Als am Kelheimer Ludwigsfest verschiedene Drucktechniken begeisterten

Neben den Operntagen in Hexenagger und der neuen Orgel in Abensberg beschäftigten auch die vielen Arten der Drucktechniken in Kelheim die MZ-Redakteure vor Jahrzehnten.
■ Vor 20 Jahren: Die Besucher der Operntage erlebten die zauberhafte Atmosphäre des Freilufttheaters in Hexenagger. Wer am Tag darauf „Hänsel und Gretel“ sehen wollte, musste mit einer Zeltaufführung vorliebnehmen, denn heftige Regengüsse gingen nieder. Doch die Enttäuschung war nur kurz: Rasch zogen die Sänger um Regisseur Rudolf Kostas die fast 400 Zuschauer in ihren Bann. Maria Löwe-Frank und Simone Ditt sangen die Hauptrollen, tanzten mal als Kinder über die Bühne oder nahmen sich flüchtend vor der Hexe in Acht. Wunderbare Kostüme hatte die Künstlerin Ute Patel-Mißfeldt für Hexe, Sandmännchen und Taumännchen geschaffen. Mit einem langen, herzlichen Schlussapplaus belohnte das Publikum das Ensemble und die Nordböhmische Philharmonie Teplitz. Im Schlosshof verweilte noch mancher Musikfreund, um den Anblick Hunderter Kerzen und Fackeln zu genießen.
■ Vor 35 Jahren: Eine erfreuliche Nachricht für die Pfarrei Abensberg und vor allem für die Musikfreunde: Die neue Orgel in der Klosterkirche stand vor ihrer Vollendung. Nach 24 Jahren sollte in der größten und schönsten Kirche der Stadt wieder Orgelklang zu vernehmen sein. Das alte Orgelwerk war in den Inflationsjahren nach dem Ersten Weltkrieg gebaut worden. Damals stand nur billiges Material zur Verfügung. Als in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges Abensberg beschossen wurde, gingen die Fenster der Klosterkirche zu Bruch. Seitdem waren die Orgelpfeifen über längere Zeit Wind und Wetter ausgesetzt. Wohl war die Orgel 1950 notdürftig restauriert worden, aber um die Mitte der 60er Jahre gab sie schließlich keinen Laut mehr von sich.
■ Vor 40 Jahren: Vielfach schmückten sie damals die eigenen vier Wände: Drucke verschiedenster Art und Technik. Ob es sich nun um einen Holzschnitt oder einen Stahlstich, geätzt oder gestochen, handelte, ob Original oder nicht – viele Arten von Drucktechniken haben sich seit den ersten Einblattdrucken um 1400 entwickelt. Da es damals die Fotografie noch nicht gab (sie wurde erst 1836 erfunden), war der Holzschnitt die erste Möglichkeit, Bilder zu vervielfältigen. Das alte Handwerk der Reißer, Formenschneider und Drucker war geboren. Lithografien folgten den Kupfer- und Stahlstichen und schließlich die verfeinerte Form des Holzschnittes, der Holzstich. Besucher des Kelheimer Ludwigsfestes erinnerten sich sicherlich noch an den mit viel Liebe gestalteten Handwerkerhof, in dem Handwerkskunst vorgeführt wurde. Hier konnte man zusehen, wie zwei Mitarbeiter an einem Stand der Buchdruckerei damit beschäftigt waren, an einer historischen Druckpresse im Handverfahren Kelheimer Ansichten zu drucken.