Auf dem Fürstenkasten in Rötz werden fleißig Vorab-Flugübungen gemacht

Von Stefanie Bauer · 24. Juni 2023 um 11:00

Letztes Jahr waren es drei Jungstörche im Horst auf dem Fürstenkasten gewesen. Und auch an ein Jahr, in dem es einmal vier Jungtiere gegeben hatte, kann Gastwirtin Erna Sturm sich erinnern. Wie jedes Jahr hat sie ein Auge auf die Rötzer Störche.

Heuer sind es nun tatsächlich fünf Jungstörche, die gerade fleißig dabei sind, Vorab-Flugübungen im Nest abzuhalten. Eines der Tiere müsse wohl etwas später geschlüpft sein als die anderen vier, vermutet Erna Sturm, denn er sei etwas kleiner als die anderen und auch später aufgestanden im Nest.

Mitte Februar eingezogen

Schon Mitte Februar hatte das Storchenmännchen das Nest auf dem Fürstenkasten bezogen, zwei Wochen später kam das Weibchen dazu. Ob es sich um dieselben Störche wie im vergangenen Jahr handelt, kann man nicht sicher sagen, und auch nicht, wo sie den Winter verbracht haben, da die Störche nicht beringt sind.

Im Frühjahr waren die beiden Störche dann mit Balzen und ihrem Hochzeitsflug beschäftigt und sind ausgeflogen, um fleißig Äste zu sammeln, mit denen sie ihr Nest ausgebaut und ausgebessert haben.

Ende April geschlüpft

Mit dem Eierlegen sei das Weibchen heuer relativ früh dran gewesen, berichtet Erna Sturm; der Grund könne vielleicht sein, dass der vergangene Winter nicht zu allzu kalt gewesen sei. Ende April sind dann die Jungen geschlüpft. „Letztes Jahr waren sie später dran“, erinnert sich die Gastwirtin.

Allzu ruhig hatten die Rötzer Jung- und Altstörche es dann nicht: Immer wieder hätten andere Altstörche versucht, ihnen ihr Nest auf dem Fürstenkasten streitig zu machen. „Die Jungen haben sich dann ins Nest geduckt und die Alten haben ihr Domizil verteidigt.“ Der jüngeren Generation lassen sie aber freiwillig den Vortritt: Nachts sitzen die Altstörche nun auf der anderen Seite des Fürstenkastens, in Blickrichtung zur Pfarrkirche. Zum jetzigen Zeitpunkt hätten andere Störche wohl keine Chance mehr, das Nest für sich zu erobern.

„Jetzt werden sie bald abfliegen“, ist Erna Sturm sich sicher. Denn auch der Kleinste der fünf Jungstörche mache bereits fleißig seine Flugübungen. „Hoffentlich füttern die Alten ihn noch eine Weile, weil er noch ein bisschen Zeit braucht.“ Die Altstörche versorgen ihren Nachwuchs in der Regel so lange, bis diese fliegen können. Im Moment werden die Jungtiere noch ausgezeichnet von ihren Eltern versorgt, hat Erna Sturm beobachtet: „Die fressen alles, was sie gebracht bekommen: Fische, Frösche, Schnecken, Schlangen, Käfer – alles, was die Altstörche finden.“

Weißstorch-Schutzprogramm einer der größten Erfolge Bote: Der Weißstorch gilt als Glücksbringer, Frühlingsbote und Überbringer des Nachwuchses.

Schutz: In Bayern startete der LBV 1984 das Weißstorch-Schutzprogramm – nach eigener Angabe einer seiner größten Erfolge. Für die Storchennester sind rund 300 ehrenamtliche LBV-Horstbetreuer zuständig.

Quelle: LBV