Neustadt unterstützt Projekt, Hopfen mit Donauwasser zu gießen

Von Wolfgang Abeltshauser · 11. August 2026 um 15:00

Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) spricht sich für das Projekt aus, mit Donauwasser Hopfengärten rund um Neustadt zu bewässern. Jetzt hat der Bauausschuss Stellungnahmen, aus denen Zustimmung spricht, zu verschiedenen Projektdetails beschlossen.

Grundsätzlich ging es in der jüngsten Gremiumssitzung darum, Stellungnahmen hinsichtlich der Entnahmestelle des Wassers, des Leitungsnetzes und der Speicherbecken zu formulieren. Wie berichtet geht es, kurz gesagt, darum, Wasser bei hohem Wasserstand aus der Donau zu entnehmen, es in Becken zu speichern und bei Bedarf damit Hopfenpflanzen zu bewässern. Rund um Neustadt solle dazu ein Pilotprojekt bis zu 30 Jahre lang laufen. Mittlerweile hat sich ein Bewässerungsverband Hallertau mit knapp 500 Mitgliedern gegründet.

In den einstimmig beschlossenen Stellungnahmen wird betont, dass man seitens der Kommune dem Projekt positiv gegenüberstehe. Als Vorgaben macht man lediglich, dass die Bauwerke fachgerecht ausgeführt werden und den Hochwasserschutz weiterhin gewährleisten müssen. Und die Becken dürfen keine Brutstätten für Mücken werden.

Neustadt will Vorteil der Donau nutzen

„Wir werden das Projekt weiterhin unterstützen“, betonte der Bürgermeister in der Sitzung. Die derzeitige Wetterlage zeige ja, dass Bewässerung unumgänglich sei. Memmel formulierte es so: „Die Verfügbarkeit von Wasser ist ein Wettbewerbsmerkmal.“ Deshalb sei die Nähe zur Donau für die hiesigen Hopfenpflanzer ein Vorteil. „Die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft liegt in unserem Interesse“, stellte der Rathauschef fest. Der Ulrainer Ortssprecher Otto Lehner betonte, dass die Hallertau das einzige große Anbaugebiet auf der Welt sei, in dem noch nicht flächendeckend bewässert werde. Weitere Wortmeldungen aus dem Gremium gab es keine.

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Anna-Lena Mayer, stellvertretende Leiterin Planen und Bauen im Neustädter Rathaus, skizzierte in der Sitzung das Projekt. Im Bereich Eining unterhalb der Abensmündung soll ein Entnahmebauwerk entstehen. Von ihm werde nichts zu sehen sein, da es unter der Erde stecken soll. Über mehrere Entnahmeschächte mit einem jeweiligen Querschnitt von zwei Metern soll Wasser über eine Pumpstation, die laut Bürgermeister mittlerweile schon genehmigt ist, in ein Leitungsnetz transportiert werden - und durch das zu den sechs Speicherbecken. Ein Filtersystem soll verhindern, dass Lebewesen aus der Donau ins Bewässerungssystem gelangen.

Entnahme ist bei Niedrigwasser tabu

Diese werden nach jetzigem Planungsstand im Bereich von Sittling, Ulrain, Bad Gögging, Mühlhausen und Geibenstetten gebaut. Ohne Ausnahme sind Grundstücke dafür vorgesehen, die derzeit landwirtschaftlich genutzt werden. Von dort wiederum könnten dann Landwirte bei Bedarf Wasser für die Bewässerung beziehen. Die Becken sollen jeweils eine Tiefe von bis zu sieben Metern haben. Die Leitungen müssen dabei sowohl Hochwasserschutz-Bauwerke, die Abens und mehrere Straßen unterqueren. Beim Bau sollen Spühlbohrungen eingesetzt werden.

Mayer betonte in der Sitzung, dass bei Niedrigwasserständen wie jetzt kein Wasser entnommen werden dürfte. Außerdem gehe man seitens der Kommune davon aus, dass die Baumaßnahmen privilegiert im Sinne des Baurechts sind. Das bedeutet, dass im Außenbereich, auf dem Bauen eigentlich nicht gestattet ist, landwirtschaftlich genutzte Bauten möglich sind.

Memmel berichtete, dass auch die Kommune das Donauwasser nutzen will. So führe nach Lage der Dinge eine der Leitungen nahe am Bauhof-Gelände vorbei. Deshalb plane man eine Abzweigung dorthin, um Donauwasser zum Gießen der Grünflächen und zum Waschen der städtischen Fahrzeuge nutzen zu können.