Schocknachricht: Flabeg Furth im Wald entlässt 43 Mitarbeiter

Von Alexander Frimberger · 14. Juni 2023 um 15:00

Schocknachricht: 43 Mitarbeiter am Further Standort des Glasveredlers Flabeg müssen entlassen werden. Doch es gibt auch gute Nachrichten, wie Bürgermeister Sandro Bauer berichtet.

Konzernsprecher Matthias Kronawitter antwortet schriftlich auf die Anfrage unserer Zeitung: „Der Flabeg-Standort Furth im Wald steht aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage sowie eines unerwarteten Nachfragerückgangs vor enormen Herausforderungen. Neben Maßnahmen zur Akquise neuer Aufträge und der Stärkung der Kundenbeziehungen sind auch die Steigerung von Effizienz und eine Senkung der Kosten unausweichlich. Dies bedeutet bedauerlicherweise auch eine Kapazitätsanpassung und einen damit verbundenen Stellenabbau.

Veränderung bei Flabeg unvermeidlich

Infolgedessen müssen am Standort in Furth im Wald 21 unbefristete Stellen abgebaut werden. Weiterhin müssen auch 22 befristete Arbeitsverhältnisse gekündigt werden. Diese Veränderungen sind leider unvermeidlich. Sie sind Teil eines notwendigen Maßnahmenbündels, um den Standort Furth im Wald wirtschaftlich nachhaltig aufzustellen und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Flabeg versteht, dass diese Entwicklung für die betroffenen Mitarbeiter ausgesprochen belastend ist. Soweit dies möglich ist, werden die betroffenen Arbeitnehmer in dieser schwierigen Situation unterstützt. Dazu werden ihnen verschiedene Hilfsmaßnahmen angeboten, etwa berufliche Beratung und Unterstützung bei der Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Im Rahmen der notwendigen Kapazitätsanpassungen und Personalmaßnahmen haben das Management und der Betriebsrat konstruktiv und intensiv zusammengearbeitet und gemeinsam einen Sozialplan zur Entschädigung der von Kündigungen betroffenen Arbeitnehmer aufgestellt, um eine sozial verantwortungsvolle Lösung zu finden. Der freiwillige Sozialplan wurde aufgestellt, obwohl Flabeg aufgrund des sogenannten Sozialplanprivilegs nicht dazu verpflichtet ist. Die Gewerkschaft IG BCE hat ebenfalls an den Gesprächen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat teilgenommen.

Gemeinsam mit den Mitarbeitern arbeitet das Flabeg Management intensiv daran, den Standort Furth im Wald in einem sich verändernden Marktumfeld zukunftssicher aufzustellen.“

Bürgermeister Sandro Bauer wurde bereits von der Konzernleitung informiert. Demnach sei ein Großauftrag früher zu Ende gegangen, ein nächster noch nicht angelaufen, deshalb sei die Maßnahme notwendig geworden. „Das ändert nichts an der Tatsache, dass Einzelschicksale immer sehr bedauerlich sind.“ Meint auch der Further DGB-Ortsvorsitzende Herbert Breu. „Grundsätzlich war Flabeg immer einer der größten und besten Arbeitgeber in der Region, der auch gut bezahlt hat. Schade, dass so hochwertige Jobs in Furth verloren gehen.“

Doch Bauer hat zumindest für einen Teil der betroffenen Belegschaft auch positive Nachrichten. Am Dienstagabend hat er einen Anruf von einem Unternehmen aus der Region erhalten.

Bürgermeister Furth im Wald hat positive Nachrichten

Man wollte wissen, ob die Information über die Entlassungen richtig sei. Dort sucht man dringend nach Arbeitskräften. „Das Unternehmen will jetzt direkt die Flabeg-Konzernleitung kontaktieren.“ Es könnte also für einen Großteil der entlassenen Mitarbeiter noch ein Happy End geben. „Derzeit gibt es Firmen, die entlassen, andere suchen händeringend nach Mitarbeitern“, sagt der Rathauschef. Von verschiedenen Unternehmen hört er, dass in der Region im Moment kein Fachkräfte-, sondern ein Arbeitskräftemangel herrscht.

Flabeg Furth im Wald

Laut Konzernsprecher Matthias Kronawitter beschäftigt Flabeg weltweit 1071 Mitarbeiter. Vor der Entlassung waren es in Furth im Wald 233 Mitarbeiter. Nach einer Insolvenz im Mai 2020 wurde Flabeg im Oktober 2020 von der schwedischen Investmentgesellschaft Cordet übernommen.

Flabeg sagt über Flabeg: Das Unternehmen hat den Markt der Glasveredelung von Anfang an maßgeblich mitbestimmt und die technologische Entwicklung auf diesem Gebiet entscheidend geprägt. Das Unternehmen zählt heute zu den technologisch führenden Anbietern. Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil ist die mittelständische Größe, die Flexibilität verleiht.

Das Unternehmen Flabeg reduziert in Furth im Wald von 233 auf 190 Mitarbeiter. Foto: Frimberger