Leukämiehilfe Ostbayern eröffnet Sport- und Bewegungszentrum in Regensburg

Von Sabrina Kauer · 21. Juli 2023 um 19:00

Ein Meilenstein ist geschafft: Das bundesweit einmalige Sport- und Bewegungszentrum LeoSport der Leukämiehilfe Ostbayern in Regensburg wurde am Freitag offiziell eröffnet. Krebskranken Patienten soll so eine schnellere Genesung ermöglicht werden. „Sport ist bei einer Krebserkrankung so wichtig wie ein Medikament“, sagte Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe Ostbayern.

Dies sei längst wissenschaftlich erwiesen. „Wir alle können stolz und glücklich sein, denn jeder hier hat einen Anteil am Gelingen des Projekts“, sagte er bei der Eröffnungsfeier.

„Es ist eine Win-Win-Situation“, betonte Bernhard Graf, stellvertretender ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Regensburg. Als Gewinner würden nämlich nicht nur die Patienten hervorgehen, auch die Wissenschaft könne Antworten auf die vielen noch offenen Fragen zur besseren Genesung von Krebskranken finden. „Ziel ist, die Krankheit möglichst gut zu überstehen. Die Siegerprämie hier ist keine Medaille, sondern Lebensqualität, das höchste Gut, das wir haben“, machte Graf deutlich.

Viele Unterstützer am Projekt beteiligt

Mithilfe zahlreicher Unterstützer, beispielsweise der Deutschen Fernsehlotterie, der Stiftung Antenne Bayern hilft oder der Aktion Sternstunden, konnte das 4,2 Millionen teure Projekt umgesetzt werden. „Eine solche Förderung ist ohne die vielen Millionen Menschen in Deutschland nicht machbar“, sagte Christian Kipper, Geschäftsführer der Deutschen Fernsehlotterie. „Als Modellprojekt ist LeoSport mit seiner Zielsetzung, seinem strukturellen Konzept und seinem interdisziplinären Team in Deutschland einmalig. Regensburg wird neue Maßstäbe für die intersektorale Behandlung von Krebspatienten setzen“, so Kipper. Deshalb habe die Deutsche Fernsehlotterie das Projekt mit 300000 Euro unterstützt.

Das Geld ist gut investiert. Architekt Manfred Blasch erläuterte, was damit geschaffen wurde: Die Sporthalle in der Franz-Josef-Strauß-Allee 15 ist 650 Quadratmeter groß. Das Gebäude umfasst Geräte- Trainings- Therapie- Umkleide- und Ruheräume. Die Halle wurde mit natürlichen Materialien gebaut. Die unverkleideten Holzwände im Inneren strahlen Wärme aus, so Blasch. Die offene Bauweise schaffe einen umfassenden Überblick über das Geschehen im Haus und helfe zur schnelleren Orientierung. „Das Gebäude soll Wohlbefinden und Geborgenheit bei den Menschen erzeugen.“

Füracker: „Ein Herzensprojekt“

Auch Bayerns Heimat- und Finanzminister Albert Füracker war bei der Feier zu Gast. „Das Sport- und Bewegungszentrum ist der nächste Meilenstein in der Geschichte der Leukämiehilfe und für mich als Botschafter der Leukämiehilfe Ostbayern ein Herzensprojekt“, sagte er. Seinen Dank richtete er vor allem an den Vorsitzenden Reinhard Andreesen, der stets an das Projekt geglaubt habe. „Das Sport- und Bewegungszentrum ist eine große Bereicherung für die Patientinnen und Patienten und die Versorgung der Region.“

Das staatliche Grundstück bei der Universitätsklinik wurde vom Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt. „Das ist das mindeste, was man tun kann, um zu helfen“, sagte Füracker. Zudem förderte die Bayerische Landesstiftung den Bau mit 220.000 Euro.

Mit LeoSport wurde eine eigene Infrastruktur geschaffen

Christa Burggraf, stellvertretende Vorsitzende der Leukämiehilfe Ostbayern, dankte Andreesen ebenfalls, da sie als ehemalige Patientin wisse, wie wichtig das Projekt ist. „Die Patienten bekommen so das Gefühl, dass sie aufgehoben sind und sie wissen dadurch, dass sich jemand um sie kümmert. Bewegung ist wie ein zweites Medikament, nur ohne Nebenwirkungen“, sagte Burggraf.

Die Leukämiehilfe Ostbayern wurde 2000 gegründet. Ihr Ziel ist es, unbürokratisch und direkt zu helfen. Patienten bekommen so Begleitung und Unterstützung. Der Verein hat bereits mehr als zwei Millionen Euro gesammelt und unterstützt damit diverse Projekte in Niederbayern und der Oberpfalz.

Sebastian Meier, Leiter der Abteilung für Physio- und Ergotherapie des Universitätsklinikums Regensburg, ist überzeugt: „Die Leukämiehilfe hat wieder einmal umgesetzt, was viele nicht für möglich gehalten haben. Sie hat mit LeoSport eine eigene Infrastruktur geschaffen.“

Sie freuten sich über die Eröffnung: Bernhard Graf, Albert Füracker, Manfred Blasch (hinten v. l.), Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Anna-Maria Thurow und Reinhard Andreesen (v. l.). Foto: Tino Lex