Nach Brand des Feuerwehrhauses: Altenschwand hilft Feuerwehr Iffelsdorf mit Einsatzfahrzeug

Von Mittelbayerische Zeitung · 12. August 2026 um 15:00

Manchmal beginnt konkrete Hilfe nicht mit einem offiziellen Schreiben oder einem langen Abstimmungsprozess, sondern mit einem Gespräch unter Feuerwehrkameraden. Genau so entstand die Unterstützung, die nun in Iffelsdorf sichtbar geworden ist: Am Montag wurde ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) der Freiwilligen Feuerwehr Altenschwand als Leihfahrzeug an die Freiwillige Feuerwehr Iffelsdorf übergeben. Dies teilt die Kreisbrandinspektion auf Anfrage mit. Damit erhält die Feuerwehr nach dem schweren Brand ihres Gerätehauses wieder die Möglichkeit, ihre eigentliche Kernaufgabe – den abwehrenden Brandschutz – in einem gewissen Rahmen selbst wahrzunehmen.

Die Vorgeschichte dieser besonderen Hilfe reicht bis in die Zeit unmittelbar nach dem Brandereignis zurück. Wenige Tage später fanden im Landkreis Schwandorf die Florianstage statt. Dort hatte der Bodenwöhrer Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU) Kreisbrandrat Christian Demleitner bereits darüber informiert, dass die Feuerwehr Altenschwand ihr neues Fahrzeug, das im Dezember 2025 ausgeliefert wurde, mittlerweile in Dienst gestellt hat. Das bisherige Tragkraftspritzenfahrzeug könnte deshalb für einen Übergangszeitraum zur Verfügung gestellt werden. Aus diesem ersten Angebot entwickelte sich schließlich konkrete Hilfe.

Erste Gespräche gab es schon beim 150. Jubiläum

Beim 150. Gründungsjubiläum der Feuerwehr Iffelsdorf kam das Thema erneut zur Sprache. Marisa Hoffmann, die sich in der Jugendfeuerwehrarbeit der Feuerwehr Altenschwand engagiert, erkundigte sich bei einem Kameraden nach dem aktuellen Stand und griff das Thema anschließend auch noch einmal im Gespräch mit ihrem Vater, Bürgermeister Georg Hoffmann, auf. Es folgte die Kontaktaufnahme mit dem Pfreimder Bürgermeister Florian Reger (FW) sowie der direkte Austausch zwischen dem Kommandanten der Feuerwehr Altenschwand, Helmut Knopf, und der Kommandantin der Feuerwehr Iffelsdorf, Josefine Duscher.

Schnell war klar: Wenn das Fahrzeug in Iffelsdorf helfen kann, soll es dort auch eingesetzt werden. Dass dieses Angebot nun tatsächlich umgesetzt werden konnte, ist ein Beispiel für die unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen Feuerwehren und Kommunen im Landkreis Schwandorf.

Die Tragkraftspritze ist essenziell für die Feuerwehr. - Foto:

Bereits kurz nach dem Brand hatten die Stadt Pfreimd und die Feuerwehr Iffelsdorf zahlreiche Hilfs- und Unterstützungsangebote aus der gesamten Region erreicht. Bürgermeister Florian Reger zeigte sich dafür bereits damals sehr dankbar. Gleichzeitig habe man sich in den ersten Tagen zunächst orientieren, den tatsächlichen Bedarf feststellen und verschiedene organisatorische Fragen klären müssen. Mit dem Fahrzeug aus Altenschwand konnte nun eine Lösung gefunden werden, die genau zur aktuellen Situation passt.

Bei der Übergabe am Feuerwehrgerätehaus waren laut der Mitteilung neben zahlreichen Mitgliedern der Feuerwehr Iffelsdorf – von den jüngsten bis zu den erfahrenen Feuerwehrangehörigen – auch Vertreter der Feuerwehr Altenschwand, die Bürgermeister beider Kommunen sowie Kreisbrandrat Christian Demleitner anwesend.

Feuerwehr bedeutet, füreinander einzustehen – nicht nur im Einsatz, sondern auch dann, wenn eine unserer Feuerwehren selbst Unterstützung braucht.Christian Demleitner, Kreisbrandrat

Demleitner stellte dabei besonders die Solidarität heraus, die innerhalb der Feuerwehren und zwischen den Kommunen im Landkreis Schwandorf gelebt werde. Gerade nach einem Ereignis, bei dem eine Feuerwehr selbst plötzlich auf Hilfe angewiesen ist, zeige sich, was Kameradschaft tatsächlich bedeutet. „Feuerwehr bedeutet, füreinander einzustehen – nicht nur im Einsatz, sondern auch dann, wenn eine unserer Feuerwehren selbst Unterstützung braucht. Diese gelebte Kameradschaft und Solidarität zeichnet unsere Feuerwehren und unsere Kommunen im Landkreis Schwandorf aus“, so der Kreisbrandrat. Sein Dank galt allen Beteiligten, die die Übergabe schnell und unbürokratisch möglich gemacht haben.

Bodenwöhrs Bürgermeister Georg Hoffmann fand für die Unterstützung ein passendes Bild: „Im Brandschutz muss ein Zahnrad in das andere greifen. Wenn nach einem solchen Ereignis ein Zahnrad vorübergehend ausfällt, müssen andere helfen, damit es wieder in das große Ganze eingreifen kann. Wenn wir dazu beitragen können, dass das Zahnrad Iffelsdorf wieder seinen Platz im Brandschutz einnimmt, dann helfen wir sehr gerne.“

Auch Pfreimds Bürgermeister Florian Reger dankte der Gemeinde Bodenwöhr und der Feuerwehr Altenschwand für die unkomplizierte und kameradschaftliche Unterstützung. „Nach dem Brand haben uns sehr viele Hilfsangebote erreicht, für die wir bis heute außerordentlich dankbar sind. In den ersten Tagen mussten wir uns zunächst orientieren und viele Dinge klären. Umso mehr freut es mich, dass wir mit dieser Lösung nun einen wichtigen Schritt weiter sind. Die Feuerwehr Iffelsdorf kann damit wieder in einem gewissen Rahmen ihre Kernaufgabe im abwehrenden Brandschutz wahrnehmen“, erklärte Reger.

Auch die beiden Kommandanten Josefine Duscher und Helmut Knopf dankten den beteiligten Kommunen für die schnelle und pragmatische Umsetzung. Für die Mitglieder der Feuerwehr Iffelsdorf bedeutet das Fahrzeug dabei weit mehr als nur zusätzliche Technik. Nach Wochen, die vom Verlust des Gerätehauses, der Fahrzeuge und der Ausrüstung geprägt waren, steht nun wieder ein eigenes Einsatzfahrzeug zur Verfügung – und damit auch ein Stück Feuerwehralltag.

Einsatzkräfte im Landkreis sind eng verbunden

So zeigt die Fahrzeugübergabe, wie eng das Feuerwehrwesen im Landkreis Schwandorf miteinander verbunden ist, heißt es in der Mitteilung weiter. Kameradschaft zeige sich dabei nicht nur dort, wo gemeinsam Einsätze bewältigt oder gesellschaftliche Ereignisse gefeiert werden. Ihr besonderer Wert zeige sich gerade dann, wenn eine Feuerwehr plötzlich selbst auf Unterstützung angewiesen ist.

Kreisbrandrat Christian Demleitner brachte diesen Gedanken zum Abschluss so auf den Punkt: „In einem solchen Fall stehen wir zusammen. Nicht, weil wir es müssen, sondern weil genau das Feuerwehr und Kameradschaft ausmacht.“

Das Fahrzeug

• Leihgabe: Bei dem Leihfahrzeug handelt es sich um ein Tragkraftspritzenfahrzeug auf einem Mercedes-Benz 314 mit Aufbau von Furtner und Ammer aus dem Baujahr 1996. Das Fahrzeug wurde einschließlich einer Tragkraftspritze übergeben und wird für die Dauer seiner Nutzung durch die Feuerwehr Iffelsdorf in einem Übergangsquartier untergebracht.

• Übergangslösung: Die Lösung ist als Übergang gedacht. Bereits vor dem Brand hatte die Stadt Pfreimd ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug für die FF Iffelsdorf in Auftrag gegeben. Dessen Auslieferung wird nach aktuellem Stand im Frühjahr 2027 erwartet. Sobald das neue Fahrzeug übernommen werden kann, wird das jetzt bereitgestellte TSF wieder zurückgegeben.