Marode Brücken in Regensburg: Ab 2024 ist der Osten dran

Von Juliana Ried · 21. Juni 2023 um 05:00

Die Stadt Regensburg reißt drei Brückenbauwerke im Osthafen ab und baut sie neu. 2025 sperrt sie den Odessa-Ring, um gleich sechs Brücken instand zu setzen. Denn derzeit ist es dort „nicht mehr sicher“, so die OB.

In diesem Sommer sperrt die Stadt mit Kumpfmühler Brücke und Nibelungenbrücke zwei Knotenpunkte; im Süden baut sie die Kreuzung um, im Norden saniert sie die Fahrbahn. Noch größere Brocken hat sie vor sich: Wie der Planungsausschuss des Stadtrats am Dienstag einstimmig beschlossen hat, hat sich die Stadt für 2024 und 2025 neun Brücken im Osten vorgenommen. Die werden sie ein Vielfaches der zwei Großbaustellen 2023 kosten.

2024 soll die Osthafenstraße dran sein. Dort überspannen drei Brücken von 1960 die Gleisanlagen des Bayernhafens. „Durch Schäden an den Stützen ist die Tragfähigkeit so weit eingeschränkt, dass keine Schwertransporte mehr über diese Brücken fahren können“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Stadtrat. Überhaupt rücke das Ende der Lebensdauer dieser Bauwerke näher, sie entsprächen nicht mehr den heute gültigen technischen Vorschriften. „Die Brücken müssen daher auf absehbare Zeit erneuert werden.“ Das soll voraussichtlich 2024 passieren.

Einmündung Osthafenstraße – Äußere Wiener Straße ist Unfallschwerpunkt

Dabei will die Stadt die Straße auch sicherer machen. Derzeit nämlich sei die Einmündung Osthafenstraße – Äußere Wiener Straße ein Unfallschwerpunkt; das soll sich mit dem Umbau zu einer abknickenden Vorfahrtsstraße ändern. Die Fahrbahn selbst soll mit einer Breite von 7,50 Metern einen Meter schmäler werden, damit mehr Platz für Fußgänger und Radler bleibt: Die müssen sich dann einen Geh- und Zweirichtungsradweg für beide Seiten teilen. Insgesamt will die Stadt in den Umbau der Osthafenstraße samt Abriss und Neubau der drei Brücken circa zwölf Millionen Euro investieren, wobei sich Bayernhafen und Freistaat beteiligen.

2025 macht die Stadt mit sechs Brücken weiter, die Teil des Odessa-Rings sind, einer der wichtigsten Verkehrsschlagadern der Stadt: Sie will die Schwabelweiser Donaubrücke sowie zwei diese flankierende „Vorlandbrücken“, eine Brücke über das Hafengleis, die Überführung der Straubinger Straße und die Einhauser Brücke über die Bahngleise instand setzen. Alle teilen denselben Schaden: Ihre „Übergangskonstruktionen“ haben laut Stadtsprecherin Verena Bengler nach mehr als 40 Jahren „erhebliche Korrosionsschäden“, vor allem durch Tausalz. Bengler erklärt dazu: „Übergangskonstruktionen sind die Fugen quer zur Fahrbahn, die am Anfang und am Ende von längeren Brücken – meist spürbar – überfahren werden.“ Ihre Aufgabe sei es, Verformungen und Bewegungen, die hauptsächlich infolge von Temperaturschwankungen entstehen, auszugleichen. 40 Jahre sei die „übliche Lebensdauer“ dieser Bauteile.

Die Stadt will deshalb 2025 die sechs Übergangskonstruktionen gegen neue austauschen, die dazu „lärmmindernd“ sind, und auch die Fahrbahnendecken erneuern. Es soll vier Bauabschnitte geben, in denen jeweils eine Richtungsfahrbahn gesperrt ist.

Oberbürgermeisterin: Odessa-Ring ist „nicht mehr sicher“

Die voraussichtlichen Kosten nennt die Stadt in der Beschlussvorlage für die Stadträte nicht. Im Investitionsprogramm steht bislang nur eine Summe von 2,95 Millionen Euro für eine Erneuerung des Oberbaus. Wegen des A-3-Ausbaus habe die Stadt die Odessa-Ring-Baustelle verschoben, hieß es im Ausschuss. Jetzt könne sie nicht mehr lang warten, erklärte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD): „Der Belag ist so schadhaft, dass es nicht mehr sicher ist.“ Zum Vergleich: Der Umbau des Knotens an der Kumpfmühler Brücke kostet die Stadt 940.000 Euro, die neue Fahrbahndecke für die Nibelungenbrücke rund 750.000 Euro.

Insgesamt ist das städtische Tiefbauamt für 87 Brücken zuständig. Eine „geringe Anzahl“ davon ist laut Stadtsprecherin Bengler wegen des Alters oder einer ungünstigen Bauweise in ähnlich schlechtem Zustand wie die Bauwerke im Osten, die sich die Stadt jetzt vornimmt.

Aus dem Jahr 1960 stammen die drei Brücken in der Osthafenstraße, die über Bahngleise führen. Die Stadt will die Bauwerke im Jahr 2024 abreißen und neu bauen.
Auch die Brücke über das Hafengleis, ebenfalls Teil des Odessa-Rings, will die Stadt 2025 zur Instandsetzung halbseitig sperren.
Am Anfang und am Ende von sechs Brücken des Odessa-Rings – im Hintergrund die Schwabelweiser Brücke – muss die Stadt marode „Übergangskonstruktionen“ austauschen.