Wasserrutschengaudi sorgt in Saalhaupt für rasante Abkühlung

Die Dorfgemeinschaft Saalhaupt (Landkreis Kelheim) veranstaltete am Samstag, 8. August, ihre Wasserrutschengaudi. Kinder – aber nicht nur die – konnten auf der 120 Meter langen und zwei Meter breiten Bahn am abschüssigen Feldhang am Ortsrand ihren Mut beweisen.
Gebaut war die Bahn aus landwirtschaftlichen Folien, die seitlich mit Sandsäcken gehalten wurden. Gestartet wurde von einem aus Paletten errichteten Turm.
Der sehr unterhaltsame Rutschenwettbewerb startete um 16 Uhr. Bei den Kindern siegte Maximilian Lang in 16,48 Sekunden vor Pia Krischker mit 17,78 Sekunden und Josef Lehner mit 17,88 Sekunden. Es waren knappe Entscheidungen, denn die Reifen drehten sich während der Fahrt, wenn der Athlet nicht richtig auf ihnen lag. Weiter kam es auf die Steuerung an. Der perfekte Start entschied.

Bei den Erwachsenen war es nicht nur dieser, sondern auch die Gewichtsverlagerung des Lenkers, die so die Beschleunigung vorantrieb oder im schlängelnden Kurvenbereich Geschwindigkeit kostete. Hier gewann Geheimfavorit Benjamin Gammel in fantastischen 13,70 Sekunden vor Andreas Lehner mit 14,40 und Peter Blank mit 14,71 Sekunden.
Die Starter kamen aus Saalhaupt, Teugn und Poign. Die Erwachsenen lagen fast alle bäuchlings auf ihren „Wasserfahrzeugen“. Vater und Sohn Lehner aus Poign lenkten so ihre Untersätze fast mühelos ins Ziel. Dieter Meny, er ist Vorsitzender des Skiclubs Großberg, war der erste Rutscher bei den Erwachsenen. Er hielt sich wie viele weitere tapfer. Am Start waren 31 Kinder und 27 Erwachsene.

Kinder rutschten im „Kanu des Manitu“
Die Älteren konnten bei der Sommergaudi das Kind in sich wiederentdecken. Krokodil, Dino, Schwimmreifen, Luftmatratze und weitere aufblasbare Untersätze wurden genutzt. Auf einer großen Luftmatratze fuhren fünf Erwachsene.
Deren Schwung war so groß, dass sie am Bahnende im eigens errichteten, acht mal 3,5 Meter großen und etwa einen Meter tiefen Wasserbecken stark abbremsten, aber erst am anderen Ende zum Stehen kamen. Die Kinder nutzten ein aufblasbares Kanu. „Wir fahren im Kanu des Manitu“, war von ihnen zu hören.

Alle liebten die Beschleunigung. So konnten sie die Gesetze der Schwerkraft an sich selbst austesten. Leider war der Spaß schon nach rund 18 Sekunden wieder vorbei. Auf dem angrenzenden Feldweg liefen alle wieder zur Startrampe, um erneut mit Schwung talwärts zu rutschen.
Seit rund vier Wochen ist die Bahn am Rand eines abgeernteten Feldes schon aufgebaut. Trainingsläufe wurden im Vorfeld veranstaltet. Die Idee für die Rutschpartie hatte der Vorsitzende der Saalhaupter Dorfgemeinschaft, Dominik Heimerl. Er hatte im Internet ein Video mit dem Rutschspaß gesehen. „Ich dachte mir, das wäre eine Besonderheit für uns“, sagte er. Die Kinder nahmen den Pool am Dorfrand dankend an.

Das Wasser wurde mit der Tragkraftspritze der örtlichen Feuerwehr nach oben gepumpt, sodass ein Kreislauf hergestellt wurde. Die Betriebsstunden dieser Pumpe erhöhten sich zwar, aber die Einsatzbereitschaft wurde so über viele Stunden, in denen sie lief, getestet. Und: Das Wasser kam nicht aus der Leitung, sondern aus privaten Brunnen und Zisternen. Mittels eines alten, sauberen privaten Güllefasses, das man im Notfall auch bei Vegetations- oder Waldbränden einsetzen kann, wurde das Nass herantransportiert.
Organisator sorgt für den Gag des Tages
Man darf gespannt sein, was sich die Saalhaupter zukünftig wieder einfallen lassen. Der erwachsene Sieger bekam ein 20-Liter-Fass Helles, der Sieger bei den Kindern einen Keldorado-Gutschein, denn das Bad Abbacher Inselbad gibt es momentan nicht, so Heimerl.
Den ganzen Tag wurde immer wieder gerutscht. Es war ein kleines Dorffest angehängt. Rund 150 Besucher waren da. Den Gag des Tages lieferte unfreiwillig Organisator Heimerl. Er rutschte als Letzter. Als er unten ins Bassin eintauchen wollte, gab es einen Knall – denn sein Schwimmreifen war geplatzt …
