Nach aufwendigen Verhandlungen: Lückenschluss zwischen Walderbach und Neubäu am See geschafft

Von Benjamin Riehl · 19. Juli 2023 um 19:00

Der Lückenschluss des Radweges zwischen Walderbach und Neubäu am See ist am Dienstagnachmittag feierlich eröffnet worden. Knapp 3,8 Kilometer lang ist der neue Fahrradweg. Für Landrat Löffler ist das Verbindungsstück auch ein großer Beitrag für den überregionalen Radverkehr im Landkreis. Im Vorfeld gab es aufwendige Verhandlungen.

Zur Eröffnung kamen Landrat Franz Löffler, Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl und Walderbachs Bürgermeister Michael Schwarzfischer. Der neue Radweg verbindet die Gemeinde Walderbach mit dem Rodinger Ortsteil Neubäu am See. Damit verbindet der Radweg auch den Regentalradweg auf der Walderbacher Seite mit Neubäu am See bis hin zur Bodenwöhrer Senke. Der Lückenschluss ist der Abschluss einer Reihe von Baumaßnahmen zum Ausbau des Radwegenetzes im Landkreis.

Reihe von Baumaßnahmen

Bereits 2018 wurde die Brücke über die B85 radfreundlich gestaltet. 2019 erfolgte der Ortsausbau von Neubäu am See mit einem kombinierten Geh- und Radweg. Vergangenes Jahr wurde dann ein Geh- und Radweg von Walderbach bis Stockhof gebaut. Jetzt wurde die Lücke entlang der Kreisstraße CHA 23 geschlossen.

Landrat Löffler bedankte sich bei den Anliegern, von denen die Grundstücke für das Projekt erworben werden mussten. Bürgermeisterin Riedl ergänzte: „Das ist nicht mehr selbstverständlich, dass alle Ja sagen.“ Ohne die Bereitschaft der Eigentümer, entlang der Strecke, Grundstücke für den Radweg abzugeben, hätte der Radweg nicht realisiert werden können.

Die Gespräche dazu führte Walderbachs Bürgermeister Schwarzfischer. Die Verhandlungen gestalteten sich zum Teil schwierig. Sage und schreibe 17 Anlieger, darunter viele Landwirte, galt es vom Projekt zu überzeugen, damit sie ihre Grundstücke dafür hergaben. Schwarzfischer sagte, bei einigen Eigentümern hätte er mehrmals vorsprechen müssen, bis sie ihr Okay für den Grundstückserwerb durch die Gemeinde gegeben hätten. Mit einigen der Eigentümern sei er quasi schon befreundet. „17 Anlieger. Das war sportlich. Ich war ja noch recht neu im Amt. Ein zweites Mal mach ich das nicht mehr“, scherzte er. Doch am Ende haben alle zugestimmt und der Bau konnte beginnen.

Insgesamt hat der Bau des Weges knapp 1,72 Millionen Euro gekostet. 75 Prozent davon wurden über das Förderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes finanziert. Von den restlichen circa 500000 Euro übernahmen etwa 300000 Euro die Gemeinde Walderbach und etwa 200000 der Landkreis Cham.

Dabei mussten auch einige Probleme bei der Wegführung gelöst werden. So wurde eigens ein Steg entworfen, um beim Pendlerparkplatz Walderbach ein Stück zu überbrücken, ohne die Wasserabfuhr darunter zu beeinträchtigen. Insgesamt wurden laut Thomas Böhm vom Tiefbauamt des Landratsames etwa 10000 Kubikmeter Erde bewegt. „Am Ende ist davon nichts übriggeblieben“, sagte er. Denn anders als normal wurde die Erde, die ausgehoben wurde, nicht aufwendig entsorgt, sondern konnte für die Streckenführung verwendet werden, so Böhm.

Landrat Löffler hob die Bedeutung des Radweges hervor: „Dieser Geh- und Radweg ist eine zukunftsweisende Investition in die Infrastruktur, die direkt den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist die Mobilität eines der zentralen Themen“, sagte Löffler. Der neue Weg trage zu einer wesentlichen Verbesserung der Verkehrsverhältnisse und besonders der Verkehrssicherheit bei. Das Rad sei ein Verkehrsmittel mit stetig wachsender Nachfrage, auch beim Alltagsverkehr.

Radverkehr ausbauen

Deswegen sei es dem Landkreis ein Anliegen, den überörtlichen Radverkehr auszubauen. Ein solches Projekt wie der Radweg würde aber auch für den Tourismus große Vorteile bringen. „Gerade weil touristische Gebiete an Bedeutung gewinnen“, so Löffler. Der Landkreis arbeite indes auch in der Zukunft weiter am Ausbau des Radverkehrs. Aktuell laufe eine Zertifizierung als „fahrradfreundliche Kommune“ bei der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommune e.V.

So sieht der neue Radweg bei Walderbach aus. Foto: Benjamin Riehl