Regensburger will für den guten Zweck bis ans Nordkap radeln

Der Regensburger Lukas Laberer will es mit dem Rad bis ans Nordkap schaffen. Auf Instagram dokumentiert er seine Reise und sammelt Spenden für die Regensburger Organisation Sea-Eye. Er weiß, wie das alles geht, schließlich ist es nicht seine erste Tour für den guten Zweck.
2021 legte sich Laberer ein Mountainbike zu und fuhr kurzerhand den Donauradweg von Regensburg nach Wien. 600 Kilometer legte der 29-Jährige innerhalb von fünf Tagen zurück. „Es war spannend“, sagt er. Aber er sei auch an seine körperlichen Grenzen gekommen. Auch weil sein Mountainbike einfach nicht das richtige Fahrrad für diese Strecke war. „Ich konnte nicht mehr auftreten“, berichtet er. Dennoch habe ihn die Erfahrung überzeugt: „Das Rad hat für mich die beste Reisegeschwindigkeit.“
Für die Fahrt nach Wien sammelte er Spenden für den Verein zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder VKKK Ostbayern. Man konnte ihn auf Instagram verfolgen und „leiden sehen“, sagt er. 1500 Euro kamen zusammen.
Laberer will die Seenotrettung unterstützen
Damit nicht genug. Laberer wollte mehr regionale Projekte unterstützen. Im April 2022 fuhr er mit Freunden an den Gardasee, um mit dem Rad die Alpen zu überqueren – 8000 Höhenmeter in sechs Tagen. Für dieses Ziel sammelten die Freunde Spenden für die Regensburger Gruppe von Sea-Eye. „Es sterben immer noch sehr viele Menschen im Mittelmeer“, sagt der 29-Jährige. Während der Pandemie und des Ukraine-Kriegs sei das Schicksal der Geflüchteten aber kaum noch Thema gewesen.
Damit mehr Spenden zusammenkommen, wurden die Freunde kreativ. Sie dachten sich Challenges aus. Dabei versprach Laberer zum Beispiel via Instagram: „Wenn in drei Stunden 150 Euro zusammenkommen, fahre ich in Adiletten den Brenner hoch.“ Das sei bei den Instagram-Nutzern gut angekommen. Knapp 3000 Euro kamen für Sea-Eye zusammen. Bei einer Süddeutschland-Tour im Sommer 2022, die für ihn eine Art Generalprobe für seine Reise ans Nordkap war, sammelte er 500Euro für Viva con Agua.
Jedermannsrecht im Norden hat ihn überzeugt
Die Adiletten will Laberer vermutlich auch für die Reise ans Nordkap einpacken. Mit dem Zug geht es für ihn Ende Mai nach Rostock. Er startet nicht wie üblich in Regensburg, weil „Campen in Deutschland zu teuer ist“. In den skandinavischen Ländern gibt es dagegen das Jedermannsrecht. Man darf dort nahezu überall campen. Das sei für seine Routenwahl entscheidend gewesen.
Mit der Fähre geht es für den 29-Jährigen am 1. Juni nach Dänemark. Dort rechnet er circa fünf Tage ein, bis er Schweden erreicht. Dann radelt er, dieses Mal mit einem geeigneten Gravel-Bike mit Rennrad-Ergonomie und dickeren Reifen, Richtung Oslo. Von Trondheim führt seine Route schließlich an der Küste entlang ans Nordkap. Ab hier ist die Strecke teilweise nicht mehr so flach. Insgesamt zeigt die App, die er verwendet, mehr als 20000 Höhenmeter an. Sieben Wochen plant er für die insgesamt 3000 Kilometer ein. Pro Tag will er 70 bis 100 Kilometer zurücklegen. Möglich ist ihm diese lange Reise, da sein befristeter Vertrag als Lehrer an Pfingsten endet.
Gegenwind kann eine großen Hürde werden
Bei seinem Rad-Abenteuer steht der Regensburger vor einigen Herausforderungen: „Für eineinhalb Monate ist mein ganzes Zuhause mein Fahrrad“, sagt er. Obwohl er sehr minimalistisch gepackt hat, werden viele Taschen sein Rad zieren. Aus zehn Kilo werden somit 22 Kilo Fahrtgewicht. Bei Gegenwind könne er statt 20 Kilometer pro Stunde nur noch 12 bis 13 hinter sich lassen. „Das geht auf die Psyche“, befürchtet er. Beim Thema Wasser macht er sich kaum Sorgen, auch wenn er nur zwei Liter transportieren kann. Man finde in der Gegend genug Süßwasser, sagt er.
Aber was Lebensmittel angeht, müsse er sich überraschen lassen. Richtung Nordkap „endet irgendwann die Zivilisation“. Es werde spannend, wo Laberer dann sein Essen auftreibt. Aufgeschmissen sei er auch, wenn größere Schäden am Rad entstehen, sagt er. Aber er ist optimistisch – auch was seine Heimreise betrifft. Denn noch sei unklar, wie er vom Nordkap zurückreist.
Laberer legt eine symbolische Summe fest
Normalerweise lege der 29-Jährige bei seinen Reisen kein Spendenziel fest. Für Sea-Eye habe er nun die symbolische Zahl 7000 angegeben. So viel koste ein Rettungstag des Schiffs Sea-Eye 4.
Ob Lukas Laberer es tatsächlich bis ans Nordkap schafft, kann man auf seinem Instagram-Profil „bike4seaeye“ verfolgen. Dort findet sich auch der Spendenlink.