Vespa-Fans feiern den Kultroller - Teilnehmer kamen bis aus Frankreich nach Bad Abbach

Der Vespaclub Regensburg hat am Wochenende auf der Bad Abbacher Freizeitinsel sein 36. „Rengschburger Treffen“ veranstaltet. Es war wieder ein Paradies für Vespa-Liebhaber. Mit rund 800 motorisierten Teilnehmern und noch deutlich mehr Besuchern war das Treffen erneut ein voller Erfolg.
Die Vespa ist Kultobjekt. Sie gibt es seit 80 Jahren. Das Klassentreffen der Vespa-Freunde wollte sich keiner entgehen lassen. An allen Tagen wurde gefachsimpelt, gestaunt und fotografiert. Die Freunde des italienischen Kultrollers waren in ihrem Element. Ob Oldtimer der ersten Generation, neuere Modelle, E-Roller oder Ape, alle fanden ihre Bewunderer.

Erinnerungen an frühere Urlaubsreisen wurden wach
Die Zweitakter bergen ein Suchtrisiko. Charakteristisch ist ihre breite Frontpartie mit Beinschutz. Manche Modelle verfügen über 50 Kubikzentimeter Hubraum, andere über deutlich stärkere Motoren. Bei vielen Besuchern wurden Erinnerungen an frühere Urlaubsreisen auf der Vespa wach. Umweltfreundlich sind heute Vespa Elettrica unterwegs.
Das Ambiente ist ähnlich dem alljährlich zu Jahresbeginn stattfindenden Elefantentreffen im Bayerischen Wald. Beide Veranstaltungen sind für Zweiradfans Jahreshöhepunkte. Keine Minustemperaturen, sondern 30 Grad plus zeigte das Thermometer in Bad Abbach an. Und: Beide Veranstaltungen sind klasse, aber unvergleichbar, sagte ein Fahrer, der jedes Jahr aus Norddeutschland zu beiden Veranstaltungen anreist.

Der typische Geruch von Zweitaktmotoren lag über der Freizeitinsel in der Luft. Viele Vespa-Fans waren mit historischen Rollern gekommen. Einige kamen aus Frankreich, Österreich, Norddeutschland oder dem Rheinland und legten dafür bis zu 500 Kilometer zurück. Andere reisten aus dem süddeutschen Raum an. Manche hatten kleine Gepäckanhänger dabei, andere transportierten ihre Ausrüstung im Beiwagen. „Wir sind mit der Vespa auf eigener Achse gekommen", erzählten mehrere Teilnehmer stolz. Das nächtliche Gewitter zum Samstag sorgte immerhin für eine kleine Abkühlung.
Unüberhörbar und geruchsintensiv war der Start der Vespas beim großen Corso am Samstagnachmittag. Um 15 Uhr starteten rund 500 Vespas zur Ausfahrt über Lindach und Kapfelberg. Wie in einem Bienenstock reihten sich die Fahrer diszipliniert auf der Straße ein. Die Vespas, die sich an der traditionellen Ausfahrt beteiligten, schienen kein Ende zu nehmen. Sie knatterten mit Markus Jakomet an der Spitze über die Brücke des Rhein-Main-Donau-Kanals in Richtung Poikam vorbei am Campingplatz. Mehre Ape bildeten als „Besenwagen" das Schlusslicht und kümmerten sich um liegengebliebene Fahrzeuge.
Nach einer Stunde kamen die Kult-Roller wieder zurück. Die Radler, die auf dieser Strecke unterwegs waren, fuhren im Corso mit. Die, die in der Gegenrichtung unterwegs waren, mussten kurz warten.

Weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel
Für viele ist die Vespa weit mehr als ein Fortbewegungsmittel. „Wenn man fährt, vergisst man den ganzen Stress des Alltags", sagte eine Teilnehmerin. Beim Vespaclub Regensburg gilt noch immer das Motto, dass eine „echte" Vespa zweitaktend, handgeschaltet und luftgekühlt sein sollte. Dem Verein gehören rund 100 Mitglieder an, die sich seit mehr als zwei Jahrzehnten dem Vespa-Kult verschrieben haben.
Im Jahre 1946 wurde der erste Roller im italienischen Pontedera produziert. Piaggio war ursprünglich ein Rüstungskonzern. Die Menschen sollten mobil sein, und der Dorfschmied sollte das Fahrzeug reparieren können, so war der Grundgedanke. Daraus entwickelte sich das Kultfahrzeug, das bis heute das Straßenbild vielerorts prägt.

Für alle, die immer schon wissen wollten, wie viel Leistung in ihrem Roller steckt, stand auf der Freizeitinsel ein offizieller Leistungsprüfstand bereit. Für die Schrauber gab es einen Teilemarkt. Sogar an die Kleinsten war gedacht. So durften sich die Kids auf der Hüpfburg austoben, während Mama und Papa bei Benzingesprächen sich mit anderen Vespafahrern austauschten.
