Lotta Menholz aus Waldmünchen ist „Bedürfnis-Jongleurin“ – Besonderes Angebot für Mütter

Lotta Menholz kommt eigentlich aus Norddeutschland, hat ihr Herz aber an Waldmünchen verloren. Die gelernte Psychologin ist „Bedürfnis-Jongleurin“ und zeigt in ihrem Workshop „Auszeit für Mütter“ auf, wie ein harmonisches Miteinander in der Familie funktioniert. Ein Angebot für die Seele. Dabei hilft Menholz ein besonderes Gadget: der „Psychodrama-Koffer“.
Eine Norddeutsche zieht es (irgendwann) nach Waldmünchen. Damit steht Lotta Menholz nicht alleine. „Zugezogene“ gibt es in Waldmünchen bereits viele, die Land und Leute schätzen gelernt haben. Aber Lotta Menholz hat einen ganz besonderen Blick auf das, was Waldmünchen ausmacht, hat viele Städte kennengelernt.
In der Gegend von Bremen geboren, studierte sie nach dem Abitur Psychologie. Nach der ersten Station Dresden zog es sie nach Spanien. Salamanca wurde dort für eine Zeit ihr Wohnort. Danach waren es die verschiedenen Arbeitsplätze in Lübeck, Wien und Leipzig, die ihr Leben bestimmten. Sie kann also die Vergleiche ziehen. Für Studium war das Leben in der Stadt super, erinnert sie sich, aber für immer konnte sie es sich nicht vorstellen. In Leipzig war es, als der Gedanke in ihr fuß fasste: Es muss sich etwas wandeln. Ein Freund gab ihr den Tipp mit der Heiligenfeldklinik – und es glückte auf Anhieb, dass sie dort einen Arbeitsplatz fand.
Wohlfühlort Waldmünchen
An keinem Ort bin ich bisher so lange gewesen, wie in Waldmünchen, sagt sie. Und sie sei immer noch jeden Tag dankbar für diese Entscheidung. Mit ihrem Mann und inzwischen drei Kindern von ein bis sieben Jahren wohnt sie jetzt bereits seit mehr als fünf Jahren glücklich im Feriendorf Ulrichsgrün.
Von diesem Wohlfühlen möchte sie jetzt den Waldmünchenern mit ihrem Workshop „Auszeit für Mütter“ im Programm des Mehrgenerationenhauses etwas weitergeben. Als dreifache Mutter weiß sie, wie schwer es mitunter sein kann, alles „unter einen Hut zu bringen“. Die Kinder brauchen Aufmerksamkeit; Haushalt, Hausaufgabenbetreuung und vieles mehr beanspruchen nicht nur Zeit. Oft stecken die Mütter zurück, dabei kommen dann ihre Bedürfnisse zu kurz.
„Bedürfnis-Jongleurin“ sein, beschreibt sie ihren Umgang mit dieser Herausforderung. Sie will Anreize geben, wie man es schafft, dass jeder in der Familie bekommt, was er wirklich braucht. Regelmäßig inne zu halten, davon können alle Menschen profitieren, ist sie sich sicher. „Wie steht es um meine Bedürfnisse, meine Grenzen, meine Kräfte?“ Das ist das erste, über das sich dabei jeder klar werden muss. „Achte ich gut auf mich? Bin ich gut versorgt?“. Nur wer auf sich selber achtet, kann auch für andere da sein, weiß die erfahrene Psychologin.
Mit ihrem Workshop will sie ein Angebot für die Seele machen, einen Beitrag für ein harmonisches Miteinander in der Familie leisten. Es wird kein Entspannungsnachmittag sein, betont sie. Vielmehr wird es „innere Arbeit“ sein. Dabei kommt das „Psychodrama“ ins Spiel.
Psychodrama ist ein Gruppenverfahren, das durch spontanes, szenisches Darstellen das Verhalten und Erleben der beteiligten Menschen anschauen lässt. Begründer war Jacob Levi Moreno. Grundlage für das Psychodrama ist Morenos Spontanitätskonzept. Er war der festen Überzeugung, dass ohne Kreativität der Mensch nicht in der Lage ist, sich zu einer Persönlichkeit zu entfalten und den vielfältigen Situationen angemessen zu begegnen.
Sie ist mit Herzblut dabei
Als Menholz erklärt, um was es dabei geht, was dieser – zugegeben etwas sperrige – Begriff bedeutet, merkt man sehr schnell, wie sie mit Herzblut dabei ist.
Es habe nichts mit dramatischen Situationen zu tun. Vielmehr bedeute „Drama“ Darstellen und Handeln. Das innere Erleben wird in Handeln umgesetzt, was Kinder ganz selbstverständlich in ihren Spielen können. Die Bühne dabei kann einfach ein Brett sein, auf dem verschiedene Figuren die Handlung übernehmen. Es kann aber auch der Boden sein, auf dem die Personen selber in Rollenspielen agieren. Persönliche oder berufliche Lebenssituationen werden szenisch dargestellt und verarbeitet.
Es ist also eine handelnde Darstellung des inneren Erlebens. Die Situationen können dabei sowohl real als auch Fiktionen oder Träume sein – es ist die innere Erlebniswelt, für die so Lösungen gesucht werden. Dabei ist es nebensächlich, ob das Thema in der Vergangenheit liegt oder ob Lösungsansätze für Gegenwart und Zukunft erarbeitet werden. Morenos Kerngedanke war es dabei, Rollenvielfalt zu ermöglichen. Menholzs Psychodrama-Koffer mit unterschiedlichen Utensilien ist dabei eine große Hilfe.
Die Referentin und ihr Workshop
Lotta Menholz:Die Psychologin wohnt seit fünf Jahren in Waldmünchen. Mit ihrem Angebot im Rahmen des MGH-Programms will sie als Bedürfnis-Jongleurin einen Weg zeigen, wie in der Familie alle Bedürfnisse Platz haben können. Außerdem bietet sie bei Bedarf auch Paartherapie und Psychotherapie an.
Der Workshop:Er findet am Samstag, 13. Mai, von 13 bis 17 Uhr im Mehrgenerationenhaus statt. Der Unkostenbeitrag beträgt 30Euro. Infos und Anmeldungen unter Tel. 0176/20256468 und unter www.therapie-menholz.de
