Schlamm statt Wasser: Der Alte Kanal bei Mühlhausen ist undicht

Wer aktuell den alten Kanal bei Mühlhausen betrachtet, der sieht kein Wasser, sondern eine schlammige Rinne. Und in der Tat: Der Erhalt des im Jahr 1846 eröffneten König-Ludwig-Kanals bereitet dem Wasserwirtschaftsamt Regensburg zunehmend Sorgen. Vor allem im Verlauf des südlichen Bereichs im Landkreis Neumarkt treten immer wieder Dichtheitsprobleme auf.
Thomas Plagemann, seit 1994 Sachgebietsleiter am Wasserwirtschaftsamt Regensburg, kennt den Kanal wie seine Westentasche. Dass immer wieder mal kleinere Dichtheitsprobleme an der Tagesordnung sind, ist nicht neu, sagt er. Diese hätten bisher mit Lehmabdichtung repariert werden können. Doch nun kommt der Klimawandel hinzu. Das zunehmend trockene und heiße Wetter setze dem Kanalboden zu, sagt Plagemann. Darum werde der Kanal auch verstärkt vom Flussmeisteramt Neumarkt kontrolliert.
Sanierung im Gemeindegebiet Mühlhausen nötig
Bereits im vorigen Jahr seien die Planungen für eine Sanierung im Bereich zwischen den Schleusen 28 und 29 auf einer Strecke von gut 500 Metern im Gemeindegebiet Mühlhausen angelaufen und würden nun umgesetzt.
Die Firma Kirsch aus Berching wurde beauftragt, alten Schlamm zu entfernen, den Boden mit Lehm neu abzudichten und so einen Bodenaustausch vorzunehmen, der eine deutliche Verbesserung bedeute und Abhilfe schaffe, so Plagemann. In diesem Zusammenhang sei es nötig, Wasser mit Hilfe einer Schlauchverbindung in den darunter liegenden Kanalbereich fließen zu lassen. Denn: Das Gefälle fehlt in diesem Bereich.
Mit ähnlichen Maßnahmen habe man bereits gute Erfahrungen gemacht. „Sie bestärken mich in der Hoffnung, auch diesmal erfolgreich zu sein“, so Plagemann. Wenn der Kanal vollkommen abgedichtet sei, könne er wieder lückenlos mit Wasser befüllt werden.
Doch was ist mit den Fischen, die normalerweise an dieser Stelle im alten Kanal schwimmen?
Fische mussten innerhalb des Kanals umgesiedelt werden
Der Fischereiverein habe sie in tiefere Bereiche des Kanals, in denen es ausreichend Wasser gibt, gebracht, so Plagemann.
Die Erhaltung dieser Wasserstraße, die auch ein wichtiges Naturdenkmal sei, liege ihm sehr am Herzen. Der Kanal wurde bis ins Jahr 1950 als schiffbare Wasserstraße genutzt und rückte anschließend immer mehr in den Fokus vom Freizeit und Tourismus. Mittlerweile sind hier zahlreiche Radfahrer auf dem ausgewiesenen „König-Ludwig-Radweg“, unterwegs, auch Wanderer oder einfach nur Erholungssuchende „entdecken den alten Kanal immer mehr als Erholungsort“, so Plagemann.
Der Kanal ist zwischen Kelheim und Bamberg 172 Kilometer lang, auf diesem Weg liegen um die 100 Schleusen. Die Sanierungs- und Abdichtungsarbeiten sollen im Herbst abgeschlossen sein.