Küblböck erkämpft mehr Handlungsspielraum für Pläne im NAC

Von Thomas Rieke · 21. Juni 2023 um 19:00

Projektentwickler Herbert Küblböck hat einmal mehr bewiesen, dass er ein Meister im Bohren dicker Bretter ist. Im dritten Anlauf ist es ihm gelungen, den Bau- und Umweltausschuss davon zu überzeugen, dass die Zusammenlegung der restlichen Teilflächen im neuesten Bereich des Gewerbegebiets an der Umgehungsstraße angeblich mehr Vor- als Nachteile bringt. Einzig Gregor Glötzl (BWG) blieb seiner ablehnenden Haltung treu.

Wie berichtet, gibt es zwischen dem Toom-Baumarkt im neuesten Teil des NAC und der Immobilie, in der der Baumarkt bis vor zwei Jahren untergebracht war, ein mehrere Tausend Quadratmeter großes Grundstück, das noch ungenutzt ist. Bis zuletzt war es im Bebauungsplan in eine Gewerbegebietsfläche und ein Sondergebiet2 geteilt. Diese Trennung soll eine Überplanung erschwert haben, berichtete Küblböck und drängte auf die mittlerweile dritte Änderung des Bebauungsplans.

Seine Idee, in Burglengenfeld einen weiteren Vollsortimenter anzusiedeln und deshalb im Plangebiet die Verkaufsfläche von 1850 auf 2150 Quadratmeter zu vergrößern, löste bei Inhabern bestehender Lebensmittelmärkte allerdings erheblichen Unmut aus – und wurde daher zumindest vorerst auf Eis gelegt. Damit folgte Küblböck auch dem Rat der Verwaltung, mit der Festlegung auf ein Konzept solange zu warten, bis feststeht, was die mehrfach angekündigte Modernisierung des alten NAC mit sich bringt.

Gespräche im Hintergrund haben sich ausgezahlt

Unabhängig davon soll Küblböck in den zurückliegenden Wochen das Gespräch mit Mitgliedern des Stadtrats gesucht haben. Dem Vernehmen nach wollte er verdeutlichen, dass es nicht nur für ihn, sondern für Burglengenfeld nachteilig wäre, wenn der Spielraum für die freie Fläche eingeschränkt bliebe. Im Ringen um eine zusätzliche Ansiedlung machte dann möglicherweise eine der Nachbarkommunen das Rennen.

Noch interessante als die Zukunft der unbebauten Fläche im Gewerbegebiet ist die Frage, wann der Altbestand des NAC modernisiert wird. Lesen Sie dazu: Hoffnung für das alte NAC: Neue Eigentümer signalisieren Investitionsbereitschaft

Das soll den einen oder anderen kritischen Stadtrat überzeugt haben. Begrüßt wurde ferner, dass das Konzept nun vorsieht, die Parkplätze vor den Gebäuden mit Photovoltaikmodulen zu überdachen. Auch das Gebäude selbst soll mit einer PV-Anlage bestückt werden. Außerdem bietet die Fortführung des Bauleitverfahrens laut Verwaltung die Chance, die Verkehrsflächen genauer zu definieren. Konkret heißt das: Die Verbindung zwischen dem Wohngebiet HussitenwegIV und dem Toom-Kreisel kann endlich als öffentliche Straße gewidmet und alsbald für den allgemeinen Verkehr freigegeben werden.

Interessante Statements der Träger öffentlicher Belange

Interessant ist ferner ein Blick in die Stellungnahmen der sogenannten Träger öffentlicher Belange. Darin heißt es unter anderem, dass die Regierung der Oberpfalz die Ansiedlung eines Lebensmittel-Vollsortimenters sehr wohl für „raumverträglich“ hält. Die Vorstellungen Küblböcks hätten die Verkaufsflächen-Obergrenze noch gar nicht erreicht.

Der Regionale Planungsverband regte an, sich bei den Ansiedlungsversuchen außerhalb des Zentrums intensiv mit den Konsequenzen für den Ortskern auseinanderzusetzen und mahnte ein gemeinsames Konzept der Kommunen im Städtedreieck an.

Wie wirken sich Pläne auf Gewerbe in der Innenstadt aus?

In eine ähnliche Richtung ging ein Wortbeitrag von Michael Hitzek (SPD). In der Bauausschusssitzung erkundigte er sich speziell nach dem Schutz der Gewerbetreibenden in der Burglengenfelder Innenstadt. Antwort von Bürgermeister Thomas Gesche (CSU): Diese Frage werde Thema der nächsten Sitzung des Zweckverbands sein.

Die Kommunen im Städtedreieck scheinen sich weiter einen Wettbewerb im Ansiedeln neuer Einkaufsmöglichkeiten zu liefern. Lesen Sie dazu: Neue Läden für Maxhütte-Haidhof

Letztlich konnte sich auch Hans-Edmund Glatz (BFB) dazu durchringen, der Gebietszusammenlegung zuzustimmen. Ausschlaggebend dafür war, dass es gelungen ist, seine Bedenken hinsichtlich des Grundwasserschutzes zu zerstreuen. Bürgermeister Gesche erklärte, Untersuchungen hätten ergeben, dass Flüssigkeiten im fraglichen Karstgebiet 50Tage und länger bräuchten, um ins Grundwasser zu gelangen. Damit würden die Schutzfristen eingehalten. Notfalls hätte man also genügend Zeit, um zu reagieren. Das Ergebnis der Untersuchungen werde aber noch ausführlicher präsentiert.

Weitere Auslegung vor dem angestrebten Satzungsbeschluss

Die nächsten Schritte für die Bebauungsplanänderung sind laut Geschäftsleiter Gerhard Schneeberger eine erneute öffentliche Auslegung. Nach der Sommerpause soll es dann zum sogenannten Satzungsbeschluss kommen.

Herbert Küblbock erklärte auf Anfrage, er habe für das neue große Sondergebiet noch keine konkreten Pläne. Im Übrigen gestalte sich die Vermarktung aufgrund der wirtschaftlichen Lage „momentan nicht so einfach“.