Vom Mehlstaub zum Butterbrot: Kinder lernen in Postbauer-Heng drei wichtige Wahrheiten

Kneten, formen, backen und buttern: Sieben Kinder haben beim Ferienprogramm des Marktes Postbauer-Heng im Henger Dorfstadel richtig Hand angelegt. Bevor der Teig an den Fingern klebte und einige Dutzend frische Brote durch den Dorfstadel dufteten, gab es eine kleine Zeitreise.
Max Steindl erzählte den Kindern die Geschichte des Dorfstadels. Wo heute Brot gebacken und gefeiert wird, stand früher ein Feuerwehrhaus. Später diente das Gebäude der Gemeinde als Bauhof. 1987 übernahm der Obst- und Gartenbauverein Heng das Gebäude und machte daraus den Dorfstadel. Am 25. Juli 1995 brannte ihn ein Feuerteufel nieder, aber schon am 2. Oktober 1996 konnte der alte Dorfstadel neu eröffnet werden. Heute ist er ein Ort der Begegnung.
„Das schaut immer so einfach aus“: Große Anstrengungen beim Teig Kneten
Beim traditionellen Backofenfest am 1. Mai gibt es dort frisch gebackenes Brot, Obatzten und Kuchen. Auch die kleinen „Naturexperten“ des OGV nutzen ihn. Am Dienstag aber hieß es: Schürzen an und ran an die 15 Kilo Mehl.
Dazu kamen Salz, Hefe und Wasser. „Das Wasser darf nicht zu heiß sein“, erklärte Kursleiterin Sandra Distler. „Sonst wird die Hefe beschädigt und das Brot geht nicht auf.“ Die Kinder schöpften Mehl, wogen Zutaten ab und kneteten, was das Zeug hielt. „Das schaut immer so einfach aus“, seufzte ein Mädchen, und auch ein Bub stellte schnell fest, dass ein Brotteig durchaus Widerstand leisten kann. Besonders beim Kneten war Muskelkraft gefragt.
Brotbacken beim OGV: 60 Brote auf einmal möglich
Während der Teig ruhte und später portioniert und zu Broten geformt wurde, entstand im Dorfstadel noch etwas ganz Besonderes: Butter. Auch dabei durften die Kinder selbst Hand anlegen und erleben, wie aus Rahm durch kräftiges Schütteln tatsächlich Butter entsteht.
Unterdessen hatte Alois Kerschensteiner den Backofen vor dem Haus auf die richtige Temperatur gebracht. Seit sieben Jahren kümmert sich der pensionierte Bauhof-Chef um das Brotbacken im OGV-Ofen. Bei den Veranstaltungen des Vereins gehen regelmäßig große Mengen Brot über die heiße Ofenfläche. Rund 60 große Brote können in einem Durchgang auf den heißen Steinen des Ofens Platz finden, verrät er.
Auch die selbst geformten Laibe der Kinder wanderten in den heißen Ofen. Und am Ende hatten die Kinder drei wichtige Wahrheiten gelernt und den meisten Erwachsenen voraus. Erstens: Brot braucht Zeit. Zweitens: Butter braucht Arbeit. Und zum Dritten: Beides schmeckt besonders gut, wenn man es selbst gemacht hat. nos