Nächster Schritt zum Bürgersaal: Gemeinderat Sengenthal beauftragt Architekturbüro

Von Michael Schrafl · 5. Juli 2023 um 18:45

Mit zehn zu sechs Stimmen hat der Gemeinderat beschlossen, das Büro Dömges Architekten AG aus Regensburg und damit den dritten Preisträger des Architektenwettbewerbs den Auftrag zur weiteren Bearbeitung der Entwicklung der Ortsmitte zu erteilen. Vier Räte äußern derweil Kritik an den Plänen.

Der Gemeinderat folgte damit der Empfehlung des Auswahlgremiums im VgV-Verfahren. Das Büro Dömges Architekten war sowohl in der Bereitschaft zur entwurflichen Weiterentwicklung, in den Aussagen zur Projektumsetzung wie auch im Honorarangebot das überzeugendste Angebot, hieß es bei der Sitzung. Im Verhandlungsgespräch war das Büro mit der höchsten Punktzahl (420) bewertet worden. Die beiden ersten Preisträger kamen auf 405 bzw. 395 Punkte.

Architekturbüro lässt Hinweise der Sengenthaler Bürger in Planungen einfließen

Wie Verfahrensbetreuerin Stephanie Utz von der Sinnwerkstadt Regensburg bei der Sitzung berichtete, hatten die drei Preisträger des Architektenwettbewerbs in getrennten Verhandlungsgesprächen mit Mitgliedern des Preisgerichts, mit sachverständigen Beratern, Vertretern der Gemeinde und der Verwaltung sowie zwei Bürgerinnen dargelegt, wie sie mit den Hinweisen des Preisgerichts und der Bürgerschaft umgehen und in die weitere Planungen einfließen lassen.

Geklärt wurden Fragen zur konkreten Planungsaufgabe, zur Projektumsetzung und die Honorarfrage. Zunächst erhält das Büro den Auftrag, die Planungsleistung inklusive Leistungsphase drei zu erbringen.

Diese beinhalte die Erarbeitung der Entwurfsplanung unter weiterer Berücksichtigung der wesentlichen Zusammenhänge, Vorgaben und Bedingungen, zum Beispiel städtebauliche, funktionale, technische, wirtschaftlich, ökologische oder soziale. Die Leistungsphase drei beinhaltet auch eine Wirtschaftsberechnung und eine vertiefte, konkrete Kostenberechnung.

„Sollte man nach der dritten Leistungsphase feststellen, dass die Kosten davonlaufen, so kann die Gemeinde das Vorhaben selbstverständlich stoppen“, gab Stephanie Utz den Gemeinderäten zu verstehen.

Baukörper, Kosten, Mensa: Kritik aus dem Sengenthaler Gemeinderat

Weitere Planungsleistungen stehen wie bereits im Auslobungstext zum Wettbewerb wie auch im VgV-Verfahren unter dem Vorbehalt der „Entwicklung der finanziellen Situation der Gemeinde, der Förderfähigkeit der Maßnahmen und unter dem haushaltsrechtlichen, damit auch vergaberechtlichen Vorbehalt“.

Die Gemeinderäte Martin Panzer, Jonas Fersch, Günter Seitz und Stephan Kratzer äußerten sich kritisch, was den kompakten Baukörper, die zu erwartenden Kosten, die notwendige Größe der Mensa und den Lärm betreffe.

Wie Bürgermeister Werner Brandenburger erklärte, machten ein Bodengutachten wegen des Grundwassers für die geplante Tiefgarage und ein weiteres schalltechnisches Gutachten erst Sinn, wenn die konkrete Planung nach der Leistungsphase drei vorliege.

Die Verwaltung der Kommune wurde beauftragt, den Vertrag mit dem Planungsbüro Dömges Architekten AG auszuarbeiten und nach Ablauf der 15-tägigen Frist den Auftrag zunächst bis zur Leistungsphase 3 zu erteilen.