Poller wegen Baustellenverkehr? Anwohner im Lerchenfeldquartier in Köfering fordern Sperrung

Mit Anträgen von Bürgern aus dem Graf-Lerchenfeld-Quartier befasste sich der Köferinger Gemeinderat (Landkreis Regensburg) in seiner August-Sitzung. Die Anwohner mehrerer Straßenzüge forderten Absperrpoller, um den Ausweich- und Schleichverkehr infolge der Baumaßnahmen im benachbarten Baugebiet Weiherbreite zu unterbinden. Bei den Gemeinderäten stießen diese aber auf wenig Gegenliebe.
Den Anwohnern geht es darum, die Durchfahrt vom Baugebiet Weiherbreite BA II zur Staatsstraße 2615 zu unterbinden. Aus der Anwohnerschaft wurde darauf hingewiesen, dass der Verkehr zugenommen habe und Kinder durch schnelle Fahrweise gefährdet würden. Acht Anwohner waren in der Sitzung anwesend und forderten einen Absperrpoller. Als sie nach anfänglich einzelnen Wortmeldungen begannen, das Thema mitzudiskutieren, schritt Bürgermeister Armin Dirschl vehement ein.
Figuren mit Warnfahnen werden aufgestellt
Dirschl argumentierte, dass Rettungsdienste jederzeit das Areal anfahren können müssen. Zudem sei die Straße kein Spielplatz. Darüber hinaus würden illegale Parker den Verkehr behindern. Der Bürgermeister machte klar, dass die Interimsausfahrt zur Staatsstraße 2615 solange offen bleibe, bis geklärt sei, wer die Kosten der mit einhergehenden Wallschließung trage. Erst nach Fertigstellung der R30 könnten Absperrungen entfallen. Das Gremium war sich schließlich einig, von der Errichtung eines verkehrsberuhigten Bereiches abzusehen.
Es sollen jedoch Figuren mit Warnfahnen aufgestellt werden, um die Autofahrer darauf hinzuweisen, dass hier Kinder unterwegs sind. Die Schaltung der Fußgängerbedarfsampel an der Staatsstraße 2615 wird stärker an den Verkehr ausgerichtet werden. Sie soll mit der zu errichtenden Ampel an der Einfahrt zur R30 kompatibel geschaltet werden.
Barrierefreier Umbau der Bahnsteige
Die Entwicklung des Bahnhofareals samt barrierefreiem Umbau der Bahnsteige wurde besprochen. Drei qualifizierte Büros wurden um Angebote gebeten. Nur ein Angebot ging ein. Die Maßnahme ist zur Städtebauförderung bei der Regierung der Oberpfalz angemeldet. Die weitere Vorgehensweise wurde am 15. Juli dort besprochen. Das Ergebnis: Das Büro muss auch für Grünanlagen und die Gestaltung des Bahnhofsumfeldes geeignet sein. Das konkrete Angebot muss voraussichtliche Bau- und Ingenieurkosten sowie Baubeginn und Ende definieren. Die Überlegung, ob eine Abschnittsaufteilung ohne Bahnbeteiligung erfolgen soll, wäre wegen Kosteneinsparungen, Wettbewerbscharakter bzw. Bauzeit zu überlegen. Die Sinnhaftigkeit von Parkmöglichkeiten eventuell auf Mintrachinger Flur wurden andiskutiert und verworfen. Auch das Gebäude, das in Privatbesitz ist, sollte in die Planungen mit einbezogen werden.

Das Bauleitplanverfahren „An der Pappelallee“ mit Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit wurde einstimmig verabschiedet. Im Wesentlichen umfasst die Änderung, dass aus einem Mischgebiet ein urbanes Gebiet wird. Ziel dieses Planes ist es, die rechtlichen Voraussetzungen für die Ausweisung eines Sondergebietes Einzelhandel sowie eines allgemeinen Wohngebietes zu schaffen. Bei den konkret vorliegenden Planungen will die Ratisbona GmbH südlich der Staatsstraße 2615 und westlich des Baugebietes Weiherbreite II einen großflächigen Lebensmittelmarkt mit Bäckereicafé errichten.
Projekt für barrierefreies und betreutes Wohnen
Im südlichen Anschluss beabsichtigt die Erlbau aus Deggendorf, vier dreigeschossige Baukörper hochzuziehen. Vorgesehen ist aktuell für 53 Wohneinheiten barrierefreies Wohnen und für weitere 48 Wohneinheiten betreutes Wohnen. Vorgesehen sind 79 Stellplätze. Der geplante Geh- und Radweg bleibt unberührt. Das Gebiet wird durch einen neuen Anschluss mit Linksabbiegespur an die Staatsstraße 2616 angeschlossen.
Im Flächennutzungsplan sollen außerhalb des Geltungsbereiches Flächen für einen fußläufig erreichbaren Sportplatz und Freizeitnutzungen ausgewiesen werden. Das Plangebiet liegt südlich der Staatsstraße 2615 und der Pfatter. Das Planungsbüro TB Markert wurde beauftragt, auf Grundlage der Vorentwürfe des Büros Kessler-Jocham-Kellhuber die 15. Änderung des Flächennutzungsplans im Parallelverfahren durchzuführen. Der Rat billigte beide vorgestellten Vorentwürfe mit 15:0 Stimmen.
Zonenhalteverbot in Gewerbegebiet erlassen
Für die Planungsvarianten zum Baugebiet Egglfing Köferinger Straße hat das Büro Altmann zwei Varianten übermittelt. Sie beinhalten eine Bebauung mit zehn Wohneinheiten mit Doppel- und Einzelhäusern. Bei einer Variante sind Sickermulden entlang der Erschließungsstraße und auf der Bebauungsplanfläche vorgesehen. Bei Variante II ist eine unterirdische Rückhaltung mit gedrosselter Ableitung in den Lohgraben vorgesehen. Das Gremium votierte einstimmig für Variante I. Der Erweiterung einer Einzelgarage zur Doppelgarage und Umbau des bestehenden Carports in der Weinbergstr. 16 wurde einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt.
Der Gemeinderat beschloss, auf der Straße im Gewerbegebiet Waldbreite II ein Zonenhalteverbot zu erlassen. Aufgestellt werden dazu Zusatzzeichen, die das Parken in gekennzeichneten Flächen erlauben. Hintergrund sind parkende Lkw im Wendehammer sowie eine starke Verschmutzung.