Küblböck Baukeramik: Mit „vier jungen Wilden“ in eine Zukunft voller Herausforderungen

Küblböck – mit diesem Namen verbinden die Burglengenfelder nicht nur die Entwicklung diverser Wohngebiete und die Gründung des Naabtalcenters (NAC) in den 1990er Jahren. Küblböck steht auch für wohlige Wärme aus Kachel- und Holzöfen sowie Keramik und Fliesen zum Beispiel für die Bad- und Küchengestaltung – jetzt sogar outdoor.
Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Viel. Ludwig Küblböck, verstorben 2015, hat vor über 60 Jahren in Teublitz als Fliesenleger den Grundstein für die Firma gelegt, die seit 1974 als Baukeramik GmbH firmiert und seit über 20 Jahren An der Hopfenröthe in Burglengenfeld ansässig ist. Sein Sohn Herbert stieg zwar in das Unternehmen ein, beschäftigte sich aber parallel dazu auch mit unterschiedlichsten Großprojekten wie zum Beispiel dem NAC.
Rund um die Jahrtausendwende beschloss er, sich allein auf dieses Geschäftsfeld zu konzentrieren und suchte für die Baukeramik GmbH samt Ofenstudio einen neuen Geschäftsführer mit Beteiligungsambitionen. Er fand ihn in Falk Winkelmann, einem Kaufmann mit Weitblick und Kreativität aus Niedersachsen, der sich unter anderem bei einer damals deutschlandweit bekannten Einzelhandelskette verdient gemacht hatte. Nach deren Übernahme durch die Metro AG suchte er eine neue Herausforderung.
Nach schwierigem Start den Umsatz vervielfacht
Winkelmann wurde also zum Chef und Eigentümer, sah sich aber alsbald von einer Wirtschaftskrise eingebremst, die mit der heutigen durchaus vergleichbar ist. „Das war nicht lustig“, stellt er nüchtern fest. Nach einer Phase der Konsolidierung sollte es jedoch steil bergauf gehen. Der Umsatz hat sich seitdem vervierfacht, die Zahl der Mitarbeiter ist von 50 auf 70 gestiegen.
Nur einen Steinwurf von Küblböck entfernt gibt es in der Vorstadt ein weiteres erfolgreiches Unternehmen. Es trägt sich nicht mit Abwanderungsgedanken, im Gegenteil. Lesen Sie dazu: Lehner-Leuchten: Modernste Licht-Lösungen aus Burglengenfeld
Auch wenn sich Falk Winkelmann mit 76 noch nicht so alt fühlt, wie es die Zahl vermuten ließe, so hat er doch erkannt, dass es an der Zeit ist, Nachfolger zu etablieren. Vor wenigen Tagen, bei der Hausmesse, nutzte er die Gelegenheit, um über die „Veränderung der Inhaberstruktur“ zu informieren. Er präsentierte „vier junge Wilde“, denen er zutraut, das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Es sind dies Dietmar Dworschak (für den Bereich Öfen), Jochen Schmitz (Fliese), Uwe Pürkel (Naturstein) sowie Tamara Quandt (Finanz- und Rechnungswesen).
Messe war besser besucht als vor Corona
Geplant sei ein schrittweiser Übergang, sagt Winkelmann, was sich für kleine und mittlere Unternehmen grundsätzlich empfehle. Das genannte Quartett habe bereits Geschäftsanteile übernommen. Die Zeiten der „Alleinherrschaft“ seien definitiv vorbei, ab Herbst werde er nicht mehr Mehrheitsgesellschafter sein.
Der Seniorchef schwärmt in diesem Zusammenhang von der Messe, die am 15. Juli in der großzügigen Ausstellungshalle über die Bühne ging. Krise hin, Zukunftssorgen her – die Zahl der Besucher sei mit 350 höher gewesen als vor Corona. Außerdem sei die Atmosphäre eine besondere gewesen, denn zwischen vielen Gästen und Mitarbeitern habe sich längst eine fast schon freundschaftliche Beziehung aufgebaut.
Der Sohn des Gründers von L. Küblböck Baukeramik hat in Burglengenfeld diverse Projekte realisiert. Und er steckt noch immer voller Tatendrang. Lesen Sie dazu: Küblböck erkämpft mehr Handlungsspielraum für Pläne im NAC
Die Firma Küblböck ist ein Verbund aus mehreren GmbHs, verrät Winkelmann, darunter zum Beispiel auch die Kachelofen GmbH oder die Alcasa Warenhandelsgesellschaft. Für allesamt gab es schon 2021 relativ konkrete Umzugspläne in den Nachbar-Landkreis nach Regenstauf. Denn die aktuelle Immobilie, die einer amerikanischen Investmentgesellschaft gehört, ist laut Winkelmann eigentlich zu groß.
Pläne für Umzug nach Regenstauf verschoben
Die Nachricht von der Abwanderung löste seinerzeit im Stadtrat heftige Kritik an Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) aus. Seine Kontrahenten werteten dies als weiteren Beleg dafür, dass sich das Stadtoberhaupt zu wenig bemühe, Firmen in Burglengenfeld zu halten oder neue Unternehmen anzulocken.
Heute ist der Firmensitz noch immer An der Hopfenröthe, also im Gewerbegebiet unweit der Zementfabrik. In Regenstauf hat bis heute nicht einmal der Spatenstich für einen Neubau stattgefunden. Winkelmann macht viele Gründe dafür geltend.
Froh, dass Holz und Pellets weiter „grün“ sind
Zwar habe man sich in Regenstauf die Option auf einen Grundstückskauf gesichert und mittlerweile auch eine Baugenehmigung am Tisch, könnte also theoretisch „jederzeit loslegen“. Doch die Rahmenbedingungen für die Millionen-Investition seien derzeit denkbar ungünstig. Allein durch die Streichung bestimmter Förderprogramme für energetisch effizientes Bauen seien 800.000 Euro verloren gegangen, berichtet Winkelmann. Von der Belastung durch gestiegene Zinsen ganz zu schweigen.
Überhaupt ist der Noch-Geschäftsführer nicht gut auf die Ampel-Koalition zu sprechen. Zwischenzeitlich sah es so aus, als drohte neben Öl- und Gasheizungen auch Holz- und Pelletöfen das Aus. Die Firma Küblböck hätte dies, auch wenn sie mehrere Standbeine hat, ins Mark getroffen. Winkelmann wörtlich: „Wenn es so gekommen wäre, wie Herr Habeck das ursprünglich wollte, könnte ich das Ofenstudio hier zusperren.“