Baugebiet in Bad Gögging: Kritiker erzwingen Änderungen

Die Kommune treibt das Vorhaben, im Ortsteil Bad Gögging ein neues Baugebiet mit rund 40 Parzellen zu verwirklichen, voran. Allerdings sind Änderungen der Planungen notwendig - das Projekt verzögert sich deshalb.
Wie berichtet soll im Westen des Kurorts im Anschluss an die Straße Am Sulzgraben ein Wohnbaugebiet namens Betty-Hauber-Weg realisiert werden. Schon früh in der Planungsphase habe man laut Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) Änderungen vorgenommen. So verlegte man Beschwerden die Erschließungsstraße, damit diese nicht direkt bei bestehenden Wohngrundstücken vorbeiführen wird.
Jetzt gibt es nach der Auslegung der Planunterlagen, bei der Interessierte diese einsehen und sowohl Bürger als auch Organisationen Stellungnahmen abgeben konnten, erneuten Handlungsbedarf. Der städtische Bauausschuss hat jetzt die Antworten auf die eingegangenen Stellungnahmen beschlossen - und festgelegt, die Unterlagen erneut auszulegen, da weitere Änderungen vorgenommen wurden.
Stadt geht auf Forderungen von Anliegern ein
Laut Anna-Lena Mayer, stellvertretende Leiterin Planen und Bauen im Rathaus, gab es nicht zuletzt kritische Schriftstücke von Anliegern angedachten Baugebiets. Die befürchten, kurz gesagt, dass zu viele und zu große Bauten auf den neuen Parzellen entstehen. Grundsätzlich sei die festgelegte Planung städtebaulich erwünscht, heißt es in der Antwort, die dieser Zeitung vorliegt. Gesetzliche Vorgaben würden eingehalten.
Trotzdem präzisierte man jetzt laut Gremiumsbeschluss den textlichen Festlegungen für den neuen Bebauungsplans: Hausgruppen werden jetzt ausgeschlossen, auf den Parzellen dürfen konkret nur Einzel- und Doppelhäuser geplant werden. Außerdem befürchten Einwender negative Auswirkungen auf das Grundwasser durch Kellerbauten. Deshalb sind Tiefgaragen jetzt ebenfalls ausgeschlossen.
Grünes Licht für Ferkelzucht in Irnsing
Die westlichen Parzellen, die zur freien Landschaft hin liegen, sollen zum Westen hin eingegrünt werden. Damit kommt man laut Mayer einer Aufforderung der Naturschutz-Abteilung im Landratsamt nach. Geplant ist jetzt, den endgültigen Beschluss zum Bebauungsplan in acht Wochen in der nächsten Bauausschuss-Sitzung zu fällen.
Die Mitglieder des Gremiums gaben ohne Ausnahme ihr Einvernehmen für eine Vorhaben eines Landwirts aus dem Bereich Hüllberg im Ortsteil Irnsing. Er will seinem Betrieb umstellen von Schweinemast auf Ferkelzucht. Zwei bisher als Mastschweinställe genutzte Gebäude sollen entsprechend umgenutzt werden. Dazu ist vorgesehen, einen Auslauf für die Schweine zu errichten und eine weitere Halle speziell für die Ferkel zu bauen.
Zustimmung unter Auflagen
Memmel und Mayer betonten, dass sich mit dieser Änderung die Auswirkungen des Betriebs auf das Dorf verbessern würden. So wären weniger erwachsene Tier auf dem Hof, die sogenannten Geruchsstunden im Jahr würden sich verringern. Dies zeige auch ein Gutachten, das mittlerweile angefertigt worden ist und das von der Gutachterin in der Sitzung ausführlich dargestellt wurde.
Grünes Licht gab es außerdem für den Neubau von zwei Mehrparteienhäusern mit je acht Wohneinheiten - allerdings unter Auflagen. Vorgesehen sind Gebäude mit drei Geschossen. Mayer betonte, man könne sich das nur vorstellen, wenn das dritte Stockwerk zurückgesetzt gebaut werde, damit das gesamte Gebäude nicht so wuchtig wirke. Außerdem müsse bei einer Wohnanlage dieser Größe ein Spielplatz angelegt werden. Da ein Bodendenkmal vermutet wird, seien archäologische Untersuchungen wahrscheinlich.
Keine Einwände gab es, an der Donaustraße eine Heizanlage mit Lager und Pufferspeicher zu errichten. Der Standort ist laut Mayer im Außenbereich. Da aber keine öffentlichen Belange berührt sind, gehe man davon aus, dass das Projekt baurechtlich privilegiert ist. Die Anlage solle höchstens fünf Jahre genutzt werden, bis es in der Stadt eine langfristige Lösung in Sachen Fernwärme gibt.
Weitere Beschlüsse
Grünes Licht vom städtischen Bauausschuss gab es für das Vorhaben, im Pfarrer-Meier-Weg in Mühlhausen eine Unterkunft für Arbeitskräfte zu einem Mehrparteienhaus mit sechs Wohneinheiten umzubauen. In der Kelsstraße in Irnsing will ein Grundstücksbesitzer eine Halle abreißen und eine neue errichten, in dem ein Reifenhandel mit Montage von Kraftfahrzeugsteilen eingerichtet werden soll. Laut Anna-Lena Mayer von der Bauverwaltung ist an dieser Stelle nichtstörendes Gewerbe zulässig. Ob das hier der Fall ist, müsse das Landratsamt entscheiden.
Das Gremium hat nichts dagegen einzuwenden, dass im Bereich Gabiswiesen bei Mauern eine Batteriespeicheranlage entsteht. Seitens der Stadtverwaltung gehe man davon aus, dass dies ein privilegiertes Vorhaben ist, da sich ein Umspannwerk in unmittelbarer Nähe befindet. Keine Zustimmung gab es für den Plan, ein Gebäude in der Föhrengasse weiter auszubauen. Laut Mayer ging die vorhandene Genehmigung schon an die Grenzen des gesetzlich Möglichen. Jetzt sollen Wandhöhen weiter wachsen, dem stimmte kein Gremiumsmitglied zu.