Blaskapelle Heinrichskirchen feierte ihren 30. Geburtstag – Jugendarbeit wird gelobt

Von Mittelbayerische Zeitung · 26. Juni 2023 um 19:00

Der Teufel könnte laut Hildegard von Bingen nicht in der Blaskapelle St. Nikolaus Heinrichskirchen mitspielen, denn er kann nicht singen. Singen und Musizieren seien Gaben, die Gott den Menschen schenke.

Das stellte Stadtpfarrer Alexander Dyadychenko beim Festgottesdienst anlässlich des 30. Geburtstages der Heinrichskirchner Blaskapelle fest. Musik sei geprägt von hohen und tiefen Tönen und lebe davon, dass sich die Musiker und Sänger einem gemeinsamen Rhythmus anpassten, aufmerksam zuhörten, um ihren Einsatz nicht zu verpassen. „Alles Gaben, die nur Gott den Menschen schenken kann, damit gemeinsam eine Melodie erklingen kann.“

Musik liegt in Heinrichskirchen in der Luft

Vor der Jubiläumsfeier trafen sich die Musiker mit Pfarrangehörigen in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Der heilige Nikolaus ist Patron des Gotteshauses und Namensgeber für die Blaskapelle. Im Festgottesdienst gedachte man der verstorbenen Mitglieder und übernahm den musikalischen Part.

„Heute liegt Musik in der Luft“, sagte der Geistliche. Vor dem Altar waren Musikinstrumente, Notenblätter und die Zahl 30 aufgebaut. An diesem Sonntag wolle man nicht nur den runden Geburtstag der Blaskapelle feiern, man denke auch 30 Jahre zurück an die Zeit, in der Pater Vetter den Anstoß gegeben hatte, eine Blaskapelle zu gründen und diese in das kirchliche Geschehen mit einzubeziehen. „Eine Blasmusik ist nicht nur dazu da, auf Festen aufzuspielen, sondern sie ist einfach prädestiniert, einen Gottesdienst besonders feierlich zu gestalten“, stellte Dyadychenko fest.

„Wir alle mögen Musik: zu Hause, unter der Dusche, im Chor.“ Musik bereite den Menschen Freude. Sie sei eine Möglichkeit, Freude, Dank, Trauer und Hoffnung zum Ausdruck zu bringen. Bereits in früherer Zeit hätten Menschen im Gottesdienst gesungen und getanzt. Für ihn, so Dyadychenko, besitze die Musik spirituelle Kraft und diene als Mittel, um das Göttliche zu verstehen. Eine große Herausforderung sei es, in einer Blaskapelle mitzuspielen. Hier zähle das Miteinander und man müsse lernen, dass man nicht immer die erste Geige spielen könne. Nur gemeinsam könne man eine Melodie erklingen lassen. Musik verkünde das Evangelium, stütze die Gemeinschaft der Glaubenden, in der Musik spreche Gott vom kommenden Reich zu den Menschen, lobe man Gott mit allen Sinnen und Gottes Geist befreie zu einem erfüllten Leben.

Menschen, die aus Gottes Geist leben, setzten sich ein für Frieden und Gerechtigkeit, ließen sich nicht entmutigen und schauten nach vorne. Handle man nach Jesu Vorbild, werde es mit der Blaskapelle noch viele Jahrzehnte mit Vollpower und jugendlichem Elan so weiterlaufen.

Für Landrat Franz Löffler ist ein Gottesdienst, den eine Blaskapelle musikalisch gestaltet, ein Glücksmoment und bereichere das Leben. In unserer modernen Zeit gebe es eigenartige Strömungen. So wurde überlegt, ob es noch zeitgemäß sei, dass auf Festen abends ein Blaskapelle spiele. Dabei mache das doch die Kultur und die Musik unsere Heimat aus. Doch das scheine in Vergessenheit geraten zu sein. Die Heinrichskirchner Blaskapelle habe als Namen den des Kirchenpatrons angenommen, der sie seit nunmehr 30 Jahren begleite. Er gratuliere und danke den Musikern für ihr Engagement. An die Gesellschaft richte er die Bitte, dieses zu respektieren und an Veranstaltungen teilzunehmen, um damit die Arbeit der Blaskapelle zu honorieren. Als kleines Dankeschön überreichte er einen finanziellen Obolus.

Gemeinsam zogen dann die örtlichen Vereine, angeführt von der Blaskapelle, von der Mess‘ zur Maß zum gemeinsamen Weißwurstfrühschoppen beim Pfarrheim. Hier oblag es der Vorsitzenden der Musikkapelle, Maria Schmidt, die vielen Gäste willkommen zu heißen. Die Blaskapelle, 1993 auf Wunsch des Geistlichen Vetters gegründet, habe sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu einem stattlichen Verein gemausert. Sie dankte allen ehemaligen Vorsitzenden und Musikern, die sich jahrelang für ihren Verein eingesetzt haben.

Bürgermeister Stefan Spindler merkte an, dass es an einem Jubiläum angesagt sei, auch in die Vergangenheit zu blicken. Mit seinen 50 Aktiven und 80 Fördermitgliedern stehe die Blaskapelle St. Nikolaus gut da. Er lobte die Entscheidung, mit der Landkreismusikschule zusammenzuarbeiten. Die Verantwortlichen hätten rechtzeitig die Weichen gestellt und auf die Jugend gesetzt, ein Weg, der sich als Erfolgsgarant erweise.

Gerhard Engel, Bezirksvorsitzender und Vizepräsident im Nordbayerischen Musikbund, hatte einen Blick in die Chronik geworfen und festgestellt, an wie vielen Veranstaltungen die Heinrichskirchner teilnehmen. Besonders hob er den Weitblick hervor, ein Nachwuchsorchester gegründet zu haben. Dies sei eine seltene Eigenschaft. Auch die Zusammenarbeit mit der Landkreismusikschule sei besonders hervorzuheben. Engel überreichte an Schmidt einen Scheck, der zur Anschaffung von Notenblättern verwendet werden soll.

Der Nachwuchs unterhielt die Gäste

Am Nachmittag unterhielt das Nachwuchsorchester die Gäste, die es sich bei Kaffee, Kuchen und guter Musik gut gehen ließen. In den Pausen konnten nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene die einzelnen Instrumente, die in einer Blaskapelle gespielt werden, ansehen und ausprobieren. Dabei stellte sich heraus, dass durchaus das eine oder andere Talent dabei war.

wbfDas Jubiläum:Anfänge: Seit 30 Jahren gibt es die Heinrichskirchner Blaskapelle. 1993 gegründet, hat sie sich kontinuierlich vergrößert, sorgt sich um den Nachwuchs und bringt sich auch in die Landkreismusikschule Cham ein. Fest: Ihr Jubiläum feierten die Musiker am Sonntag im Garten des Pfarrheims in Heinrichskirchen. wbf

Mit dem großen Te Deum endete der Festgottesdienst zum 30-jährigen Bestehen der Blaskapelle St. Nikolaus.
Landrat Franz Löffler überreichte der Vorsitzenden Maria Schmidt einen finanziellen Obolus.
Als wahres Talent erwies sich Johannes. Die Tuba gab einwandfreie klare Töne wider.
Den Nachmittag der Veranstaltung in Heinrichskirchen gestaltete das Nachwuchsorchester.