Erneut Ärger unter Kommunen: Deining lehnt Windkraft-Pläne von Sengenthal ab

Von Michael Schrafl · 7. Juli 2023 um 04:45

Das Thema Windkraft hat die Gemeinderatssitzung in Sengenthal bestimmt – viel Zeit nahm die Behandlung der Stellungnahmen zur Teilflächennutzung „Windenergie“ in Anspruch.

Die Konzentrationszonen W1 und W2 befinden sich südwestlich von Winnberg und südwestlich von Weichselstein. Die Gemeinde Deining lehnt die im Teilflächennutzungsplan der Gemeinde Sengenthal als Konzentrationszone „Windenergie“ eingetragene Fläche entlang der Gemeindegrenze ab. Der Abstand zum Deininger Ortsteil Tauernfeld ab Gemeindegrenze betrage lediglich rund 1000 Meter und zu Leutenbach seien es rund 1250 Meter, begründet die Kommune Deining. Zudem plane die Firma Bögl auf dem Winnberg schon ein Windrad mit einer Gesamthöhe von 285 Metern.

Nicht verstehen könne es der Deininger Gemeinderat, dass Sengenthal das Flächen-Soll von 1,8 Prozent (51,4 Hektar) mit tatsächlichen 74,4 Hektar so großzügig überschreite. Deinings Bürgermeister vermisst ein Gemeindegrenzen überschreitendes Entwicklungskonzept, hieß es in der Stellungnahme.

Windkraft: Gemeinderat Sengenthal lehnt Einwände aus Deining ab

Der Gemeinderat Sengenthal lehnte bei seiner Sitzung die Einwände der Gemeinde Deining einstimmig ab und hält an der Planung fest. Nach Auffassung der Gemeinde Sengenthal liegen die Abstände zu dem Deininger Ortsteilen deutlich über den in der Potenzialanalyse und in den Kriterien des Regionalen Planungsverbandes festgelegten Mindestabständen. Damit würden aus Sicht der Gemeinde Sengenthal die Belange zum Schutz der Wohnbevölkerung auch in der Nachbargemeinde Deining ausreichend berücksichtigt.

Wie Bürgermeister Werner Brandenburger bei der Sitzung ausführte, zeichne sich die Gemeinde Sengenthal durch ihre Lage am Albtrauf durch eine besonders gute Eignung für die Nutzung von Windenergie aus. Daher sei auch eine Ausweisung von Windenergiegebieten „etwas über dem Mindestsollwert“ von 1,8 Prozent sinnvoll. Außerdem dürfe es auch im Interesse der Gemeinde Deining liegen, die negativen Folgen – die vollständige Privilegierung – zu vermeiden, falls der Flächenbeitragswert regionsweit nicht erreicht werde. Die Gemeinde halte daher an der vorliegenden Planung fest, so Brandenburger.

Das Wasserwirtschaftsamt wies darauf hin, dass die Konzentrationszonen im Wasserschutzgebiet liegen, hier aber Windkraftanlagen nicht grundsätzlich ausgeschlossen seien und daher einer Einzelprüfung im Rahmen einer Befreiung von der Wasserschutzverordnung notwendig sei. Die Naturschutz- und Umweltschutzabteilung am Landratsamt und der Bund Naturschutz wiesen auf den notwendigen Schutz der dort vorkommenden Vogelwelt hin. Zur Rohstoffsicherung der Kalke in den Vorranggebieten für Bodenschätze wurde vorgeschlagen, die Südgrenze der geplanten Konzentrationszone im Süden um 300 Meter nach Osten zu verschieben.

Alle Grundstücke in Sengenthal sollen mit einer Vermessungsdrohne beflogen werden

Weiter informierte Bürgermeister Werner Brandenburger darüber, dass im ganzen Gemeindegebiet alle bebauten und bebaubaren Grundstücke mit einer Vermessungsdrohne beflogen werden. Das Vorhaben dient der Ermittlung der Grundstücks- und Geschossflächen für die Neukalkulation der Herstellungs- und Verbesserungsbeiträge für Wasser und Abwasser. Diese sei auf Grund gesetzlicher Vorgaben in regelmäßigen Abständen durchzuführen. Die Aktion erfolge unter Aufsicht der Gemeinde. Die Aufnahmen der Drohne zeigen keine personenbezogenen Daten. Auch die Gemeinde Berngau lässt mit einer Drohne Grundstücke überfliegen – dort hatte es bereits kritische Nachfragen gegeben.

Die nächsten Termine in Sengenthal sind: Am 21. Juli feiert die Grundschule Sengenthal ihr 70-jähriges Bestehen. Am Nachmittag des 29. Juli veranstaltet die örtliche Kinderarztpraxis einen „Tag der offenen Tür“. Derzeit finden am Baggersee an mehreren Tagen Veranstaltungen des Circus Sambesi statt.