Furioser Start für das Dackelmuseum: Regensburg ist um eine Attraktion reicher

So ein Happening wie am Mittwochabend hat es in der Weiße-Hahnen-Gasse in Regensburg noch selten gegeben: Seppi Küblbeck, Oliver Storz und Moritz Hickl hatten zur Eröffnung des Dackelmuseums geladen und die Gäste kamen in Scharen.
Da brauchten die Passanten bisweilen ein wenig länger, um die kurze Straße hinter sich zu lassen. Dafür bekamen sie auch ordentlich etwas zu sehen, weswegen viele ihr Handy zum Fotografieren zückten. Damen im original Olympiadirndl von 1972 mit dem bunt gestreiften Waldi-Maskottchen als Handtasche, geladene Gäste, die zu beiden Seiten des Eingangs und auch gegenüber des Museums Schlange standen sowie die drei Chefs, die sich in elegante Fracks geschmissen hatten. Bei jedem funkelte eine silberne Dackelbrosche am Revers. Zwischen Hosensaum und schwarzem Lackschuh blitzten die Socken mit ihren Lieblingshunden darauf hervor. Ihre drei Dackel, Moni, klein Seppi und Blümchen, durften bei dem Event natürlich nicht fehlen.
Die Gäste waren begeistert
Auch Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, gab sich die Ehre. Er kennt die Herren noch aus seiner Zeit als Leiter desPassauerOberhausmuseums. Damals arbeiteten sie zwar noch in ihrem Blumenladen. „Aber das mit den Dackeln war schon zu erahnen“, sagte Loibl. Auf die Frage, ob er schon eine potenzielle Leihgabe für das Museum der Bayerischen Geschichte ein paar Meter weiter unter den5000 Dackel-Exponatenentdeckt hätte, sagte er nur, dass er als Museumsmensch natürlich immer auf der Suche nach so etwas sei. Loibl zollte den Leitern Respekt für die Inszenierung ihrer Ausstellung. Christine Vogel und Thomas Ruhfaß, Geschäftsführer bei der Stadtmaus, waren beeindruckt von der Größe der Sammlung. Bei den Führungen der Stadtmaus werde nun auch auf das neue Museum hingewiesen.
Musikalisch umrahmt von der Parforcehorngruppe Regensburg segneten Pfarrerin Gabriele Kainz von der evangelisch-lutherischen Gemeinde und Pfarrer Roman Gerl von der Dompfarreiengemeinschaft das Museum. Sie kamen dabei beide auf die liebevolle Detailarbeit der Leiter zu sprechen und darauf, dass mit dem Museum auch einOrt der Begegnunggeschaffen worden sei. Hier bleibe niemand alleine – auch nicht bei der Trauer um einen Dackel, sagte Kainz. Damit hatten die Geistlichen die richtigen Worte gefunden. Küblbeck musste sich zwei oder drei Tränen der Rührung aus den Augen wischen.



