K+B expert und Wanninger legen Bekenntnis zum Standort Bad Kötzting ab

Von Stefan Weber · 3. Juli 2023 um 05:00

In diesen Tagen sind es oft die Nachrichten über Unternehmen, die in Schwierigkeiten geraten: Konkurrenz im Internet, steigende Inflation, verändertes Konsumverhalten der Kunden. Da ist es eine gute Nachricht, dass K+B expert als großer Elektronik-Fachmarkt weiter seiner bisherigen Philosophie folgt.

Er verkündet nicht nur, dem Standort in Bad Kötzting treu bleiben zu wollen, sondern stellt auch gleich noch eine halbe Million Euro an Investitionen in Aussicht.

Franz Wanninger junior und Josef Kappenberger jun., der eine 47, der andere 30 Jahre alt, laden zum Gespräch in das Lokal im obersten Stock des Möbelhauses Wanninger. Seit 2005 hat sich K+B im Untergeschoss des 15 000 Quadratmeter großen Möbelhauses eingemietet – und das wird auch noch länger so bleiben.

Es braucht starke Partner

Vor rund 40 Jahren hatte Franz Wanninger (senior) hier den ersten Baumarkt im Bayerischen Wald mit modernem Straßensystem eingeführt, erinnert sich der Sohn noch heute. Der betreibt neben dem Möbelhaus in seiner Heimatstadt auch noch eines bei Straubing, wo er auch wohnt. Josef Kappenberger hat erst vor gut drei Jahren die Führung des Unternehmens mit seinen rund 800 Mitarbeitern an acht Standorten in Deutschland übernommen. Nun soll alles neu werden in der Niederlassung in Bad Kötzting – von der Einrichtung bis zum Sortiment. „CDs haben wir schon vor drei Jahren rausgenommen, die kauft niemand mehr“, sagt Kappenberger. Dafür werde der Anteil der Kaffee-Vollautomaten mit der nun anstehenden Investition weiter erhöht, ebenso wie etwa das Angebot an E-Rollern.

Der Anlass bringt es mit sich, dass beide schnell über die Zukunft des stationären Handels sprechen, an den die Unternehmer beide glauben. Wanninger ist froh, am Standort in Bad Kötzting, fernab der Oberzentren, einen starken Partner im Möbelhaus mit im Boot zu haben. „Bad Kötzting ist immer noch einer der stärksten Einkaufsstandorte im Bayerischen Wald“, sagt er.

Das sieht auch Josef Kappenberger so – jedenfalls hatten beide nicht darauf gewartet, bis der Mietvertrag auslief, sondern machten sich bereits weit davor Gedanken, wie der Standort weiterentwickelt werden könnte. „Der Kunde muss heute einen klaren Mehrwert im Vergleich zum Internet haben“, zeigt er sich überzeugt. Dazu gehöre natürlich der Service eines geschulten Fachpersonals, aber eben auch, dass der Kunde sich wohlfühle, wenn er oder sie den Laden betreten. Beratung als Kaufargument, das kennt auch Franz Wanninger bei den Möbeln. Überhaupt sei der Entschluss für den Erhalt des Standortes auch dadurch zustande gekommen, weil Kappenberger der Überzeugung ist, dass das Hoch des Online-Handels überschritten sei.

Vermieter muss mitmachen

Beide Unternehmer sehen selbst die steigende Zahl von Leerständen, auch in Bad Kötzting. „Eine Stadt kann aber nur als Ganzes funktionieren und muss sowohl im Innenstadtbereich als auch in der Peripherie attraktiv bleiben“, sagt Franz Wanninger. Auch darum freue er sich über die Entscheidung Kappenbergers, nicht nur am Standort bleiben zu wollen, sondern auch zu investieren.Wanninger zeigt sich aber auch überzeugt davon, dass das eine Gemeinschaftsleistung sein müsse, bei der auch Vermieter gefordert seien. „Der muss nicht immer gleich eine goldene Nase dabei verdienen“, sagt er und versichert, dass auch er bei der Verlängerung mit Kappenberger dem Elektronik-Fachhändler entgegengekommen sei.

Für den beginnt die „heiße Phase“ ab Mittwoch mit dem Räumungsverkauf. Dauern werde der Umbau im laufenden Betrieb bis Ende September, also drei Monate. Zeitgleich wird K+B auch in einem weiteren Markt modernisieren, kündigt Kappenberger an.

Die beiden Unternehmen werben seit 2005 gemeinsam über dem Haupteingang.