Wau! Das neue Dackelmuseum in Regensburg zieht schon vor der Eröffnung

Auf Neudeutsch nennt man so etwas „Soft Opening“. Beschrieben wird damit der Zustand, wenn ein Laden vor der offiziellen Eröffnung schon offen hat.
Beim Dackelmuseum ist genau dies der Fall.Als eigentlicher Premierentermin wurde zwar der kommende Mittwoch, 26. April, festgelegt, doch Trubel herrscht rund um die neue Attraktion in der Weiße-Hahnen-Gasse schon jetzt – und auch dabei sind Kenntnisse in Neudeutsch, also Englisch, sehr hilfreich.
„Am Wochenende haben uns die Leute förmlich überrannt“, erzählt Seppi Küblbeck am Montagmittag und muss seine Ausführungen gleich wieder unterbrechen. „Come in, you’re welcome“, heißt er zwei Gäste aus Übersee willkommen und fügt ein „Mind the step“ (Vorsicht, Stufe!) hinzu, was ja besonders bei Amerikanern immer ratsam ist. Als die Besucher dann fragen, ob dies das einzige Dackelmuseum in Deutschland sei, und die Antwort ein trocken-selbstbewusstes „Worldwide“ ist, sind sie endgültig aus dem Häuschen: „Amazing! Great! Wow!“ Also erstaunlich, großartig und – dieses Wortspiel muss sein – wau!
Dabei ist bis dato nur der mit Dackel-Devotionalien aller Art bestückte Museumsshop beim Eingang komplett fertig. Die meisten Vitrinen der Ausstellung sind hingegen noch eine Baustelle. Da bleibt bis zur vollständigen Eröffnung viel zu tun für Küblbeck und seinen Partner Oliver Storz.
Ein Duo mit Sammelleidenschaft und Witz
Doch schon vor der Vollendung lässt sich absehen: Wer das Museum wie ein früherer bayerischer Generalkonservator pauschal als „Kitsch“ abtut, hat nicht genau hingeschaut. Denn der 200 Quadratmeter große Ausstellungsraum mit dem historischen Gewölbe –Küblbeck spricht gern von einer „Kathedrale für den Dackel“– zeugt nicht nur von der unbändigen Sammelleidenschaft der beiden Kuratoren, sondern auch von enormer Liebe zum Detail und einer gehörigen Portion Witz und Selbstironie.
So steht gleich in der Nähe der sachlich-nüchtern gehaltenen Vitrine zum Thema „Der Dackel und die Jagd“ der Glasschrank mit dem Titel „Die königliche Familie“. Hier tummeln sich im royal-roten Samt Vierbeiner mit Krönchen, die darauf anspielen sollen, dass sämtliche europäische Königshäuser ein Faible für den Teckel haben.
Dass Küblbeck und Storz ein Händchen fürs Gestalten von Ausstellungen haben, konnten die Regensburger schon im letzten Sommer bei derOlympia-Schau des aus Passau stammenden Duos im Spitalgarten erleben. Im neuen Museum wird Waldi, das Maskottchen der Spiele von 1972, natürlich auch eine Vitrine haben.
Das Exponat mit dem nominell höchsten Wert aller gut 4500 gezeigten Stücke ist ein historischer Dackel-Aschenbecher der Porzellanmanufaktur Volkstedt.
Der „Weltmeister“-Schriftzug bleibt
Was Küblbeck und Storz aber noch mehr bedeutet, ist das durchweg positive Echo auf ihren Umzug nach Regensburg: „Dieser überaus herzliche Empfang, den uns die Menschen hier und auch die Stadt bereitet haben, ist für uns etwas ganz Besonderes.“
Am Mittwoch wird die Verbindung zu Regensburg noch deutlicher sichtbar, denn dann erfolgt die Beschriftung der Fassade in der Weiße-Hahnen-Gasse. In goldenen Lettern wird „Dackelmuseum“ über den Eingang gepinselt. Darunter, am Rahmen der Glastür, steht immer noch der „Weltmeister“-Werbeslogan des Friseursalons, der hier früher beheimatet war. „Das lassen wir stehen“, sagt Küblbeck, denn: „Passt doch ganz gut zum weltweit einzigen Dackelmuseum in der Welterbe-Stadt.“




