Hinter den Kulissen: Beim Festspiel „Vom Hussenkrieg“ liegen Maske und Kostüme in neuen Händen

Wenn 130 Akteure beim Festspiel „Vom Hussenkrieg“ in Neunburg auf der Bühne stehen, braucht es hinter den Kulissen viele helfende Hände. Kostüme, Maske, Requisiten – alles muss bis zur Premiere am 7. Juli passen.
Für das Publikum einer Theateraufführung oder eines Festspiels zählt in erster Linie, was ihm auf der Bühne von den Darstellern geboten wird. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, bedarf es allerdings hinter den Kulissen eines großen Aufwands und vieler helfender Hände. Das gilt umso mehr, wenn rund 130 Mitwirkende allein auf der Bühne agieren, wie bei der Neuinszenierung des Festspiels „Vom Hussenkrieg“.
Die große Zwangspause durch die Pandemie hat ihre Spuren nicht nur unter den Darstellern, sondert auch bei den Kräften hinter der Bühne hinterlassen. Bei den Verantwortlichen dort hat es allerdings nur zwei größere Wechsel ergeben.
Die frisch gebackene Abiturientin Alexandra Pogoda ist für die Maske zuständig
So hat jetzt Alexandra Pogoda den umfangreichen Bereich „Maske“ übernommen. Für die frisch gebackene Abiturientin, die in die Fußstapfen von Beate Mardanow getreten ist, war der Einstieg nicht ganz leicht. Über entsprechende „berufliche Erfahrung“ verfügte sie natürlich nicht, besitzt aber dafür die Fähigkeit, sich der Dinge schnell anzunehmen.
„Tatsächlich war es so, dass sich niemand recht an die Aufgabe herantraute. Nach viel gutem Zureden von Seiten der Vorstandschaft hab ich zugesagt“, erzählt sie jetzt. Ihren ersten größeren Einsatz hatte sie beim Video-Dreh für den Festspieltrailer. Dabei sei sie aber noch von Beate Mardanow unterstützt worden. Hilfreich sei natürlich der riesige Karteikasten, in dem alle Figuren und Charaktere der 40 Jahre Festspielzeit auf Fotos verewigt wurden.
Darin, ebenso wie an den großen Bildern an den Wänden der „Schminkstube“, würden auch die Entwicklungen und die Einflüsse der vier ehemaligen Regisseure deutlich. Natürlich stand Alexandra Pogoda in engem Dialog mit Regisseurin Karin Michl, die wieder ein anderes Konzept verfolge. „Sie möchte die Maske deutlich weniger als bei Nicol Putz, aber etwas mehr als bei Cornelius Gohlke“, erklärt Pogoda. Ihr stehen insgesamt zehn Helfer und einige Springer aus den Reihen der Darsteller zur Seite. Wichtig sei, dass der Zeitplan für die einzelnen Rollen genau eingehalten werde.
Diana Mazurek kümmert sich um die Kostüme
Ebenfalls neu ist Diana Mazurek in der Verantwortung für die Kostüme. Ansonsten gehört sie schon viele Jahre dem Ensemble an, vor allem im Bereich Tontechnik, wo sie Wolfgang Gressl unterstützte, und in der Maske. Sie trat jetzt die Nachfolge von Sieglinde Palmer an. „Ich wurde auch ein bisschen überrumpelt mit der Aufgabe“, gesteht sie mit einem Lachen. Sie war zu Beginn der Pandemie aufgefallen, als sie unter anderem für die Stadt fleißig Masken genäht hatte. Inzwischen sei sie gut eingearbeitet und mache die Arbeit auch gerne.
Eine besondere Herausforderung sei der Kostümwechsel, der aufgrund der neuen „Zeitsprünge“ immer wieder nötig sei. Dadurch hätten manche der Hauptakteure jetzt bis zu drei Kostüme. Neu hinzugekommen seien unter anderem ein Bettler und ein Feuerspucker. Natürlich gebe es immer wieder Reparaturbedarf, vor allem bei den schon etwas in die Jahre gekommenen Kostümen.
So recht weiß Norbert Jonas, für Insider nur „der Jones“, nicht mehr, wie lange er schon die Requisiten betreut. „Es müssen 25 oder 30 Jahre sein“, meint er im Gespräch. Auf der Bühne gehörte er zu den Hussiten auf Beutezug.
Seine neueste Errungenschaft ist „Hildegard 2“, die Zielscheibe, auf die sich die Bogenschützen vor der Schlacht einschießen. Sie ersetzt aus Sicherheitsgründen „Hildegard“, die noch aufwendig aus Stroh gefertigt worden war. Die „Neue“ besteht jetzt aus einer Bogenscheibe, die der Stärke der Langbögen angepasst ist. In seinem Lager findet sich alles, vom künstlichen Obst bis zum riesigen Ratstisch oder den Pferdewagen der Hussiten, alles in allem mehr als 350 Einzelteile, die in der eigenen Werkstatt auch in Schuss gehalten werden. „Herr über Licht und Ton ist nach wie vor Wolfgang Gressl.
Ausschließlich Pyrotechnik macht nun Georg Schmid, der nicht mehr als Ott Ostmann agiert. Ihm stehen zwei Helfer zur Seite, die mittlerweile die Ausbildung zum Pyrotechniker durchlaufen.


