Selbstfahrende Häcksler und ein Bulldog von 1939 in Pettenreuth

Unter dem Motto „Technik der letzten 100 Jahre“ hatte der OldtimerClub Pettenreuth (Kreis Regensburg) Anfang August in den Ortsteil Gerstenhof zu einem historischen Feldtag mit Grünlandvorführung eingeladen. Das Team um die Vorstände Alfons Wolf und Maria Plekat-Riemhofer hat dafür viel organisiert im Vorfeld.
Sogar bestes Wetter wurde bestellt. Denn in der Nacht davor gab es Regen, sodass für den Start ab 13 Uhr auch der Feldboden in guter Beschaffenheit war. Dennoch wurden drei große Güllefäßer mit Wasser bereitgehalten, die es am Ende aber nicht brauchte. Der Sonne-Wolken-Mix lockte dann Hunderte Besucher zum Feldtag.
Rund 100 landwirtschaftliche Fahrzeuge wurden ausgestellt, hauptsächlich Bulldogs, Mähdrescher und Häcksler. Mit 25 davon wurden den ganzen Nachmittag hinweg Vorführungen geboten. Ein großes Kleefeld wurde erst von zahlreichen alten Traktor-Modellen wie zum Beispiel Schlüter oder Lanz gemäht.
Große Bandbreite an Mähdreschern

Von Seitenmähwerk bis Kreiselmähwerk wurde vieles vorgeführt. Das wohl älteste Mähwerk im Einsatz an dem Tag war ein Lanz Rollenlager Grasmähwerk mit Eisenreifen. Es wurde von einem blauen Lanz Alldog in Halbrahmenbauweise Baujahr 1956 gezogen. Es war aber ursprünglich darauf ausgelegt, von Pferden gezogen zu werden.
Im Anschluss wurde mit verschiedenen Bulldogs das Schnittgut gewendet. Hier wurden auch verschiedene Wender vorgeführt – von Kreiselwender über Gabelwender über Bandrechenwender konnte alles bestaunt werden. Auch Bürgermeister Florian Obermeier und sein Stellvertreter Markus Auburger besuchten den Feldtag interessiert.
Weiter wurde dann das Schnittgut zusammengerecht, um mit verschiedenen Modellen gehäckselt zu werden. Hingucker hierbei war ein selbstfahrender Köla Rex Häcksler. Dieses Modell war der erste selbstfahrende Feldhäcksler Europas und wurde ab 1963 gebaut. Auch eine große Modellbreite an Mähdreschern war zu bewundern.

Hier war zudem interessant, dass neben einem gezogenen Schüttlermähdrescher Baujahr 1967 von Claas mit einer Schnittbreite von 180 Zentimetern und einem Claas Corsar Selbstfahrer mit einer Schnittbreite von 240 Zentimetern, der Anfang der 1970er Jahre gebaut wurde, eines der neuesten Claas-Mähdrescher-Modelle mit aktuellem Baujahr und einer Schnittbreite von über 600 Zentimetern im Vergleich zu sehen war. „Aber das alte Zeug läuft halt einfach immer noch“, merkten die Besucher überzeugt an. Und Markus Wolf vom Oldtimer-Club Pettenreuth erklärte: „Das Wichtigste ist: Immer gut schmieren“. Die Mähdrescher waren allerdings nur „trocken“ im Einsatz, da keine Felder zum Dreschen mehr verfügbar waren. Moderiert wurde der Feldtag in Gerstenhof von Thomas Adlhoch, ebenfalls Mitglied im Oldtimer Club.
Gepflügt wurde auf einem Getreidefeld
Zum Ende hin gab es dann noch eine Vorführung zum Pflügen. Hier wurde ein Getreidefeld bearbeitet. Der wohl älteste Bulldog im Einsatz an dem Tag war ein Lanz Baujahr 1939. Das Gerät musste noch mit Brennern vorgeglüht werden, bevor es angekurbelt werden konnte.

Das Publikum am Feldtag war bunt gemischt und die jüngeren Besucher waren genauso begeistert wie die ältere Generation. Bei den Vorführungen fuhren viele junge Oldtimerfreunde mit. Außerdem gab es viele Fachgespräche und vielerorts wurde in Erinnerungen an früher geschwelgt, während man sich eine Bratwurstsemmel schmecken ließ oder etwas Kühles zu trinken genoss.