Spezielle Ausstellung startet in Abensberg

Jetzt ist das Geheimnis gelüftet: Ende dieser Woche sollen die in den vergangenen Monaten entstandenen Platzhalter für Demokratie in Abensberg zu sehen sein. Mitten in der Stadt ist eine Kunstaktion angekündigt.
Wie berichtet, sind im Rahmen eines Kunstprojekts in den vergangenen Wochen aus den Händen von Bürgerinnen und Bürgern Darstellungen von Stühlen in verschiedenster Form entstanden. Sie sollen als Symbole dienen – als Platzhalter für Demokratie. Grundsätzlich sollten die Teilnehmer damit ausdrücken, was ihnen beim Thema Demokratie wichtig ist.
Ein Stuhl ist ein alltäglicher Gegenstand – und gerade deshalb in den Augen der Initiatoren ein starkes Symbol. Er stehe für einen Platz, den Menschen einnehmen können. Er bedeute Zugehörigkeit, Teilhabe und die Einladung, sich einzubringen. „Ein Stuhl schafft Raum für Begegnung: Man setzt sich zusammen, hört einander zu und kommt ins Gespräch“, heißt es in einer Presseerklärung der Initiatoren, deren Initiative sich ebenso Platzhalter für Demokratie nennt..
Mitten in Abensberg
150 einzelne Kunstwerke sind demnach entstanden. Ihre Vielfalt soll jetzt ab 15. August bis September auf den Sitzstufen am Aventinusplatz, beim Herzogskasten und dem Schlossgarten zu bewundern sein. Aufgebaut wird schon am 14. August um 15 Uhr - auch hier seien die Abensberger schon eingeladen, sich die Aktion anzusehen.
Um diese Aktion geht es: Stühle gestalten für die Demokratie
Speziell mit dem Ausstellungsort beim Aventinusplatz wolle man an den historischen Ursprung der Demokratie anknüpfen. Im antiken Athen kamen Bürger auf den Stufen der Pnyx, einem Hügel neben der Akropolis, zusammen, um zuzuhören, zu diskutieren und gemeinsam Entscheidungen zu treffen.
Demokratie entstand dort nach laut Mitteilung nicht zuerst als abstrakte Staatsform, sondern als gelebte Praxis: Menschen versammelten sich, tauschten Argumente aus und übernahmen gemeinsam Verantwortung.
Gemeinsam ins Gespräch kommen
Diese Idee werde jetzt in Abensberg neu interpretiert. Die Sitzstufen sollen nicht nur zum Ausstellungsraum, sondern auch zum Ort der Begegnung werden. Besucherinnen und Besucher sind demnach eingeladen, Platz zu nehmen, die Werke zu betrachten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Über QR-Codes können zusätzlich die Gedanken hinter den Arbeiten entdeckt werden.
Ergänzt wird die Ausstellung laut der Mitteilung durch von Teilnehmenden gestaltete Originalstühle. Diese individuellen Kunstwerke werden im Schlossgarten und im Herzogskasten präsentiert. Das Projekt erweitere bewusst klassische Ausstellungsräume und bringe Kunst dorthin, wo Menschen sich täglich begegnen: in den öffentlichen Raum. So verbinde man analoge Kunst, digitale Kommunikation und gesellschaftlichen Austausch. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Stadt Abensberg und dem Stadtmuseum.
Es handelt sich dabei bereits um die dritte große Aktion von Platzhalter für Demokratie in Abensberg in den vergangenen Jahren. So standen unter anderem Mitmenschen mit ihrem Gesicht, aufgedruckt in großen Plakaten, für Demokratie und Toleranz.