Die Regensburgerin Jana Lakner und ihr Staffeleinsatz: Das Finale ist das große Ziel

Das große Ziel ist Sonntagabend, 22.48 Uhr. Dann findet am Schlusstag der Leichtathletik-Europameisterschaft das Finale über 4 x 400 Meter statt – und eine Regensburgerin soll mithelfen, dass Deutschland sich dann unter den besten acht Nationen Europas befindet. Jana Lakner von der LG Telis Finanz Regensburg gehört zum Aufgebot der sechs Läuferinnen, unter denen mit Mona Mayer noch eine Ex-Regensburgerin ist, die am Freitag ab 12.35 Uhr erst einmal die Aufgabe hat, Deutschland in den Endlauf zu hieven.
„Ich fühle mich fit, hatte nochmal eine gute Trainingswoche und freue mich auf Birmingham“, bilanzierte Jana Lakner nach dem Staffel-Trainingslager in Frankfurt vergangene Woche und tankte noch einmal zuhause in Landshut Kraft, ehe am Mittwoch die Anreise nach Paris erfolgte. „Die gemeinsamen Tage sind schon wichtig gewesen. Es ist ein ganz anderes Gefühl, wenn man sich untereinander gut versteht“, resümierte Jana Lakner.
Die Eltern und der Bruder sind live mit vor Ort
„Im Vorlauf gehört auch ein bisschen Glück dazu, gegen welche Nationen man letztlich läuft“, sagt Lakner, die „ein volles und lautes Stadion“ in Birmingham erwartet und sich einiger persönlicher Unterstützung sicher sein kann. „Meine Eltern, mein Bruder und zwei Freundinnen werden vor Ort sein“, sagt die 25-Jährige.
Trainer Stefan Wimmer dagegen bleibt in Regensburg und verfolgt den Auftritt seines Schützlings in England vor dem Fernsehschirm. „Ich könnte dort ja nicht mal auf den Aufwärmplatz. Es würde also wenig helfen, wenn ich mich ins Stadion setze. Jana ist inzwischen erfahren genug und kennt ihre Routinen.“ Der Nervosität tut das auch bei Wimmer keinen Abbruch. „Natürlich bin ich auch als Trainer aufgeregt.“
Lesen Sie hier die Bialnz von Jana Lakner nach der Silbermedaille bei der deutschen Meisterschaft.
Jana Lakner war im Vorjahr eine der Aufsteigerinnen der deutschen 400-Meter-Szene und hat sich auch in dieser Saison über die Staffel-WM und die Silbermedaille bei den deutschen Meisterschaften in der nationalen Spitze etabliert. „Jedes Rennen auf diesem Niveau ist Gold wert“, sagt Wimmer über die internationalen Einsätze seines Schützlings, der die speziellen deutschen Anforderungen für einen Einzelstart um ein Zehntel verpasst hatte, obwohl Lakner die Voraussetzungen des europäischen Verbandes über die Rangliste erfüllt gehabt hätte.
In welcher Aufstellung das deutsche Frauen-Quartett am Freitag an den Start gehen wird, wird erst vor Ort entschieden und kommuniziert. „Von Johannas Einzelstart wird auch einiges abhängen“, weiß Jana Lakner, dass das heutige Abschneiden ihrer DM-Bezwingerin Johanna Martin im Semifinale ab 13.45 Uhr maßgeblichen Einfluss darauf haben wird, wie die Besetzung aussieht.
Starke Konkurrenz: „Finale wäre ein Riesenerfolg“
So oder so: „Wenn wir ins Finale kommen, wäre das ein Riesenerfolg“, sieht auch Stefan Wimmer die Stärke der anderen Nationen, die auch dazu führte, dass Deutschland bei der Mixed-Staffel am EM-Starttag gar nicht qualifiziert war.
Und so hoffen Jana Lakner („Ich will die Stimmung aufsaugen“) und ihr Trainer auf zwei Einsätze und den glorreichen Abschluss der Europameisterschaft. „Jana ist diesmal zum Saisonhöhepunkt besser vorbereitet als vor einem Jahr bei der WM und war in der Vorbereitung teils noch einmal schneller als bei der Deutschen“, hat eine „gewisse Gelassenheit“ bei Wimmer Einzug gehalten.
Fakt ist auch: Nach Birmingham wird Jana Lakner „bewusst Pause“ machen und keine Rennen mehr bestreiten. „Sie soll das EM-Gefühl in die neue Saison mitnehmen“, sagt Wimmer, der dann sicher auch die Möglichkeiten der neuen Leichtathletikhalle in Regensburg wieder nutzen kann, wo sich übrigens auch Florian Bremm, der in Birmingham EM-Silber über 5000 Meter gewann, vorbereitete.