Stühle gestalten für die Demokratie

Nach erfolgreichen Projekten in den beiden Vorjahren packt die Initiative „Platzhalter für Demokratie, Vielfalt und Toleranz “ in diesem Jahr das nächste Vorhaben an. Die Arbeit der Gruppe soll außerdem festere Strukturen erhalten.
Dieses Jahr soll eine Ausstellung von der Bürgerschaft für die Bürgerschaft entstehen. „Die Menschen müssen verstehen, dass die Demokratie weiter unter Druck steht“, stellt Anton Mirwald, einer der Sprecher der Initiative, im Gespräch mit dieser Zeitung fest. Deshalb sei es sehr wichtig, weiterhin Projekte zu organisieren. Im Mittelpunkt des neuen Vorhabens soll diesmal „ein einfaches, aber starkes Symbol“ stehen: ein Stuhl. „Er steht für Teilhabe, Mitsprache und den Platz, den jede und jeder in unserer Gesellschaft einnimmt“, steht es in einer Veröffentlichung der Stadt.
Die Organisatoren ergänzen im Gespräch: Ein Stuhl sei eben ein Platzhalter, so wie sich die Initiative eben auch nenne. Auf Stühle könne man sich setzen und gemeinsam ins Gespräch kommen.
Die Idee sei so offen wie kreativ: „Wählt ein Stichwort aus den demokratischen Werten - etwa Freiheit, Respekt, Zusammenhalt oder Meinungsfreiheit - und gestaltet dazu ein Bild eines Stuhls“, werden die Abensbergerinnen und Abensberger zur Teilnahme aufgefordert. Möglich sei vieles – ganz egal ob gemalt, fotografiert, digital, als Collage oder sogar als plastische Arbeit. Wichtig sei nur, dass es sich um ein hochformatiges Bild handle und am oberen Rand Raum für den gewählten Begriff bleibt, der später als Titel ergänzt werden soll.
Gemeinsames Handwerken beim Kunstnachtmarkt
Einen sichtbaren Auftakt zum Projekt wolle die Initiative beim Kunstnachtmarkt machen. Man werde im Bereich des Stadtgrabens vor Ort sein. „Alle Interessierten sind eingeladen, gemeinsam mit uns Stühle plastisch zu gestalten.“ Es sei der Gruppe wichtig, auch wieder eine Gemeinschaftsaktion auf die Beine zu stellen. Die Aktion solle am Bürgerfest wiederholt werden. Bei den beiden Terminen gibt es auch weitere Infos zum Gesamtprojekt.

Laut Mirwald können die entstandenen Stuhlbilder über die Internetseite der Initiative hochgeladen werden (platzhalterfuerdemokratie.de). Falls gar nicht anders möglich, können Bilder auch einfach so abgegeben werden können, ergänzt Mirwalds Kollegin Meada Mounajed-Riess: etwa bei den beiden Terminen.
Mit den eingereichten Bildern wollen die Initiatoren eine Ausstellung gestalten. Der genaue Ablauf stehe laut Mirwald und Mounajed-Riess noch nicht fest. Angedacht wäre aber eine Art Galerie in der Abensberger Altstadt, die dann etwa von August bis September zu sehen sein soll. Vorgesehen sei dann auch eine Vernissage; Details dazu stehen aber noch nicht fest. Vorgesehen ist außerdem, die Werke in einer virtuellen Galerie auf der eigenen Internetseite zu zeigen.
Die Initiative aus Abensberg will in Zukunft ein Verein sein
Mitmachen können alle Interessierten.Es geht der Initiative weniger um künstlerische Qualität als darum, möglichst viele einzubinden. „Denn Demokratie lebt davon, sichtbar gemacht und gemeinsam gestaltet zu werden“.Weitere Informationen zum Projekt gibt es auf der Internetseite der Initiative und deren Social-media-Kanälen.
In diesem Jahr soll es neben dem vorgestellten Projekt noch auf andere Art und Weise vorwärtsgehen. „Wir sind gerade dabei, einen Verein zu gründen“, berichten Meada Mounajed-Riess und Anton Mirwald. Ziel sei es, das Engagement der Mitwirkenden langfristig zu sichern und auch in Zukunft kulturelle Projekte rund um Demokratie, Beteiligung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Abensberg umzusetzen. Sogar für heuer gebe es noch Pläne.
„Im Rahmen eines Vereines ist es einfacher, Veranstaltungen anzumelden und dafür auch Versicherungen abzuschließen“, sagen die beiden. Interessierte können sich jederzeit melden, um mitzumachen. Auch Spenden seien gern gesehen. Diese könnten per PayPal unter dem Stichwort info@platzhalterfuerdemokratie.de geleistet werden. Unter dieser Mailadresse gibt es darüber hinaus Informationen zur Initiative.