Geringe Wertschätzung für Mehrgenerationenhäuser: Projektleiterin beklagt Kürzungen

2000 Euro, das klingt im ersten Moment für eine öffentliche Einrichtung nicht viel. Aber es sind 2000 Euro, die dem Mehrgenerationenhaus (MGH) Waldmünchen fehlen würden, wenn die Bundesregierung an ihren Kürzungen im gesellschaftlichen und sozialen Bereich festhält. Ein Einschnitt, den wohl auch die Nutzer zu spüren bekommen werden.
Befürchtet jedenfalls Projektleiterin Susanne Nock, die erschrocken und wütend ist. Die Reduzierung des Zuschusses fühlt sich „auf Bayerisch wie eine Watsch‘n an“, sagt sie. Zudem spreche aus ihr die offenbar geringe Wertschätzung für die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser.
Das Gravierende: Die vermeintliche Knappung von fünf Prozent kommt zu einer Zeit, in der steigende Preise für Energie, Lohnkosten und der Inflation die Häuser – Waldmünchen verfügt über ein Budget von 40 000 Euro jährlich – ohnehin belasten.
Lage ohnehin schon angespannt
„Wir schauen jetzt schon auf jeden Euro“, gibt Susanne Nock zu bedenken. Dem Sparzwang folgend wurden schon Angebote reduziert, so findet das StimmMitEin nur noch einmal monatlich statt, die Digitalwerkstatt muss derzeit gänzlich pausieren. Ordnet sie 2000 Euro zu, wäre das beispielsweise das Ende der Ferienaktionen für Kinder, macht sie deutlich.
„Die Lage ist ohnehin schon angespannt“, sagt sie und verweist auf das Team, das versucht, kreativ gegenzusteuern, etwa durch Upcycling, um Material zu sparen. „Aber die Fixkosten sind da und müssen gestemmt werden.“ Ausdrücklich lobt sie die Unterstützung durch die Stadt Waldmünchen, „auf die wir im Fall der Fälle immer zählen können.“
Beteiligung am Protest
Das MGH-Team hat beschlossen, sich an einer Protest-Aktion des Bundesnetzwerks anzuschließen. Diese schließen „Brandbriefe“ an die Abgeordneten (Marianne Schieder, Martina Englhardt-Kopf, Tina Winklmann sowie Gerhard Hopp) ein, die bereits „raus“ sind. Zudem ist gestern eine Unterschriftenaktion gegen die Kürzung gestartet. Die Listen liegen im Eingangsbereich auf, eintragen kann sich jeder.
Offen steht das Haus bei Veranstaltungen, der Bürgersprechstunde (Dienstag ab 9 Uhr) sowie am Offenen Treff (erstmals diesen Donnerstag von 15 bis 17 Uhr).