Deusmauer Moor: Neue Informationswand befördert Wissenswertes ans Tageslicht

Von Michael Lang · 12. August 2026 um 17:00

Wer am Dorfplatz in Deusmauer rastet, kann jetzt einen ersten Blick ins Moor werfen – obwohl das Schutzgebiet selbst erst rund 200 Meter entfernt liegt. Eine neue Informationswand vermittelt Wissenswertes über eines der wertvollsten Naturgebiete der Region. Sie richtet sich an Einheimische und an Radfahrer auf dem Schwarze-Laber-Radweg.

Die Wand am neu gestalteten Dorfplatz entstand auf Initiative der Stadt Velburg. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Neumarkt setzte sie im Rahmen des vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderten Projekts „Deusmauer Moor: Besucherlenkung und innovative Moornutzung“ um.

Mit dieser Informationswand sei etwas sehr Schönes und Wertvolles entstanden, so Velburgs Bürgermeister Christian Schmid. „Viele Menschen wissen gar nicht, welche Pflanzen und Tiere im Moor leben.“ Der Platz sei gut gewählt, da hier viele Radfahrer vorbeikämen und die Tafel sofort auffalle.

Einzeltafeln erklären die Entstehung des Gebiets

Die vier Einzeltafeln erklären die Entstehung des Gebiets, seine Bedeutung für Klima und Artenvielfalt sowie die Geschichte der Landschaft. Eine Karte weist zudem den Weg ins Moor.

Werner Thumann, Geschäftsführer des LPV Neumarkt, sprach von einer herausragenden und noblen Gestaltung. „Der prominente Platz der Informationswand ehrt uns als Verband.“ Er hob in diesem Zusammenhang die harmonische Zusammenarbeit mit der Stadt Velburg hervor.

Die stellvertretende LPV-Geschäftsführerin Agnes Hofmann würdigte die Unterstützung der Stadt Velburg und des Bayerischen Naturschutzfonds, der das Projekt in einem der wertvollsten Moorgebiete Nordbayerns mit 80 Prozent gefördert hatte. Die Entwicklung und Umsetzung in Zusammenarbeit mit der Agentur Neve hätten „sehr großen Spaß gemacht“. Zugleich unterstrich Hofmann die Bedeutung der Landschaftspflege und den Einsatz durch die Höheren und Unteren Naturschutzbehörden.

Larissa Fleiner, Managerin des Projekts Deusmauer Moor beim LPV, erklärte, dass die Tafeln Lebensräume, Schutzmaßnahmen und die Bedeutung des Moores für die Umwelt zeigen würden.

Infowand nimmt die Dorfplatzarchitektur auf

Designer Jan Neve ging auf die Gestaltung der Informationswand ein, welche die Schrägen der Dorfplatzarchitektur aufgreife. Besonders wichtig sei ihm der Kinderbereich gewesen. Dieser vermittelt kurze Fakten zum Moor und lädt mit einer Quizfrage zum Mitmachen ein.

Für Ramona Müller, Moormanagerin der Höheren Naturschutzbehörde an der Regierung der Oberpfalz, setzt die Wand einen weiteren guten Schwerpunkt für das Schutzgebiet.

Xenia Steinepreis, Sachgebietsleitung der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Neumarkt, betonte die Bedeutung der Umweltbildung als wichtigen Baustein des Naturschutzes. So soll die Informationswand nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch das Interesse an Schutz und Pflege des Deusmauer Moores wecken.

Deusmauer Moor: Größe: Das Deusmauer Moor ist mit mehr als 200 Hektar das größte Moorgebiet der Frankenalb. Es erstreckt sich auf einer Länge von etwa acht Kilometern von Dietkirchen bis Lengenfeld. In seiner Mitte liegt Deusmauer, von wo aus bereits nach rund 200 Metern ein erster Blick ins Moor möglich ist. Die Torfschicht des Niedermoors ist sieben bis acht Meter mächtig. Sie entstand über einen Zeitraum von etwa 7000 Jahren.

Intakte Moore wie zum Beispiel das Deusmauer Moor speichern große Mengen Kohlenstoff und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz auf der Erde. Im Gebiet des Deusmauer Moors kommen 25 gefährdete Tierarten und 27 gefährdete Pflanzenarten der Roten Liste vor, wie zum Beispoiel Bekassine, Blaue Himmelsleiter oder die Sumpf-Stendelwurz. Prägend sind Fließgewässer, Erlenbruchwälder, kalkreiche Niedermoore und Streuwiesen, Schilf-Röhrichte sowie Himmelsleiter-Hochstaudenfluren. Das vom Bayerischen Naturschutzfonds geförderte „Moorprojekt Deusmauer Moor: Besucherlenkung und innovative Moornutzung“ soll die Vielfalt durch Pflege, Information und Besucherlenkung langfristig erhalten.