Stadt Schwandorf bekräftigt: Bahnhalt in Klardorf soll kommen

Von Johannes Hartl · 27. Juni 2023 um 17:11

Die Stadt Schwandorf will einen Bahnhalt für Klardorf. Erst Ende April fasste der Stadtrat einen entsprechenden Beschluss. Jetzt schlug das Thema erneut auf, denn es gibt eine erste Rückmeldung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG).

Wie aus dem Schreiben hervorgeht, ist die „Machbarkeit eines neuen Bahnhaltepunktes in Klardorf“ bereits einmal untersucht worden, nämlich für das Gutachten „SPNV-Konzept Regensburg“. Das Ergebnis damals: Eine Station in Klardorf erreiche „keinen positiven volkswirtschaftlichen Nutzen“. Daher wurde die Idee nicht weiterverfolgt.

Doch in der Zwischenzeit, so schreibt es die BEG, hätten sich die Bewertungsmaßstäbe geändert, was den „volkswirtschaftlichen Nutzen von Schienenverkehrsprojekten“ angeht. Deswegen könne die BEG anbieten, eine erneute Prüfung nach den neuen Regeln durchzuführen.

Bahnhalt muss an nötige Infrastruktur angeschlossen werden

Allerdings braucht es dafür eine „schriftliche Willensbekundung“ von der Stadt und dem Landkreis Schwandorf, der Aufgabenträger für den Öffentlichen Personennahverkehr ist. Die Stadt soll sich also nicht nur „konstruktiv in die Projektabstimmung“ einbringen, sondern auch „erforderliche kommunale Umfeldmaßnahmen“ leisten. Dazu gehört, den Bahnhalt ins öffentliche Straßen- und Wegenetz zu integrieren, die nötige Infrastruktur wie Bushaltestellen, Park-and-Ride-Parkplätze oder Fahrradstellplätze zu schaffen und das Umfeld rund um die Station barrierefrei zu gestalten.

Zudem müsste die Busanbindung gemeinsam mit dem Landkreis angepasst und neu ausgerichtet werden, wie es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat heißt. Für die notwendigen Arbeiten hat die Stadt bereits die voraussichtlichen Kosten berechnen lassen. Die Schätzung beläuft sich aktuell auf 158.000Euro. Der größte Punkt wäre mit 70.000 Euro die barrierefreie Bushaltestelle mit Wartehäuschen sowie der Abbruch der Laderampe neben der Bahntrasse, der 40.000 Euro beträgt. Dieser Abbruch wäre nötig, um eine ebene Fläche zu schaffen.

Darüber hinaus sind die Fahrradstellplätze mit Fahrradbügeln samt Überdachung mit 30.000 Euro und die Parkplätze mit 18.000 Euro veranschlagt. Der Vorteil: Der Platz westlich der Bahntrasse ist bereits asphaltiert, sodass er laut Beschlussvorlage schnell angepasst und als Parkplatz ausgewiesen werden könnte.

Stadt Schwandorf hat noch keinen Einblick in den Trassenbau

Bisher sind die Kosten aber keine fixe Größe. Wenn es bauliche Maßnahmen an der Bahntrasse Schwandorf-Regensburg gibt oder Anpassungen am Bahnübergang in Klardorf, dann könnte sich die Situation vor Ort ändern. Das wiederum könnte die Kosten für die „kommunalen Umfeldmaßnahmen“ verändern. Wie Klimaschutzmanager Johannes Stapf auf Nachfrage von CSU-Fraktionschef Andreas Wopperer erklärte, habe die Stadt bisher nämlich keinen Einblick in die Planungen für den Trassenausbau der Deutschen Bahn.

„Wir müssen nicht nur einen Bahnhalt fordern, sondern auch ein paar Hausaufgaben machen“, fasste Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) den Beschluss zusammen. Wie schon im April, gab das Gremium auch diesmal einstimmig grünes Licht.

Die Stadt erhofft sich von dem Bahnhalt eine Entlastung des Schwandorfer Bahnhofs und der dortigen P+R-Anlage, hieß es bei der Stadtratssitzung im April. Wie berichtet, soll so das Mobilitätsangebot deutlich verbessert werden. Insgesamt könnten 1600 direkte Anwohner und über 5000 Menschen in den angrenzenden Gemeinden von dem Halt profitieren.

Mit der Willensbekundung der Stadt ist es aber nicht getan. Auch der Landkreis muss noch einen entsprechenden Beschluss fassen, bevor die BEG in eine neue Prüfung einsteigt.