Euro Kationen
Gut die Hälfte der angeklagten Taten betrafen somit das Geld von Mietern, die rund 90 000 Euro verloren. Als erstmals Unregelmäßigkeiten auffielen, zahlte der Mann 2019 einen Teilbetrag zurück – mit Geldern aus einem anderen Objekt.
Ende 2020 flog das Treiben des Hausverwalters auf, nachdem er von der neuen Hausverwaltung angezeigt wurde. Der Unternehmer geriet ins Visier der Ermittler, die Ende 2021 zur Hausdurchsuchung anrückten. Bei der Auswertung der Privat- und Geschäftskonten des 66-Jährigen fanden die Beamten weitere Beweise. Schon damals, so schilderte es eine Ermittlerin vor Gericht, sei er kooperativ gewesen und habe frühzeitig gestanden.
Auch am Dienstag hat der Hausverwalter reinen Tisch gemacht: „Es ging ums Überleben“, erklärte er vor Gericht. Das Finanzamt habe ihn damals unter Druck gesetzt, außerdem sei er mit einer Nachforderung von Zehntausenden Euro Gewerbesteuer konfrontiert gewesen. Als sich dann auch noch die Ehefrau getrennt habe, sei er in eine emotionale Krise geraten. Aber, so betonte er: „Bereichert habe ich mich nie.“
Gericht sieht die Schuld klar beim Angeklagten
Das glaubte ihm Richterin Andrea Costa zwar, sie machte in ihrer Urteilsbegründung aber klar, dass die Schuld allein beim Angeklagten liege. Um eigene finanzielle Löcher zu stopfen, habe er das in ihn gesetzte Vertrauen missbraucht. Zwei Jahre verhängte das Schöffengericht gegen den 66-Jährigen – auf Bewährung.
Das ermögliche dem Mann, weiterhin den angerichteten Schaden wiedergutzumachen, wie Costa sagte. Wenngleich das angesichts der 180 000 Euro wohl nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“ wäre. Als Auflage muss er zudem 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.