Heidelbeersaison: Trotz anhaltender Trockenheit wird normale Ernte mit süßen Früchten erwartet

Von Benjamin Riehl · 20. Juli 2023 um 19:00

Die Heidelbeersaison hat begonnen. Trotz Hitze und Trockenheit erwartet Max Spießl auf seinem Heidelbeerfeld in Michelsneukirchen eine normale Ernte. Der ausbleibende Regen macht ihnen dennoch zu schaffen, so wie allen Landwirten. Aber die anhaltende Hitze hat auch Vorteile.

Die Trockenheit führt Max Spießl auf den Klimawandel zurück: „Es wird gefühlt immer schlimmer“, sagt er. Ein Gutes hat die anhaltende Hitze allerdings: Die Heidelbeeren werden besonders süß, weil sie viel Sonne abbekommen. Was für das Getreide ein Fluch ist, ist für die Heidelbeeren ein Segen. „Früchte brauchen die Sonne, und was Besseres als sonnengereifte Früchte gibt es nicht. Das ist besser, als wenn sie ewig umhergefahren werden. Frischer geht es nicht“, sagt der Heidelbeerbauer.

Saison bis Ende August

Noch bis Ende August ist die Heidelbeersaison. Montag bis Freitag von 15 bis 19 Uhr, am Samstag von 9 bis 11 Uhr können Leute vorbeikommen und auf dem Feld bei Michelsneukirchen Heidelbeeren sammeln. Damit zu jeder Zeit auch Beeren auf dem Feld gepflückt werden können, sind drei verschiedene Sorte angebaut. Die erste Sorte ist jetzt reif, dann gibt es noch eine mittlere und eine späte Sorte, die bis Ende August reif sein wird. Da wird zu jeder Zeit der Heidelbeersammler auf dem Feld fündig. Seit 20 Jahren betreiben er und seine Frau Brigitte das Feld. Dass der Klimawandel deutliche Auswirkungen in den vergangenen Jahren hatte, kann er nicht feststellen. „Jedes Jahr ist anders. Da waren immer Jahre dabei, in denen es schlechter war und Jahre in denen es besser war“, sagt er. Für dieses Jahr sei die Ernte bisher normal. Er erwartet, dass das auch bis Ende August noch so bleibt. Nur Bewässern müssen sie wegen der anhaltenden Hitze zusätzlich, denn ohne das Bewässern ginge es nicht.

Die Spießls machen das mit einer Tröpfchenschlauchbewässerung. Ein Tropfschlauch ist eigentlich nur ein Wasserschlauch mit Löchern in etwa 30 Zentimetern Abstand. Hinter diesen Löchern befinden sich meist ein Druckminderer und eine Wurzeleingangssperre. Der Schlauch wird auf der Erde verlegt und gibt dann kontinuierlich Wasser an die Umgebung ab. Damit kommen die Feldbesitzer gut durch den Sommer, und die Heidelbeeren werden schön saftig.

Jedes Jahr hätten sie Zuwachs an Kunden. In der Corona-Zeit hat es noch mal einen Ausschlag nach oben gegeben. Vielleicht, weil es sonst nicht viel gab, da gingen die Leute gern aufs Feld, vermutet Max Spießl. „Vielleicht haben die Leute aber auch die Natur mehr zu schätzen gelernt“, mutmaßt Brigitte Spießl. Jetzt sei es wieder etwas rückläufig, aber mit dem Andrang auf dem Feld sind sie in diesem Jahr dennoch zufrieden.

Ein echter Familienbetrieb

Die Spießls sind ein echter Familienbetrieb. Beide helfen bei der Arbeit auf dem Feld mit. Die Werbung übernehmen sie selbst. Seit einiger Zeit sind die Spießls auch beim LandGenuss Bayerwald Netzwerk des Landkreises. Das Netzwerk aus regionalen Anbietern und Gaststätten hat es sich zur Aufgabe gemacht, qualitative, regionale Produkte zu promoten. Da passt der Spießl-Hof natürlich gut mit hinein.

Den Internetauftritt auf www.spiessl-heidelbeeren.de betreut Frau Brigitte, ebenso den Facebook-Account des Hofs. Instagram haben sie bisher noch nicht, aber das kann ja noch kommen, sagt Brigitte.

Käsekuchen mit Heidelbeeren

Zutaten: Teig: 250 Gramm Mehl, 125 Gramm Margarine, 125 Gramm Zucker, 1 Ei, 1/2 Päckchen Backpulver

Zutaten Füllung: 500 Gramm Quark, 125 Gramm Margarine, 125 Gramm Zucker, 2 Eigelb, 2 Eiweiß, 1/2 Päckchen Vanillepudding, 400 Gramm Heidelbeeren

Zubereitung: Mürbteig herstellen und kühl stellen. Die Hälfte des Teiges auf der Backform verteilen, die beiden Eier trennen. Eigelb, Zucker, Margarine, Quark und Vanillepudding mischen. Das Eiweiß steif schlagen und unter die Masse heben. Anschließend mit Heidelbeeren belegen. Den restlichen Teig in kleine Stücke zupfen, auf der Füllung verteilen und im vorgeheizten Ofen circa 60 Minuten backen

Die erste Sorte Heidelbeeren ist jetzt reif. Foto: Benjamin Riehl