Gegendemo in Postbauer-Heng: Bunter und breiter Protest gegen AfD-Stand

Von Josef Wittmann · 13. August 2026 um 11:00

Wenige Meter vom „Info-Stand“ der AfD mit einem Bild von Alice Weidel und einem Deutschlandfähnchen entfernt hat sich auf dem Platz des Bauernmarktes neben dem Rathaus in Postbauer-Heng deutlicher und bunter Gegenprotest in allen Regenbogenfarben formiert.

Die Bürgermeisterinnen Angelika Herrmann und Gabi Bayer hatten eingeladen und rund 50 Frauen, Männer und Kinder kamen, um ein Zeichen zu setzen, dass Postbauer-Heng bunt bleiben soll. Altbürgermeister Horst Kratzer freute sich, jetzt ohne Neutralitätspflicht über die „Wölfe im Schafspelz“ auf der anderen Straßenseite sprechen zu dürfen. Bei der Bundestagswahl 2025 hätten 20,4 Prozent der Wähler für die AfD gestimmt, aber „es liegt mir fern, jeden AfD-Wähler zu beschimpfen. Im Gegenteil: Viele Menschen wählen aus Frust, aus Sorge oder aus dem Wunsch nach Veränderung. Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen“, sagte Kratzer. Man müsse aber unterscheiden zwischen berechtigter Kritik und politischen Antworten, die die demokratische Ordnung gefährden könnten.

Politik sei nie einfach, weder im Bund, noch im Land oder in Postbauer-Heng. Die AfD verspreche, alles besser zu machen, „egal was es koste“ – auf Kosten und auf dem Rücken vor allem von ausländischen Mitbürgern, Flüchtlingen und Asylsuchenden. Doch durch Abschottung werde der Wohlstand gefährdet, ausländische Fachkräfte würden abgeschreckt, obwohl in Deutschland 1,7 Millionen Arbeitskräfte fehlten – mit Folgen auch für die Gesundheitsversorgung.

Sein Fazit: „Ich möchte nicht gegen alle Menschen reden, die AfD wählen. Ich möchte für etwas anderes werben: Für einen politischen Wettbewerb, bei dem Argumente gegen Argumente stehen. Für eine Politik, die Probleme nicht schönredet, aber auch nicht ständig neue Feindbilder braucht.“ Während die Gegenveranstaltung trotz der Hitze gut besucht war, blieb es am AfD-Stand in Sichtweite ausgesprochen ruhig.