Schweres Gerät im Einsatz: Markt Langquaid baut neuen Tiefbrunnen

Von Alexandra Nurtsch · 24. Juni 2023 um 15:00

Der Markt erschließt im Labertal Trinkwasservorkommen in 46 Metern Tiefe. Ende des Jahres soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Dann stehen schon die nächsten Arbeiten an.

Immer wieder bleiben Fußgänger und Radlfahrer auf ihrem Weg durchs Labertal stehen und bestaunen das schwere Kelly-Bohrgerät, dass sich dort seit einer Woche Meter für Meter in die Tiefe gräbt. Der Markt Langquaid baut dort unweit des Wasserwerks einen neuen Tiefbrunnen. Dass dies keine alltägliche Baustelle ist, zeigen auch die Vorarbeiten. Zwei Jahre habe beispielsweise das Genehmigungsverfahren gedauert, sagt Bürgermeister Herbert Blascheck.

Bald ist der Grundwasserleiter in einer Tiefe von 46 Metern erreicht. Dann werden die Filter- und Stahlrohre eingesetzt und die Pumpversuche können starten. „Die dauern etwa eine Woche“, sagt Lukas Tafelmeier, Junior-Chef der Tafelmeier Tiefbrunnen-Bau. Er sitzt am Steuer des 150 Tonnen schweren Geräts, das bis zu einer Tiefe von 60 Metern bohren kann.

Mächtige Tonschicht als Schutz

Das unter dem Areal ausreichend Wasser vorhanden ist, haben Probebohrungen im Sommer 2021 gezeigt. Der große Vorteil sei, dass über dem Grundwasserleiter eine zwölf Meter mächtige Tonschicht liege. Diese verhindere, dass Pflanzenschutzmittel oder Nitrat in das Grundwasser gelangen, erklärt der Leiter des Langquaider Wasserwerks, Martin Streit, die hohe Qualität des Trinkwassers. Im Wasserwerk wird es mit Sauerstoff aufbereitet und spezielle Kiesfilter entziehen ihm Mangan und Eisen. So kommt das Trinkwasser völlig unbehandelt beim Verbraucher an.

Ende Juli will die Firma aus Erding mit ihren Arbeiten fertig sein. Dann werden die Leitungen über öffentliche Wege zum Wasserwerk verlegt. Bis Ende des Jahres soll die Maßnahme laut Blascheck abgeschlossen sein. Insgesamt sind für das Projekt Kosten von rund 600.000 Euro kalkuliert.

Der zweite Brunnen wird nicht gebaut, um mehr Wasser zu fördern, sondern um den Tiefbrunnen I, der 1959 errichtet wurde, zu entlasten. 2019 wurde er regeneriert, um die Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten. Man müsse auf eine wirtschaftliche Wasserentnahme achten, sagt Streit. Denn werde zu viel Wasser gefördert, gelangten Fremdstoffe in die Filterrohre. „Dann lässt die Leistung des Brunnens nach.“

Hochbehälter zu klein

Der neue Tiefbrunnen ist eines von mehreren Projekten im Bereich der Trinkwasserversorgung. Das Wasserwerk, das in den 60er Jahren gebaut wurde, muss in den nächsten Jahren modernisiert werden. Auch beim Hochbehälter, der sich auf einer Anhöhe zwischen Herrngiersdorf und Tiefenbach befindet, stehen Arbeiten an. Mit einem Fassungsvermögen von 500 Kubikmetern Wasser ist er mittlerweile zu klein. „Entsprechende Konzepte werden gerade erarbeitet“, erklärt Blascheck.

Bereits installiert wurde indes die PV-Anlage auf dem Dach des Wasserwerks im Rahmen der Ausbauoffensive des Markts. Der Stromspeicher fehlt noch. Auch für die Notstromversorgung ist alles vorbereitet. Hier wartet der Markt noch auf das Aggregat.

Einblick in das Langquaider Wasserwerk: In den nächsten Jahren soll es modernisiert werden.