Bauunternehmer investieren in Neunburg Millionen in drei Mehrfamilienhäuser

Von Stefanie Kraus · 25. Juli 2023 um 11:45

Gleich zwei Baufirmen investieren in neue Wohnprojekte in der Stadt Neunburg. In beiden Fällen wurden die Pläne für die Mehrfamilienhäuser bereits durch die zuständigen Behörden genehmigt oder liegen zur Genehmigung vor, ein Haus wird bereits errichtet. Bei den Vorhaben steht vor allem die Energieeffizienz im Fokus.

Noch liegt das Grundstück am Hang am Ende einer Abzweigung an der Johann-Sebastian-Bach-Straße brach. Wenn es nach Paul Scheffer, Geschäftsführer der Scheffer Bauunternehmen GmbH, geht, soll sich das bis zum Herbst ändern. Der Schwandorfer Bauunternehmer will auf dem Grundstück ein Acht-Parteien-Haus errichten. Laut Exposé sollen die Eigentumswohnungen, die dort entstehen, zwischen 56 und 141Quadratmeter Wohnfläche haben. „Bei der Planung und Umsetzung liegt der Fokus auf einer energieeffizienten und modernen Bauweise“, betont Scheffer. Das Objekt wird als KfW-Effizienzhaus staatlich gefördert gebaut.

Stufenartiger Garten in der Johann-Sebastian-Bach-Straße

Zwar bringe die relativ steile Hanglage in der Johann-Sebastian-Bach-Straße besondere Herausforderungen für den Bau mit sich, doch dadurch hätten später auch fünf von acht Wohnungen einen direkten Zugang zum Garten. Dieser wird nämlich stufenartig um das Gebäude herum angelegt. Die beiden Wohnungen im zweiten Obergeschoss werden mit einem Balkon versehen. Die Energieeffizienz des Gebäudes soll durch den Einbau einer Luft-Wasser-Wärme-Pumpe, einer dezentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und einer möglichen Photovoltaikanlage gewährleistet werden.

Höhepunkt des Neubaus dürfte das Penthouse mit einer großzügigen Dachterrasse werden. Der Luxus hat jedoch seinen Preis: 138Quadratmeter, verteilt auf vier Zimmer, kosten laut der Webseite des Maklerbüros Baumgärtner & Duscher Immobilien 589000Euro. Hingegen kostet die kleinste Wohnung des Hauses mit 54 Quadratmetern, verteilt auf zwei Zimmer, mit kleinem Garten 229500 Euro. Bisher ist noch nicht ganz klar, ob die Wohnungen nur zum Kauf oder auch zur Miete angeboten werden. Insgesamt investiert das Bauunternehmen Scheffer 2,5Millionen Euro in das Vorhaben.

Scheffer: „Ich werde sicher kein Geisterhaus aufstellen“

Ob der Bau wie geplant im September starten kann, ist nun vom Interesse potenzieller Käufer abhängig. „Ich werde sicher kein Geisterhaus aufstellen“, macht Scheffer deutlich. Ein weiteres Wohnraumprojekt in Neunburg verfolgt derzeit die Firma Bauer Holzbau GmbH & Co. KG. Gleich zwei Mehrfamilienhäusern mit jeweils sieben Wohneinheiten entstehen an der Kröblitzer Straße.

Die Bauarbeiten für eines der beiden Häuser haben bereits begonnen, die Baupläne für das zweite liegen dem Landratsamt noch zur Genehmigung vor. Bezugsfertig sollen die Gebäude bis Mai und Dezember 2024 sein, sagt Geschäftsführer Markus Bauer. Sieben Wohnungen sollen vermietet, die anderen als Eigentumswohnungen verkauft werden. Das Besondere: Die Gebäude würden mithilfe einer speziellen Holzrahmen-Bauweise errichtet. „Damit sind wir in Sachen Ökologie am Zahn der Zeit“, sagt Bauer.

Nebenkosten gering halten

Gemeinsam mit den ökologischen Vorteilen des Holzbaus sowie der auf erneuerbaren Energien basierenden Technik, die in den Gebäuden verbaut werden soll, kann sich die Energiebilanz laut Bauer sehen lassen: „Wir reduzieren die Nebenkosten quasi auf Null.“ Weil die Firma viele Produktionsschritte im eigenen Haus übernehmen könne und mit ortsansässigen Unternehmen zusammenarbeite, könnten die Kosten denkbar gering gehalten werden, sagt der Zimmerermeister.

Die geplanten Wohnungen werden zwischen 68 und 97Quadratmeter haben. Für die Kaufobjekte gäbe es bereits einige Interessenten, die Vermietung habe noch nicht begonnen. Über Preisvorstellungen machte Bauer keine Angaben. Interessenten könnten sich mit ihm direkt in Verbindung setzen, sagt er. Das Investitionsvolumen bezifferte er auf „mehrere Millionen Euro“. Beide Unternehmen stimmen in einem Punkt überein: Bei der Stadt Neunburg seien sie mit ihren Vorhaben auf offene Ohren gestoßen und hätten uneingeschränkte Unterstützung in Sachen Genehmigungen und Erschließung erfahren.

Die beteiligten Firmen

Firma Bauer: Das Zimmererhandwerk betreibt Familie Bauer bereits seit 1927. Geschäftsführer Markus Bauer leitet das Oberaschauer Unternehmen seit 2017 in vierter Generation. Im Jahr 1998 bauten die Zimmerer das erste Holzhaus. Seitdem wächst das Unternehmen stetig und wurde bereits um ein Betriebsgebäude und eine Lagerhalle ergänzt.

Scheffer Bauunternehmen: Das Bauunternehmen wurde 2001 von Alexander Scheffer gegründet. Nach ihrem Architekturstudium trat Tochter Ina Scheffer 2008 als Betriebsleiterin ins Unternehmen ein. Im selben Jahr stieg auch Sohn Paul Scheffer als Maurergeselle in den Familienbetrieb ein. Seit 2014 leiten die Geschwister den Betrieb gemeinsam.

Acht Wohnungen sollen an der Johann-Sebastian-Bach-Straße entstehen. Foto: Ina Scheffer/Manntau
In der Kröblitzer Straße kommt die Holzrahmen-Bauweise zum Einsatz. Foto: Firma Bauer
Die Hanglage birgt besondere Herausforderungen. Foto: Kraus