Immer neue Meldungen: Wie groß ist das Regensburger Ratten-Problem? Appell der Stadt

Ratten sind hochintelligent. Manche von ihnen können sogar kochen – zumindest wenn man Hollywood glaubt. Auch die Regensburger Ratten haben ein gesteigertes Interesse an der Gastronomie. Anders lässt sich eine aktuelle Warnung der Stadtverwaltung nicht verstehen.
Vor einigen Tagen hat die MZ über Rattensichtungen am Bismarckplatz berichtet. Ein Landkreisbewohner hatte sich gemeldet und davon berichtet, wie er mehrere der Tiere dort in einer Samstagnacht gesehen habe. Daraufhin hat sich noch ein weiterer Leser an die MZ gewandt. Er berichtet in einer Mail an mehrere Behörden, die auch die Redaktion erreicht hat, von einem Vorfall Ende Juli. An einem Donnerstagabend sei er gegen 21 Uhr vor dem Theater gesessen, als eine dicke Ratte an ihm vorbeigeflitzt sei. Das habe seine Frau und ihn sowie drei Damen am Nebentisch recht erschrocken. „Anschließend hatten wir kurz ein neues Gesprächsthema“, kommentiert der Leser mit einer Spur Sarkasmus. „Nur für Ihre Statistik“, schreibt er an die Behörden gerichtet weiter.
Ratten in Regensburg: MZ-Leser berichten von Sichtungen in der ganzen Stadt
Auch auf Facebook meldeten sich weitere Leser zu Wort. „Ganz Regensburg hat ein Rattenproblem, nicht nur der Bismarckplatz“, heißt es dort etwa. Das sei kein Wunder, angesichts dessen, wie verdreckt die Altstadt inzwischen sei. „Überall liegt Müll, obwohl es genügend Mülleimer gibt.“ Auch am Bahnhof habe er Ratten gesehen, schreibt ein anderer Nutzer. „Ich bin jedes Wochenende am Bismarckplatz und jedes Wochenende sehe ich Ratten dort“, teilt ein anderer Leser mit. Andere Nutzer führen das Problem auf Essensreste zurück und sagen, es bestehe schon länger.
Damit könnten sie durchaus richtig liegen, wie eine neuerliche Anfrage bei der Stadt Regensburg zeigt. Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra bestätigt eine weitere Ratten-Meldung seit dem MZ-Bericht. Die Tiere gebe es immer in der Nähe der Menschen, in jeder Stadt und jeder Gemeinde. „Vor allem dort, wo es ausreichend Nahrung gibt, kann man auf Ratten stoßen.“ Um eine Rattenpopulation nicht zu vergrößern, könnten Menschen auch im Alltag Nützliches tun. „So sollten Küchenabfälle und Essensreste nicht über die Toilette entsorgt werden. Ansonsten vergrößert sich das Nahrungsangebot für Ratten in der Kanalisation.“
Warnung der Stadt Regensburg: Gebt Ratten nichts zu essen
Wichtig sei auch, keine Nahrungsquellen für Ratten entstehen zu lassen. „To-Go-Verpackungen und weggeworfene Essensreste auf Straßen, Plätzen oder in Parks erhöhen das Müllaufkommen im öffentlichen Raum und bieten Ratten ein reiches Nahrungsangebot.“ Genau das ist am Bismarckplatz unstrittig der Fall. Insbesondere am Wochenende stapelt sich hier regelmäßig der Müll.
Daher formuliert von Roenne-Styra auch einen dringenden Appell der Stadt: „Ein Schädlingsbefall kann im Nachhinein häufig nur bekämpft, aber nicht ursächlich beseitigt werden.“ Ein verantwortungsvoller Umgang mit Speisen und deren Überresten im öffentlichen Raum sollte daher für alle eine Selbstverständlichkeit sein, so die Pressesprecherin der Stadt weiter.
Gesundheitsamt sieht keine Gefahr für Regensburger durch Ratten
Das Gesundheitsamt hatte auf MZ-Anfrage vor wenigen Tagen betont, dass vereinzelt Ratten im Regensburger Stadtgebiet gesichtet werden. Eine Häufung rund um den Bismarckplatz sei allerdings nicht bekannt. Auch eine Gefahr für die Allgemeinbevölkerung bestehe nicht. Generell handele es sich um ein Problem, das insbesondere im urbanen Raum auftrete. Die Tiere könnten Krankheitserreger übertragen, vorallem dann, wenn Lebensmittel direkt durch sie kontaminiert werden.
Folglich sollte man Ratten nicht in die Küche lassen – auch wenn Hollywood da etwas anderes behauptet.