König Charles III. schickt Dankesbrief an das Regensburger Dackelmuseum

Seppi Küblbeck kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: „Das ist doch der Hammer! Jetzt hat uns tatsächlich der Großteil der working family der Windsors persönlich geschrieben.“
Das Original vom Regensburger Dackelmuseum zeigt zwei säuberlich gerahmte Briefe her, die kürzlich in der Weiße-Hahnen-Gasse eingetroffen sind. Der eine, datiert vom 31. Mai, stammt aus dem Kensington-Palast und wurde im Auftrag des Prinzenpaars William und Kate verfasst. Am 9. Juni wurde dann vom Buckingham-Palast aus ein Schreiben nach Regensburg geschickt, veranlasst von König Charles höchstselbst.
Es ist eine Antwort auf die Einladung, die er zur Eröffnung des Dackelmuseums am 26. April erhalten hatte. In formvollendeter Höflichkeit lässt der Monarch über seinen Kommunikationschef danken und um Verständnis dafür bitten, dass beim royalen Terminkalender ein etwas längerer zeitlicher Vorlauf zu berücksichtigen ist. „Es kam ihm halt seine eigene Krönung dazwischen“, schmunzelt Küblbecks Partner Oliver Storz.
Schon im letzten Sommer ist dem Duo vom Dackelmuseum etwas ganz Ähnliches passiert. Beim Urlaub in Dänemark kam die Idee auf, bei Königin Margarethe vorbeizuschauen. „Das hätte auch klappen können, weil die ebenfalls eine begeisterte Dackel-Liebhaberin ist“, sagt Küblbeck, „doch leider sind wir mitten in die Vorbereitungen zum 50-jährigen Thronjubiläum geplatzt.“
Prinzipiell scheint das Faible für bayerische Dackel aber ein emotionaler Türöffner zu den europäischen Königshäusern zu sein. Storz nennt einen Grund dafür: „Charles und seine Schwester Anne zum Beispiel hatten als Kinder Hunde aus dem Dackeldorf Gergweis. Anne hat uns ja auch bereits geschrieben.“ Für die Regensburger Museumsmacher sind diese königlichen Korrespondenzen natürlich das perfekte Marketinginstrument. „Und Werbung für die Stadt ist es auch“, betont Küblbeck.
Von der Standortwahl ist er gut zwei Monate nach Eröffnung des Museums sowieso überzeugter denn je: „Es sind unglaublich viele Leute hier, deutlich mehr als in Passau. Da ist Regensburg schon noch einmal eine andere Hausnummer.“
In der Tat muss sich nur ein paar Minuten in der Weiße-Hahnen-Gasse aufhalten, um zu sehen, dass Küblbeck und Storz bereits den Bekanntheitsgrad der sprichwörtlichen bunten Hunde haben. „Ja, die Leute kennen uns. Und unser großer Vorzug ist: Wir sind täglich selbst vor Ort. Das freut die Leute“, sagt der „Dackel-Seppi“ dazu.
Ab Sonntag stimmt das allerdings für einige Tage nicht. Da fahren die beiden in die Niederlande, um rund 10 000 Exponate mit Dackel-Bezug abzuholen. Es handelt sich um die Schenkung einer älteren Dame. Einer Privatperson, nicht der ehemaligen Königin Beatrix.