Waldbrand bei Bodenwöhr war wohl nicht gelegt – Bürgermeister löschte an vorderster Front

Von Martin Kellermeier · 3. Mai 2026 um 19:00

Rund 800 Quadratmeter Wald waren am vergangenen Freitag im Taxöldener Forst bei Bodenwöhr (Landkreis Schwandorf) in Brand geraten. Etliche Feuerwehren waren stundenlang gefordert, um die Flammen abzulöschen. Wie es überhaupt zu dem Feuer zwischen den Kiefern kommen konnte, ist für Ermittler wie Feuerwehrkräfte weiter ein großes Rätsel.

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Die Rauchsäule war am Freitag gegen 16.15 Uhr nicht zu übersehen. Im Umkreis von mehreren Kilometern stach sie ins Auge, auch Autofahrern auf der B85 fiel sie sofort auf. Dennoch war es für die Feuerwehr nicht leicht, den Brandort zu lokalisieren. Schließlich lag er tief drinnen im Taxöldener Forst, irgendwo im Unterholz. „Es hat einige Zeit gedauert, bis die Einsatzkräfte den Brandort finden konnten“, berichtete auch Kreisbrandrat Christian Demleitner gegenüber der MZ.

Waldbrand sorgte fast für ein Dutzend Notrufe

Hilfreich bei der Suche war den Einheiten der Feuerwehr auch eine Vielzahl von Notrufen, die bei der Integrierten Leitstelle Oberpfalz-Nord eingingen, wie deren Pressesprecher Jürgen Meyer auf MZ-Anfrage berichtete. Insgesamt elf Mitteiler hätten sich gemeldet – aus allen Himmelsrichtungen. So setzten wegen des Waldbrandes im Taxöldener Forst unter anderem auch Passanten in Schwandorf und Neunburg Notrufe ab. „Aus elf einzelnen Meldungen wurde ein stetig besseres Lagebild und man konnte den Brand lokalisieren. Genau so funktioniert schnelle Hilfe“, lobte Meyer.

Tief drinnen im Forst gibt es freilich auch keine Wasserleitungen oder ein Hydrantennetz. Und so war die Feuerwehr bei ihrer Arbeit auf Tanklöschfahrzeuge angewiesen. Es wurde ein Pendelverkehr eingerichtet, um immer genügend Löschwasser an der Einsatzstelle zu haben. Ferner kamen Feuerpatschen zum Einsatz, um die Flammen eindämmen zu können, wie der Kreisbrandrat mitteilte.

Bodenwöhrs Bürgermeister als Feuerwehrmann im Einsatz

Etwa 150 Aktive der Feuerwehren Taxöldern, Altenschwand, Pingarten, Bodenwöhr, Neunburg, Altendorf, Wackersdorf, Bruck und Steinberg am See halfen zusammen. Einer der Männer an vorderster Front war der Bodenwöhrer Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU). Er ist selbst bei der FF Altenschwand aktiv und war nach eigenen Angaben zum ersten Mal bei einem Waldbrandeinsatz dabei. „Man glaubt gar nicht, wie schnell sich die Flammen ausbreiten und auf dem ausgetrockneten Boden überspringen“, berichtete er der MZ. Auch nach dem Löschen würden immer wieder neue Glutnester auftauchen. „Jeder Baumstumpf ist eine schlummernde Glutgefahr“, stellte Hoffmann fest.

Vom Boden strahlt die Hitze nach oben, der Rauch beißt und alles, was du anfasst, ist voll schwarzem Ruß.Georg Hoffmann, Bürgermeister der Gemeinde Bodenwöhr und Aktiver der FF Altenschwand

Der Rathauschef musste am eigenen Leib erfahren, wie anstrengend ein derartiger Einsatz sein kann. „Vom Boden strahlt die Hitze nach oben, der Rauch beißt und alles, was du anfasst, ist voll schwarzem Ruß“, sagte der CSU-Kommunalpolitiker. Körperlich besonders herausfordernd sei die Materialschlacht. Für Hoffmann ist es daher in Zukunft unumgänglich, dass pro Gemeinde ein geländegängiges Einsatzfahrzeug mit Löschausrüstung oder ein Quad zur Ausrüstung gehören. „Anders lässt sich einem solchen Einsatz im unwegsamen Gelände kaum begegnen“, konstatierte Hoffmann. Die Bodenwöhrer Feuerwehren und die Gemeinde hätten dazu bereits einen Antrag auf Förderunterstützung beim Landkreis gestellt.

Der Löscheinsatz war für die rund 150 Kräfte der Feuerwehr ein Kraftakt. - Foto: Edgar Pielmeier

Als am Freitag gegen 19.30 Uhr die letzten Schläuche im Taxöldener Forst eingerollt wurden, war der Auslöser für den Brand weiter unklar. Viele Einsatzkräfte stellten sich die Frage, wie es im Unterholz fernab von Wegen überhaupt zu brennen beginnen konnte – so auch der örtliche Bürgermeister. „Die spannende Frage nach der Ursache ist schwer zu beantworten: eine Glasscherbe, eine Zigarette aus Unachtsamkeit, ein heißer Auspuff oder noch Schlimmeres. Ich fürchte, die Ursache wird sich nur schwer ermitteln lassen“, sagte Georg Hoffmann.

Polizei schließt Brandstiftung im Taxöldener Forst aus

Die Polizeiinspektion Neunburg teilte dazu mit, dass die Ursache „wohl auf die aktuelle Trockenheit“ zurückzuführen sei. Eine Brandstiftung schlossen die Ermittler aus.

Im Landkreis Schwandorf gilt weiterhin die zweithöchste Waldbrandwarnstufe. „Die Gefahr von Bränden steigt insbesondere durch die Kombination aus warmen Temperaturen, intensiver Sonneneinstrahlung und Wind. Letzterer kann ein Feuer innerhalb kürzester Zeit anfachen und verbreiten“, erklärte Hans-Jürgen Schlosser, der Sprecher der Feuerwehren im Landkreis Schwandorf. Auch scheinbar harmlose Ursachen wie achtlos entsorgter Müll könnten dabei eine Rolle spielen. „Glasflaschen oder Scherben können das Sonnenlicht bündeln und wie ein Brennglas wirken. Vor allem entlang von Straßenrändern in unmittelbarer Nähe zu trockenen Wiesen oder Getreidefeldern kann so schnell ein Brand entstehen“, teilte Schlosser mit.

Feuerwehr: So lassen sich Wald- und Flächenbrände verhindern

Bereits mit wenigen einfachen Verhaltensweisen lasse sich das Risiko deutlich reduzieren, berichtete der Feuerwehr-Sprecher. So sollten das Rauchen oder das Grillen in Wäldern oder auf Wiesen unbedingt unterlassen werden. Ferner sollten niemals Zigarettenkippen aus dem Auto- oder Zugfenster geworfen werden.

Wer Rauch oder Feuerschein bemerkt, sollte nicht zögern und umgehend den Notruf 112 wählen, damit schnell reagiert werden kann.Hans-Jürgen Schlosser, Sprecher der Feuerwehren im Landkreis Schwandorf

Auch müssten die Zufahrten zu Wäldern für Löschfahrzeuge Tag und Nacht freigehalten werden. Ferner sei das Fahren oder Parken auf Waldwegen zu unterlassen. Heiße Auspuffrohre oder Katalysatoren könnten das Gras in Brand setzen. „Gerade in ländlichen Regionen, in denen Wälder, Felder und Wohngebiete oft unmittelbar aneinandergrenzen, ist Aufmerksamkeit besonders wichtig. Wer Rauch oder Feuerschein bemerkt, sollte nicht zögern und umgehend den Notruf 112 wählen, damit schnell reagiert werden kann“, erklärte Hans-Jürgen Schlosser.

Für die Feuerwehren im Landkreis Schwandorf war der Start in den Mai nicht nur wegen des Waldbrandes bei Bodenwöhr einsatzintensiv. Insgesamt mussten 29 Einsätze abgearbeitet werden, darunter ein Lkw-Brand auf der A6. Auch mehrere First-Responder-Einsätze, bei denen Feuerwehren zur medizinischen Erstversorgung alarmiert werden, wurden registriert. Auch rund um Maibaumveranstaltungen war die Feuerwehr im Einsatz, zum Beispiel um den Verkehr zu regeln.

Neues Auto der Feuerwehr Altenschwand besteht Feuertaufe

• Fahrzeug: Etwa eine Stunde nach der Fahrzeugsegnung hatte Florian Altenschwand 46/1 seinen ersten Einsatz. Weil bei einem Waldbrand jede Sekunde zählt, rückte das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser samt Blumenschmuck aus und war ein Blickfang an der Einsatzstelle.

• Quantensprung: Für die Feuerwehr Altenschwand bedeutet das neue Fahrzeug einen Quantensprung. Dank Wassertank und Atemschutzgeräten kann nun schnell und effektiv ein Brand bekämpft werden. Dafür wurden 20 Atemschutzträger ausgebildet. „Unsere Feuerwehr Altenschwand ist damit gerüstet und für alle Einsatzzwecke ausgestattet, die in ihr Aufgabengebiet fallen“, stellte Bürgermeister Georg Hoffmann fest.

Sogar der Blumenschmuck von der Fahrzeugsegnung war noch dran: Aktive der Feuerwehr Altenschwand nahmen nach dem Waldbrandeinsatz im Taxöldener Forst ihr neues Fahrzeug in die Mitte. - Foto: Martin Kellermeier