Langgehegter Wunsch: Ein Aufzug fürs historische Rathaus in Waldmünchen

Von Martin Hladik · 12. August 2026 um 19:00

Das Rathaus in Waldmünchen wird auf allen Ebenen barrierefrei. Am Dienstag hat der Stadtrat das langgehegte Projekt eines Aufzuges im historischen Rathaus auf den Weg gebracht. Die Möglichkeiten dazu stellte Architekt Heiko Bauernfeind von Architekturbüro Aumann + Bauernfeind vor.

Lift kommt in die Mitte der Treppenanlage

Er erläuterte zunächst, dass der Aufzug am besten im Treppenauge platziert werden sollte. Zum einen sei diese Stelle bereits seit der Sanierung 2018 dafür vorbereitet, zum anderen würde ein Außenaufzug die Optik des Rathauses beeinträchtigen.

Bei einem Lift im Treppenauge des Rathauses böten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an. Zum einen ein gemauerter Schacht und zum anderen ein Stahlgerüst. Der gemauerte Schacht komme wegen des Aufwandes und möglicherweise aus statischen Gründen nicht in Frage.

Da die Treppenanlage im Rathaus kein vollkommen gleichmäßiges Viereck sei, müsse man hier mit dem Stahlgerüst teilweise bis an den Putz. Zudem reiche die Fläche für den Aufzug geradeso, dass ein rollstuhlgerechter Aufzug möglich sei.

Architekt Bauernfeind schlug den Räten danach zwei Arten der Ausführung vor. Zum einen als Aufzugschacht , der transparent mit einer Art Milchglas verkleidet ist. Uum andern könnte der Aufzug auch mit Holz und Lichtleisten verkleidet werden.

Barrierefreiheit kostet der Stadt 260 000 Euro

Während der Glasaufzug leicht und modern wirke, sei der holzverkleidete Aufzug „warm und strukturiert“ und passe auch zur „Holzregion Waldmünchen“. In der Pflege sei die Holzverkleidung etwas weniger aufwendig. Der Glasaufzug dürfte um die 285 000 Euro kosten, der Holzaufzug um die 260 000 Euro.

Fördermöglichkeiten für das Aufzugprojekt sieht Bürgermeister Wolfgang Kürzinger nicht. In ihren Stellungnahmen machten die Fraktionssprecher Martin Frank und Sandra Wittmann deutlich, dass ihre Gruppierungen den holzverkleideten Aufzug vorziehen. Wittmann regte zudem an, in dem Holz das Stadtwappen einzufräsen. „Eine Kostenfrage“, kommentierte Bürgermeister Kürzinger.

Die neue Behindertenbeauftragte Laura Porzelt hatte gleich mehrere Fragen. Die wichtigste war die nach der Innengröße. Architekt Bauernfeind antwortete, dass die maximalen Innenmaße 110 auf 140 Zentimeter betragen würden. Damit sei der Aufzug das kleinste Modell, dass noch eine Barrierefreiheit ermöglicht. Mit dem Aufzug könnten alle Stockwerke – also das Obergeschoss und das Dachgeschoss mit Archiv – angefahren werden.