Spatenstich für ein Millionen-Projekt: Feuerwehr Altenkreith bekommt neues Gerätehaus

Von Mittelbayerische Zeitung · 17. Juli 2023 um 05:00

Am Samstag ist der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus in Altenkreith gefallen. Warum das Projekt nötig geworden ist, was alles geplant ist und wie viel der Neubau kostet, ist beim Festakt von Stadt und Architekt erläutert worden.

Nach einer detaillierten Aufstellung des Magistrats Roding aus dem Jahr 1807 gab es in Altenkreith 34 Häuser, für die 36 Wasserzuber sowie 57 andere Eimer und drei Feuerpickel zur Brandlöschung zur Verfügung standen. Die offizielle Gründung der Feuerwehr Altenkreith datiert das königliche Bezirksamt Roding auf den 27. Januar 1901.

Lesen Sie hier: Historischer Tag in Neubäu am See: Teststrecke für autonomen Bus der Firma AVL eröffnet

Im gleichen Jahr wurde an der jetzigen B85 zwischen Schloss und Gasthaus ein 40 Quadratmeter großes Gerätehaus errichtet und eine vierrädrige Saug- und Druckspritze angeschafft. In regelmäßigen Abständen wurde die Gerätschaft erneuert bzw. modernisiert. Das derzeitige Gerätehaus wurde 1967 erbaut und entspricht mittlerweile nicht mehr den Erfordernissen.

Kosten: 3,5 Millionen Euro

Viele Gespräche, einige Sitzungen und langwierige Verhandlungen gingen voraus, ehe der Rodinger Stadtrat einstimmig für den dringend nötigen Ersatzbau, der nach Berechnungen von Architekt Florian Brunner vom Büro quadrat 45° knapp 3,5 Millionen Euro kosten wird, votierte. Platznot, veraltete Technik und statische Probleme soll das Millionenprojekt aus der Welt schaffen.

„Die Baufeldfreimachung ist erfolgt, und bis Ende 2023 erfolgen die Rohbauarbeiten“, gab Bürgermeisterin Alexandra Riedl einen groben Zeitplan für das neue Gerätehaus der Feuerwehr Altenkreith vor. 2024 seien Heizung, Lüftung und Sanitär an der Reihe, gefolgt vom Innenausbau, damit Ende 2024 die Inbetriebnahme erfolgen könne, sagte Riedl. Sie freute sich, dass die Feuerwehrführungskräfte mit Kreisbrandrat Michael Stahl an der Spitze und Landrat Franz Löffler sowie Stadtpfarrer Holger Kruschina der Einladung gefolgt waren. Sie dankte allen Beteiligten für die Kooperation bei den Planungen im Vorfeld.

Von einem ganz besonderen Tag sprach Kommandant Patrick Hofweber: „Ein Spatenstich für eine neue Heimat der Feuerwehr Altenkreith.“ Sein Willkommensgruß galt Ehren-KBR Johann Weber, Ehren-KBI Alfons Janker, KBM Hubert Hofweber und allen Stadträten. Hofweber dankte der Stadt Roding für die Realisierung des Projektes: „Die ist eine Investition in den Schutz der Mitbürgerinnen und Mitbürger.“

Vier förderfähige Stellplätze für die Einsatzfahrzeuge seien vorgesehen, und in der Halle würden eine Werkstatt, Technikräume und Kraftstofflager sowie Umkleiden, Ruheraum, Sanitäranlagen und Büros integriert, informierte Architekt Brunner. Dazu komme ein zweigeschossiger Sozialbau (inklusive Aufzug) für Schulungs-, Jugend- und Gemeinschaftsräume. Brunner wünschte sich, dass die Altenkreither Wehr mit ihrem „kleinen Bauausschuss“ weiter aktiv bleibt und konstruktiv mitarbeitet. Bei der Besichtigung einiger Gerätehäuser meinte ein Feuerwehrmann: „Wir sind jetzt schon weiter als andere Feuerwehren, die bereits gebaut haben.“

„Gründung 1901, Gerätehausbau 1967 und jetzt ein Neubau, da kann man fast von einer Epoche sprechen“, bemerkte Landrat Franz Löffler. „Die Feuerwehr ist Garant für Sicherheit. Wenn die Feuerwehr gut gerüstet ist, ist die Hilfeleitung auf höchstem Niveau möglich“, betonte der Landrat. Er zollte der Stadt Roding und der Feuerwehr Altenkreith Respekt für die tolle Kooperation.

Bundesstraßen fordern Wehr

Von einem Highlight für die „Kreither Wehr“ sprach KBR Michael Stahl. „Mit den Bundestraßen 85 und 16 neu sowie der Erweiterung des Gewerbegebietes seid ihr eine belastete Wehr im Kreis Cham. Dafür müsst ihr gerüstet sein, und ihr wisst, was ihr wollt.“ Jede helfende Hand sei eine gute Hand, wandte sich Stahl an die Nicht-feuerwehrler.

Mit den Worten „die Stadt investiert gerne in dieses Projekt, das hoffentlich unfallfrei abläuft“ bat die Bürgermeisterin die Ehrengäste an die Spaten. Dann wurde zur Musik des Duos Gute Laune Express das Sommernachtsfest ausgiebig gefeiert.

Am Modell erläuterte Christoph Laußer von der gleichnamigen Baufirma das Innenleben des Gerätehauses. Fotos: Reinhard Schreiner
Florian Brunner zeichnet für die Planung verantwortlich.