„Gründungsgeist ist ungebrochen“: Hubert Aiwanger besucht Startup-Areal in Zeitlarn

Von Peter Czommer · 12. August 2026 um 17:00

„Es ist unser Anspruch – und der Erfolg unserer Gründungspolitik –, dass Gründer überall in Bayern erfolgreich ein Unternehmen aufbauen können, nicht nur in den großen Städten. Der Gründungsgeist im Freistaat ist ungebrochen“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zum Thema Startup bei seinem Besuch in Zeitlarn im Landkreis Regensburg.

Und Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt betonte: „Gerade so praxisnahe Lösungen wie hier zeigen, wie Innovationskraft aus Bayern unsere Wirtschaft stärkt und den Mittelstand bei der digitalen Transformation unterstützt.“

Gemeinde Zeitlarn versteht sich als Partner der Wirtschaft

Zusammen mit dem Zweiten Bürgermeister Thomas Klein und der Dritten Bürgermeisterin Dr. Catrin Nießen begrüßte Rathauschefin Andrea Dobsch die Vertreter der Staatsregierung. Sie erläuterte die Ansiedlungsstrategie zum Startup-Areal Zeitlarn als Gründerförderung mit kurzen Wegen. „Die Philosophie dahinter ist einfach. Die Gemeinde versteht sich als Partner der Wirtschaft – von der ersten Geschäftsidee bis zum erfolgreichen Unternehmen. Wer in Zeitlarn gründet, findet kurze Wege, persönliche Ansprechpartner und ein starkes Netzwerk. Ziel ist es, dass Unternehmen bleiben und gemeinsam wachsen“, sagte Dobsch.

Im Startup-Areal Zeitlarn stehen aktuell noch freie Flächen für Startups und innovative Unternehmen zur Verfügung. „Zeitlarn will dem Mittelstand beste Voraussetzungen bieten“, erklärte Dobsch. Wirtschaft entstehe dort, wo Ideen auf Unterstützung treffen. „Wir wollen Unternehmen nicht nur ansiedeln, sondern sie langfristig begleiten. Die Gemeinde bietet jungen Unternehmen kostengünstige Büro- und Arbeitsflächen.“ Gleichzeitig vermittle die Gemeindeverwaltung Kontakte, unterstütze bei behördlichen Fragestellungen und vernetze Unternehmen untereinander. Auch Kooperationen mit privaten Eigentümern im „Business-Park“ im Bereich Mühlhof ermöglichen weitere attraktive Standorte für wachsende Betriebe.

Ein Beispiel von Innovation aus Zeitlarn präsentierten die Gründer Christopher Dobsch und Christian Ühlin, Jungunternehmer der Firma X-Pferd. „Viele Betriebe werden erst dann merken, dass sie handeln müssen, wenn der erste Kunde eine elektronische Rechnung verlangt. Wir möchten, dass Unternehmen dafür schon heute eine einfache und bezahlbare Lösung in der Schublade haben“, erläuterte Ühlin. „Unser Ziel war es von Anfang an, die E-Rechnung so einfach zu machen, dass jeder Betrieb sie ohne lange Schulungen oder teure Softwarelösungen nutzen kann. Digitalisierung muss den Menschen helfen – nicht sie zusätzlich belasten“, sagte Dobsch.

Aiwanger trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein

Mit der Einführung der verpflichtenden elektronischen Rechnung verändere sich der Geschäftsalltag vieler Unternehmen grundlegend. Was bislang als PDF oder klassische Papierrechnung ausgereicht hat, genügt künftig in vielen Geschäftsbeziehungen nicht mehr. Rechnungen müssen in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format erstellt und verarbeitet werden. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen sowie Handwerksbetriebe wissen oft noch gar nicht, welche Anforderungen in den kommenden Monaten auf sie zukommen. Genau hier setze X-Pferd an. Die Software schließe eine Lücke, wenn Kunden oder öffentliche Auftraggeber keine herkömmlichen Rechnungen mehr akzeptieren.

Klein freute die Aussage des Ministers, dass eine kleine Gemeinde wie Zeitlarn auch einen Anreiz für Startup-Unternehmen geben kann. Nießen zeigte sich stolz, dass auch im Kleinen vor Ort neue Wirtschaftszweige entstehen können. Zum Abschluss des Besuchs trug sich Aiwanger in das Goldene Buch der Gemeinde Zeitlarn ein.

Im Anschluss bot sich noch Gelegenheit für einen kurzen Austausch mit Patrick Dorn, der vor zwei Jahren als erster Unternehmer in das Startup-Areal einzog und von Zeitlarn aus inzwischen mehrfach erfolgreich Unternehmen gegründet hat.