Regensburger radeln bis ans Nordkap und sammeln Spenden für Sea-Eye

Sie haben es geschafft: Lukas Laberer und seine Freundin Clara radelten innerhalb von fünf Wochen tausende Kilometer bis ans Nordkap. Während ihrer Reise sammelten sie Spenden für Sea-Eye. Ein Reisebericht.
Tag 1: Nach der Fährenfahrt von Rostock nach Dänemark startet Lukas und Claras Rad-Abenteuer. Auf Instagram halten sie ihre Follower auf dem Laufenden und zeigen auch lustige Rad-Challenges: zum Beispiel wie Lukas in Adiletten in die Pedale tritt. Auf dem Profil findet sich auch der Spenden-Link (jetziger Account-Name: labbilu).
Tag 4: Kopenhagen ist in Sicht. Doch an den zwei darauffolgenden Tagen ist erst einmal Schluss mit radeln. Clara hat sich eine Mandelentzündung eingefangen. Der Grund: Die Holz-Shelter in Dänemark, in denen man kostenlos übernachten kann, sind ziemlich winddurchlässig. Aber aus Fehlern lernt man. Auf der restlichen Strecke stellen sie zusätzlich ihr Zelt ins Shelter.
Tag 6: Die Dänemark-Strecke ist geschafft. Mit der Fähre geht es nach Schweden. Hier wartet schon die nächste Herausforderung auf die Regensburger: die hohen Temperaturen. 32 Grad ist der Höchstwert. „Das haben wir nicht erwartet“, sagt Lukas. Auch von den Einheimischen hören sie während ihrer Fahrt immer wieder, wie ungewöhnlich das gute und heiße Wetter sei. Dank des geltenden Jedermannsrecht in den skandinavischen Ländern ist es für Lukas und Clara nie schwer, einen Unterschlupf für die Nacht zu finden. Dort darf nahezu überall gecampt werden. Auch um Wasser oder Essen müssen sie sich nie sorgen. Es gibt genug Supermärkte und öffentliche Toiletten mit Trinkwasser. Ihr kulinarisches Highlight: Ikea. Dort haben sie preiswert, reichhaltig und warm essen können.
Tag 13: Lukas und Clara stoßen auf eine Hütte mitten im Wald. Jeder darf hier Küche, Dusche und auch Sauna benutzen – ohne etwas zu bezahlen. Nur übernachten darf man nicht. „Das war eher Glamping als Camping“, sagt Lukas lachend.
Tag 15: Sie passieren die norwegische Grenze. Das Pärchen tritt täglich fleißig in die Pedale. Im Schnitt legen sie 70 Kilometer zurück – von Muskelkater keine Spur. Lediglich Clara hat bis Oslo immer wieder mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen. Von Oslo aus legen sie aus Zeitgründen die Etappe bis Trondheim und Bodø mit dem Zug zurück. Insgesamt haben sie nämlich nur fünf Wochen für ihre Radreise eingeplant. Durch Dänemark und Schweden fuhren sie insgesamt schon 900 Kilometer, die Zugreise erspart ihnen etwa 1200 Kilometer. Für die nächsten drei Wochen, von Bodø beziehungsweise den Lofoten bis zum Nordkap, haben die beiden aber noch etwas mehr als tausend Kilometer vor sich. In Trondheim ergibt sich ein schöner Zufall: Sie werden von einem ehemaligen Regensburger zu ihm nach Hause eingeladen.
Tag 21: Mit der Fähre erreichen die Regensburger von Bodø aus die Lofoten – ein Highlight ihrer Reise. Anfangs bleiben sie alle fünf Minuten stehen, um Bilder von der einzigartigen Naturkulisse zu machen: Berge und Meer so weit das Auge reicht. Nur Bäume sieht man kaum, berichtet Lukas. Eine Tatsache, die den beiden später noch zum Verhängnis werden soll. Ab jetzt geht es richtig los mit den Höhenmetern, auch weil sie viele Fjorde umfahren müssen. Täglich bewältigen sie etwa 700 Höhenmeter. Pro Tag legen sie mittlerweile fast 100 Kilometer zurück.
Tag 28: Sie erreichen Tromsø – die letzte größere Stadt vor dem Nordkap. Auf dem Weg dorthin sehen sie zum ersten Mal ein Rentier.
Tag 33: Während der Fahrt nach Alta fordert die Radler ein heftiger Regentag heraus. Wegen der fehlenden Bäume ist es aber schwer, ein trockenes Plätzchen zu finden. Der einzige Schutz: eine Brücke.
Tag 39: Bei zehn Grad und strahlendem Sonnenschein erreichen Lukas und Clara das Nordkap – und treffen nicht nur auf altbekannte Radler, sondern auch auf eine ehemalige Schulfreundin von Clara aus Regensburg. Zuvor meisterten sie die wohl berüchtigste Etappe der Strecke: den Nordkap-Tunnel. „Da liest man nur Horrorgeschichten“, sagt Lukas. Der Tunnel ist 6875 Meter lang und verläuft an der tiefsten Stelle 212 Meter unter dem Meeresspiegel. Drei Kilometer lang geht es steil nach unten. Eisige Temperaturen warten auf einen. Danach geht es mit teils zwölf-prozentiger Steigung wieder nach oben. Am Ende war die Fahrt durch den Tunnel aber „halb so schlimm“, so Lukas. Zurück in die Heimat ging es mit dem Flieger. In Regensburg blicken die beiden nun auf 2195 Kilometer Fahrradstrecke, 20.780 Höhenmeter, 400 Gigabyte Foto- und Videomaterial und 2885 Euro Spendensumme.