Sonnenfinsternis begeisterte Besucher auf der Erlebnisholzkugel in Steinberg

Von Jonas Neubauer · 13. August 2026 um 11:14

Es war ein Naturschauspiel, das die Besucher so schnell nicht vergessen werden. Rund 80 Gäste verfolgten am Mittwochabend auf der Erlebnisholzkugel in Steinberg die partielle Sonnenfinsternis – und erlebten dabei eindrucksvoll, wie der Mond die Sonne fast vollständig verdeckte. Veranstalter Tom Zeller hatte den besonderen Abend organisiert. Die Nachfrage war enorm: Die 80 verfügbaren Tickets seien bereits innerhalb von drei Stunden restlos ausverkauft gewesen.

Nach dem etwa 15-minütigen Aufstieg auf die Aussichtsplattform gönnten sich viele Besucher zunächst ein kühles Getränk. Bei sommerlichen Temperaturen bot sich von der Holzkugel ein weiter Blick über den Steinberger See – ideale Voraussetzungen, um das seltene Himmelsschauspiel gemeinsam zu verfolgen.

Atmosphäre veränderte sich am Höhepunkt spürbar

Mit speziellen Sonnenfinsternisbrillen beobachteten die Gäste gespannt, wie sich der Mond langsam vor die Sonnenscheibe schob. Bei einer partiellen Sonnenfinsternis stehen Sonne, Mond und Erde nahezu auf einer Linie. Der Mond verdeckt die Sonne jedoch nicht vollständig, sondern nur teilweise. In Steinberg am See wurden kurz vor Sonnenuntergang knapp 90 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt.

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Als die Verfinsterung ihren Höhepunkt erreichte, veränderte sich die Atmosphäre spürbar. Das Tageslicht wurde zunehmend gedämpft, die Farben wirkten ungewohnt, und auf der Plattform war deutlich zu merken, dass die Temperatur sank.

Genau diesen Effekt hatte Gastredner Detlef Knerich bereits angekündigt. Der Astrophysiker, der an der Technischen Universität München studierte und am Max-Planck-Institut im Bereich der Gamma-Astronomie tätig war, erklärte den Besuchern: „Ab 75 Prozent wird es deutlich finsterer, die Stimmung wird sich ändern, und es wird auch kühler werden.“ Seine Prognose bestätigte sich wenig später eindrucksvoll.

Julia Birner (l.) und Jürgen Böhm waren aus Weiden nach Steinberg am See gekommen, um gemeinsam die partielle Sonnenfinsternis zu beobachten und den Sommerabend auf der Erlebnisholzkugel zu genießen. - Foto: Jonas Neubauer

Knerich erklärte außerdem die Besonderheiten des Abends. „Wir sehen heute keine totale Sonnenfinsternis, sondern so knapp 90 Prozent der Sonnenfläche werden heute bedeckt sein“, sagte er. Gleichzeitig warnte er eindringlich davor, ohne geeigneten Schutz in die Sonne zu blicken: „Schauen Sie bitte nur mit dieser Sonnenfinsternisbrille in die Sonne. Selbst bei einem Prozent schädigen Sie sonst Ihre Netzhaut.“

Während partielle Sonnenfinsternisse in Deutschland vergleichsweise regelmäßig zu beobachten sind, bleiben totale Sonnenfinsternisse äußerst selten. Die nächste partielle Sonnenfinsternis wird hierzulande bereits am 2. August 2027 zu sehen sein. Bis der Kernschatten des Mondes Deutschland wieder trifft und eine totale Sonnenfinsternis ermöglicht, wird es dagegen noch Jahrzehnte dauern: Nach derzeitigen Berechnungen ist dies erst am 3. September 2081 wieder der Fall.

Viele kürzten den Rückweg über die Rutsche ab

Noch lange nachdem die Sonne als schmale Sichel hinter dem Horizont verschwunden war, tauschten sich die Besucher über ihre Eindrücke aus. Für viele gehörte der gemeinsame Blick in den Himmel ebenso zum Erlebnis wie die außergewöhnliche Kulisse der Erlebnisholzkugel.

Und wer den Rückweg etwas rasanter antreten wollte, nutzte statt des Fußwegs die rund 80 Meter lange Rutsche – ein ebenso ungewöhnlicher wie passender Abschluss eines Abends, der aufzeigte, wie faszinierend Astronomie sein kann.