Rund um Cham können frische Erdbeeren gepflückt werden – Ernte heuer sehr mager

Die Erdbeerzeit ist angebrochen. Doch die Erdbeerflut wie in anderen Jahren hält sich heuer sehr stark in Grenzen. Erst die zu lange Regenzeit, jetzt wieder die enorme Trockenheit. Jedoch kennen Erdbeerfeld-Besitzer einen Trick, damit wenigstens die Bestäubung gesichert ist.
Obwohl sie so herrlich süß schmecken, gehören Erdbeeren zu den Obstsorten, die sehr wenig Fruchtzucker und wenig Kalorien enthalten. Auch beim Vitamingehalt sind sie vorne dabei: reichlich Folsäure, Vitamin C und Kalium.
Vielleicht wissen das die vielen Frauen, die sich an diesem Nachmittag auf dem Erdbeerfeld bedienen.
Doch ganz bestimmt wissen dies die kleinen Jungen und Mädchen noch nicht, die bereits einen roten Erdbeerrand um ihren Mund haben. Sie lachen und freuen sich über jede rote Erdbeere, die sie vom Strauch pflücken und nicht in ihren kleinen Eimer legen, sondern in ihrem Mund verschwinden lassen. Auf so manchem T-Shirt ist bereits die Farbe der roten Frucht zu sehen.
Griff in die Trickkiste
Eine Mama gibt bereits beim Aussteigen aus dem Auto die ersten Anweisungen: „Ihr passt ganz gut auf, damit ihr nicht auf die Erdbeeren tretet, und ihr nehmt nur die Erdbeeren, die rundherum ganz rot sind.“ „Ja, ja, hört man die beiden Kinder rufen, und schon sind sie zwischen den Erdbeerreihen verschwunden und genießen die erste Frucht. Dem kleinen Jungen läuft der Saft über den Mund – und landet prompt auf dem T-Shirt.
„Die Erdbeerernte fällt in diesem Jahr etwas mager aus“, erzählt der Feldbesitzer. Die Erdbeersaison beginne normal im Mai. Die Erdbeerprofis greifen nach Aussage des Mannes jedoch manchmal in die Trickkiste und decken das Feld bereits Ende Februar mit luftdurchlässiger Lochfolie ab. Kurz vor Blühbeginn nehme man die Bedeckung ab oder öffne die Tunnelenden, um die Befruchtung durch Bienen, Hummeln und andere Insekten zu sichern. Erfolge dies zu spät, würden die Blüten nicht ausreichend bestäubt, die Früchte blieben klein und seien oft verkrüppelt.
Die lange Regenzeit sei für die Erdbeeren nicht gerade förderlich gewesen. „Und jetzt ist die Trockenheit ist wieder ziemlich schlecht für die Erdbeeren“, bedauert der Erdbeerfeldbesitzer. Er könne gar nicht soviel gießen, wie es sich eigentlich gehöre. „Da bräuchte man einen eigenen Weiher neben dem Feld, dann könnte man das Wasser auf die Felder bringen. Aber so, mit Wasser aus der Leitung, kannst du das gar nicht bezahlen.“
Gießen, was das Zeug hält
Und so gebe es in dieser Saison nicht so eine große Erdbeerflut wie in anderen Jahren. Daher wolle er auch gar nicht, dass sein Name genannt wird und er zuletzt vielleicht sogar noch Kunden wegschicken müsse, weil die roten Früchtchen gar nicht so schnell nachreifen können, so der Feldbesitzer. „Und bevor uns die Kunden die restlichen Erdbeeren zusammentreten, schließen wir lieber ein Feld für ein paar Tage, bis wieder mehr reif sind“, informiert er. Um die 40 Jahre habe er schon Erfahrung mit seinen Erdbeeren gesammelt. Teurer seien sie in diesem Jahr nicht geworden. „Das passt schon so“, sagt er.
Während sich an diesem Nachmittag viele junge und ältere Leute mit Schüssel und Eimer bewaffnet in die Erdbeerreihen stürzen, stehen zwei ältere Männer bei ihren Autos. Der Kofferraum ist geöffnet, und der eine sitzt am Kofferraumrand, der andere hält sich am Kofferraumdeckel fest. Sie plaudern und lachen, und als sie angesprochen werden, ob sie ihren Frauen nicht beim Pflücken helfen wollen, grinsen sie nur und meinen: „ Ja glaubst du, dass uns oane in a Schissl eineglanga lassert?“
Fast jeder Pflücker hat sein mitgebrachtes Gefäß bis obenhin gefüllt. Die einen wollen Marmelade einkochen, bei den anderen gibt es Erdbeerkuchen. Aber auch nur zum Gleich-Essen werden die Früchte gepflückt – mit Sahne und etwas Zucker zwar eine kleine Sünde, aber lecker.
Eine ältere Frau verrät uns, was sie in den nächsten Tagen am Abend essen wird. Sie püriert Erdbeeren und ein paar ganz reife Pfirsiche, gibt Haferflocken und einen kleinen Löffel Honig dazu. „Wenn ich das einige Minuten stehen lasse, werden die Haferflocken so richtig saftig, und ich werde mit nur ganz wenigen Kalorien satt.“ Erdbeerfelder haben in Chameregg, Cham und Trefling geöffnet. Die Anfahrt ist mit Schildern gekennzeichnet.
Schneller Erdbeerkuchen
Zutaten: 600 ml Sahne, 400 ml Schmand, 2 Päckchen Vanillezucker, 2 Cremepulver Paradiescreme, 1 1/2 kg Erdbeeren, 1 Tortenguss
Zubereitung: Biskuitboden für ein Blech herstellen. Für den Belag Sahne mit Cremepulver und Vanillezucker schlagen. Schmand unterheben und Vanillecreme auf den erkalteten Boden streichen. Die gewaschenen und entstielten Erdbeeren auf der Vanillecreme verteilen und den Tortenguss draufgießen

