Lehner-Leuchten: Modernste Licht-Lösungen aus Burglengenfeld

Mit dem Siegeszug der LED ist die Entwicklung in der Lichttechnik noch lange nicht abgeschlossen. Bei Lehner-Leuchten in Burglengenfeld will man Licht „neu denken“. Was sich dahinter verbirgt, erfuhren die Besucher, die am Donnerstag zur Eröffnung der neuen Produktionshalle kamen.
Wie berichtet, hat Lehner-Leuchten eine bewegte, nicht immer erfolgreiche Geschichte hinter sich. 1961 in Nittendorf zunächst als Metallwerk gegründet, wurde die Produktpalette sukzessive erweitert. 2012 errang die Firma den Deutschen Lichtdesign-Preis. Mit der Übergabe an die nächste Generation und dem überraschenden Tod des neuen Firmenchefs stürzte die Firma in eine Krise, die Ende 2018 in der Insolvenz mündete.
Der Weg zurück in die Erfolgsspur
Der Wackersdorfer Unternehmer Mario Weinfurtner und sein Freund Michael Probst, Bauunternehmer aus Neunburg, übernahmen das Kommando und setzten alles daran, Lehner-Leuchten wieder zurück in die Spur zu führen. Weil sich der ursprüngliche Standort bald als zu klein erwies, entschloss sich Weinfurtner zum Bau einer neuen Produktionshalle in Burglengenfeld,direkt neben dem Sitz seiner Firma United Products.
Im Sommer 2021 war Spatenstich, im Mai darauf konnte die Fertigung anlaufen. Dass Weinfurtner erst jetzt zur Eröffnung lud, erklärte er damit, „dass wir erst ein bisschen Umsatz machen wollten“. Mit „wir“ ist auch gemeint, dass sich an der Firmenstruktur erneut Grundsätzliches geändert hat: Lehner-Leuchten ist nun eine 100-prozentige Tochter der Selux- Gruppe.
Der Berliner Spezialist für Beleuchtungsanlagen ist international aktiv und war 2022 auf den Mitbewerber in Burglengenfeld aufmerksam geworden. „Irgendetwas macht ihr richtig“, teilte ein Anrufer mit. Und: „Wir sollten zusammenarbeiten.“ Weinfurtner musste nicht lange überlegen – und bereut den Schritt bis heute nicht: „Die Kooperation hat uns weit nach vorne gebracht.“
Jede Menge Informationen und am Ende eine Party
Lehner-Leuchten hat also seine Selbstständigkeit eingebüßt, soll aber durch Synergieeffekte noch besser werden. Weinfurtner agiert als Geschäftsführer. Im Vorstandsvorsitzenden von Selux, Klaus-Peter Siemssen, scheint er einen Partner gefunden zu haben, mit dem er sich nicht nur geschäftlich blendend versteht. Demonstrativ traten sie bei der Eröffnung in kurzer Lederhose, weißem Hemd und Trachtenweste auf.
Zu den rund 200 Besuchern zählten neben mehreren Bürgermeistern und Mitarbeitern aus den Verwaltungen im Umkreis, auch Vertreter diverser Energieversorger sowie Lichtplaner und -architekten. Den weitesten Weg hatten Gäste aus anderen Bundesländern und aus Holland zurückgelegt. Niemand brauchte sein Kommen zu bereuen.
Die Planer hatten ein den ganzen Tag füllendes Programm zusammengestellt. Experten erklärten, wie Produkte entsprechend den gewünschten Anforderungen entstehen und welche Rolle künftig die Digitalisierung bei der Steuerung von Beleuchtung spielen kann. Höhepunkt sollte aber am Abend eine Party mit DJ werden. Nach Sonnenuntergang würde das Potenzial des Leuchtenparks erst voll zur Geltung kommen, versprach Weinfurtner.
Selux-Chef Siemssen skizzierte den Anspruch, den das Berliner Unternehmen an sich selbst stellt, nämlich auch für große und exklusive Projekte wie Flughäfen oder Schlösser komplette und nachhaltige Lösungen anzubieten.
Rücksichtnahme auf die Natur ist möglich
Außerdem beschäftige man sich mit der Frage, wie das Grundbedürfnis nach Sicherheit durch Licht im Außenbereich mit Schönheit und den Belangen der Natur in Einklang zu bringen sei. Mit den besten Experten der Welt sei man bestrebt, Lösungen zu optimieren. Tatsächlich existierten bereits Wege, die Pflanzen und Tiere nachts nicht mehr beeinträchtigen. „Wir können Licht neu denken“, sagte Siemssen nicht ohne Stolz. Und diese Grundidee wolle man gerne auch an andere weitergeben.