Neue Adresse für Weinliebhaber am Langquaider Marktplatz

Rund ein halbes Jahr stand die Bar im Anwesen „Obermünsterer“ am Langquaider Marktplatz leer. Mitte Juni hat Stephan Deibel hier seine Vinothek am Markt eröffnet. Dabei kannte er Langquaid vorher nur vom Hörensagen.
Eines Tages erhielt er eine Mail, in der ihn Bürgermeister Herbert Blascheck fragte, ob er sich nicht vorstellen könnte, in Langquaid eine Filiale zu eröffnen. Der Mail traute Deibel nicht ganz, der zu jener Zeit noch eine Vinothek in Regensburg betrieb. „Es ist ja doch ungewöhnlich“, sagt er. Jedoch habe man relativ schnell einen Draht zueinander gefunden und bald sei klar gewesen, dass er eine Filiale in Langquaid eröffnen werde.
Wechselnde Angebote in der Vinothek
Seit vielen Jahren bietet der Markt Langquaid ein Leerstandsmanagement. Hausbesitzer melden sich, wenn eine Fläche frei wird, und dann versucht der Markt, geeignete Mieter zu finden. Zurück geht die Idee bis ins Jahr 2002. Eines von Blaschecks Zielen als Bürgermeisterkandidat war es, den Markplatz wieder zum Leben zu erwecken. Anfangs waren die Hausbesitzer skeptisch, doch dann baten die ersten den Markt um Unterstützung und das Leerstandsmanagement kam ins Rollen, erinnert sich der Bürgermeister.
2008 wurde ein Einzelhandelsentwicklungskonzept für den Markt erstellt, in dem auch festgelegt wurde, welche Läden der Markt braucht und wie viel Einzelhandel der Marktplatz verträgt.
Stephan Deibel legt in seiner Vinothek das Hauptaugenmerk auf Weine aus Österreich, vom trockenen Riesling bis hin zur Trockenbeerenauslese. Die Winzer kennt er alle persönlich. Zum wechselnden Sortiment gehören auch Schnäpse und Grappas sowie Schaumweine. Auch auf der Tageskarte finden sich wechselnde Angebote, damit seine Gäste auch „mal was anderes“ probieren könnten, sagt er.
Unterstützung bei Behördengängen
Seine Gäste und Kunden sind nicht nur Weinkenner. „Jeder, der Interesse hat, das Thema Wein auszuprobieren, ist willkommen“, sagt der 50-Jährige. In der Weinstube gibt es 20 Plätze, im Freien sind es knapp 40. Geöffnet hat er Mittwoch bis Samstag ab 16 Uhr. Noch arbeitet Deibel allein, jedoch sei er händeringend auf der Suche nach Unterstützung.
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Die Vinothek in Regensburg hat er mittlerweile geschlossen. Personell und logistisch hätten die beiden Standorte nicht funktioniert, sagt Deibel, der sich in Langquaid „pudelwohl“ fühlt. Bei Behördengängen und den erforderlichen Genehmigungen habe er sehr viel Unterstützung von Seiten des Markts erfahren. Vieles sei auf dem kurzen Dienstweg gegangen. „Es war Chefsache.“
Markt und Einzelhändler sind vernetzt
Nicht immer knüpft der Bürgermeister so wie in diesem Fall die ersten Kontakte. Wenn nicht, dann sei er zumindest bei den Gesprächen dabei, sagt Blascheck, auch um zu unterstreichen, wie wichtig ihm das Zentrum sei.
Mittlerweile melden sich nicht nur Hausbesitzer beim Markt, die eine Fläche vermieten möchten, sondern auch viele Interessierte, die ein Büro oder einen Laden suchen. Das Leerstandsmanagement ende nicht mit dem Einzug, erklärt Blascheck. Markt und Einzelhändler seien in Langquaid stark vernetzt und er verweist auf die L-Kampagne.
Außerdem begleite der Markt beispielsweise erforderliche Umbauarbeiten und die Eröffnung. Wenn es zeitlich passt, dann will auch Stephan Deibel offiziell Eröffnung feiern, mit Musik und anwesenden Winzern. Doch noch laufe die Planung.
Das Anwesen „Obermünsterer“
Das Anwesen „Obermünsterer“ am Marktplatz wurde 1650 als Bauernhof, Gasthof und Brauerei errichtet. Das Anwesen gehörte zeitweise zum Kloster Geisenfeld und gelangte 1806 wieder in Privatbesitz. Viele Jahre gehörte es der Familie von Bürgermeister Josef Münsterer. Daher auch der Name.
2006 wurde es erneut verkauft und zwei Jahre später im Rahmen des Programms „Leben findet Innenstadt“ saniert und zur Einkaufspassage mit rund 40 Wohneinheiten umgestaltet.
