Further Bürgermeister Bauer kritisiert: Telekom ist ein halbes Jahr zu spät dran

Glasfaser ist die Datenübertragungstechnik der Zukunft. Auch in Furth im Wald, wo Vodafone fleißig Straßen aufreißt und Kabel verlegt – „im Gegensatz zur Deutschen Telekom“, wie Bürgermeister Sandro Bauer kritisiert.
Der Drachenstich naht, die Landesgartenschau 2025 auch, die Zeit drängt. Bürgermeister Sandro Bauer und seine Verwaltung drücken aufs Gaspedal, damit Straßen zeitnah erneuert werden und Glasfaser darunter verschwindet. Bis Ende des Jahres 2023 soll der Ausbau der schnellen Leitung in Furth im Wald abgeschlossen sein. Eigentlich.
Vodafone bewegt sich im Zeitrahmen
Der Anbieter Vodafone gibt sich alle Mühe, das Ziel zu erreichen, hat den Point of Presence (PoP), die Technikzentrale, am Parkplatz Himmelreichweg bereits aufgestellt. Harald Geßner, Gebietsmanager Glasfaser-Kooperationen bei Vodafone, sagt, dass viele Längstrassen im Stadtbereich bereits erledigt wurden, bis Oktober sollen die Arbeiten demnach fertig sein (wir berichteten).Wenn alles passt, steht das Netz bis Ende des Jahres. „Wir sind guter Dinge“, so sein vorläufiges Fazit.
Davon ist das Unternehmen Telekom noch weit entfernt. Der zweite große Glasfaseranbieter in der Region hat noch nicht wirklich angefangen. Das klang zu Beginn des Jahres 2022 noch ganz anders. Bauer sagt: „Die Telekom hat im Januar 2022 bekannt gegeben, dass sie in Furth im Wald ausbauen werden.“
Stimmt, wie eine von Pressesprecher Markus Jodl verfasste Mitteilung des Unternehmens aus dem Januar 2022 bestätigt. Darin heißt es: „Die Entscheidung ist gefallen. Die Telekom wird Furth im Wald großflächig mit Glasfaser ausbauen. Runde 3300 Haushalte und Gewerbe profitieren von der Maßnahme.“
In absehbarer Zeit wohl nicht, wie Furths Rathauschef befürchtet: „Nach der Ankündigung ist ein Dreivierteljahr erst einmal nichts vorangegangen.“ Als das Unternehmen dann gegen Ende des Jahres eine Trassenbegehung machen wollte, war die mit Vodafone schon längst erfolgt, erinnert sich Bauer. Und das ist kein Zuckerschlecken, wie Michael Nachreiner, bei der Verwaltung zuständig für bautechnische Angelegenheiten, erklärt. Vier Tage lang ist er die Stadt mit Verantwortlichen abgegangen, schließlich kann man nicht einfach überall die Straße aufreißen und Kabel reinlegen. Dort, wo Wasserleitung und Kanäle der Stadt liegen, geht es schon mal nicht.
Markus Jodl versteht die ganze Aufregung nicht. Er teilt schriftlich mit: „Wir können den Vorwurf nicht nachvollziehen. Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit der Stadt. Wir haben unsere Ausbauplanungen bestmöglich an die Wünsche der Stadt angepasst und die Wegesicherungen Anfang dieser Woche eingereicht. Wir warten jetzt auf die Rückmeldung der Stadt. Wir werden die Anfrage aber zum Anlass nehmen, um in einem direkten Gespräch mögliche offene Fragen zu klären.“ Das mag ja sein, kritisiert Bauer, aber „mindestens ein halbes Jahr zu spät.“
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Wenn es jetzt nach Plan läuft, dann werden die Straßen laut Nachreiner ab Ende Juni aufgerissen, und zwar ziemlich genau da, wo vorher Vodafone aktiv war. Das bis Ende des Jahres zu schaffen, vor allem auch mit dem Drachenstich im August scheint eine Herkulesaufgabe zu sein. Obwohl für die Telekom der Vorteil bestehe, dass schon einige Leerrohre liegen, wo die Straße nicht mehr aufgegraben wird, sondern die Kabel einfach durchgezogen werden. Aber Eile scheint das Unternehmen nicht zu haben. Rechtlich gesehen muss es sich nicht an die Vorgaben des Rathauschefs halten. Laut Nachreiner werden der Stadt nur die Planungen mitgeteilt, Da kann es zu einigen Überraschungen kommen, so wie am Donnerstag in der Lorenz-Zierl-Straße. Da hat Vodafone, das, wie bei jeder ihrer Baustellen, auch die Baustellensicherung übernehmen muss, eine Ampelanlage aufgestellt. Nachreiner: „Das war überraschend für uns, wenn man uns vorab informiert hätte, hätten wir gebeten, zu warten, bis die Josef-Heigl-Straße wieder frei ist.“
Telekom sieht sich im Recht
Jodl von der Telekom bleibt dabei: „Wir haben den Ausbau 2022 dem Bürgermeister frühzeitig vorgestellt und für 2023 den Baubeginn angekündigt. Wir hätten mit dem Ausbau auch schon begonnen, wenn wir die erforderlichen Genehmigungen durch die Stadt erhalten würden. Unsere Planungen stehen und wir haben diese wiederholt den Wünschen der Stadt angepasst. Wir stehen einem zügigen Glasfaserausbau nicht im Wege.“

